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Und wieder einmal: Ist Batman schwul?

März 2001

Wieder einmal steht Batmans sexuelle Orientierung im Mittelpunkt. Lautstark wird "Zensur" geschrien, weil DC Comics seinen Helden von dieser Thematik unangetastet lassen möchte. Ob DC, wie in unten angeführtem Fall, angemessen auf solche Unterstellungen reagiert, sei einmal dahingestellt, verständlich ist es allemal, impliziert doch die Unterstellung, Bruce Wayne sei homosexuell und habe ein Verhältnis mit Robin (welchem auch immer), daß er Notzucht mit minderjährigen Abhängigen betreibe! Ein Strafdelikt - sowohl hierzulande wie auch in USA.

Die Tatsache, daß Batman und Robin als Team geschaffen wurden (und einfach nicht mehr und nicht weniger als ein Team sind) ignorieren die sogenannten "Experten" immer wieder gern, biegen sich ihre eigene Wahrheit zurecht und deklarieren sie dann als Beweis ihrer hannebüchenen Therorien. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Wäre Batman/Bruce Wayne homosexuell und würde er Beziehungen zu anderen Männern pflegen (solange sie erwachsen sind und nicht in einem Abhängigkeitsverhältnis zu ihm stehen), wäre das durchaus in Ordnung. Er wäre immer noch ein Held.

Aber Bruce Wayne wurde von seinen Schöpfern nie anders als heterosexuell angelegt. Punktum. Er wird von männlichen und weiblichen Fans gleichermaßen geliebt und bewundert, aber nicht ob seiner sexuellen Orientierung, sondern wegen seines Charismas und seiner Ausstrahlung (die sehr wohl erotisch und sicher ansprechend für beiderlei Geschlechter ist). Und manchmal ist eine Zigarre eben einfach nur eine Zigarre und kein Symbol für irgendwas, wie schon Herr Freud bekannte.

Einen kleinen Tip hätte ich aber für die selbsternannten Moralapostel: Es gibt da einen Herren, der Sommer wie Winter ohne Hose rumläuft, als sehr cholerisch gilt, immer wieder in Schwierigkeiten gerät und dem man drei minderjährige Jungen anvertraut hat, die nun ebenfalls ohne Hosen rumlaufen müssen.

Wird da nicht Exhibtionismus pur betrieben? Ich halte das für sehr bedenklich! Sein Name? Donald Duck! Fragen Sie doch mal im Hause Disney nach, was man da von einer "wissenschaftlichen" Abhandlung zu diesem Thema hält!

(Luise Rödig)

Nun aber der von Telepolis, Heise Onlines Magazin der Netzkultur, veröffentlichte und meiner Meinung nach sehr oberflächlich recherchierte Artikel:


"Du sollst dir kein Bild machen"
(Quelle: Konrad Lischka 09.03.2001 bei Heise Online)

DC Comics geht gegen wissenschaftliche Veröffentlichungen vor, die Batmans sexuelle Orientierung thematisieren

Gibt es etwas Schlimmeres als einen schwulen Helden? In der Welt des amerikanischen Verlages DC Comics wohl kaum. Das Haus hat einem Mitarbeiter der Michigan State University die Illustration eines wissenschaftlichen Artikels im "International Journal of Comic Art" mit Bildern der Comicfigur Batman untersagt. Die Arbeit untersucht, wie der Vorwurf der Homoerotik in den 50er Jahren die Inhalte der Batman-Comics veränderte.

Seit Jahren schon geht DC Comics mit ähnlichen Verboten gegen Veröffentlichungen vor, die Batmans Sexualität thematisieren: 1991 gegen den Rouledge Verlag, 1993 gegen The New Republic, 2000 gegen Continuum Books. Es geht hier um das Bild des Helden und den Einfluss, den der Blick des Betrachters darauf haben darf. weiterlesen »


Ist Batman schwul?

(Ein Kommentar von Jororo)

Eine Diskussion, die schon Ewigkeiten durch die Fangemeinde geistert ist die Frage nach Batmans Sexualitaet. DC hat jetzt versucht, diese Diskussion ein für alle mal zu beenden und jede öffentliche Diskussion dieser Frage verboten.

Auch dieser Text wird versuchen, dieser Frage nach zu gehen, vom Standpunkt eines Literaturwissenschaftlers aus.

Ausgungspunkt ist dabei die Überzeugung, dass auch ein Comic als "Text" zu verstehen ist, also als etwas konstruiertes. Vor allem im Fall eines Comics wie Batman sind dabei natürlich einige Einschränkungen zu machen.

1. Batman ist nicht die Schöpfung eines einzelnen Autors. Bei einer Comicfigur haben wir es mit Texten von verschiedenen Autoren zu tun (der Einfachheit halber bezeichne ich das jeweilige Team, das eine Story erschafft, als Autor, also vom Herausgeber bis zum Tuscher).

Da wir allerdings von dem Text reden, ist dies von geringer Bedeutung.

2. Batman ist ein Text, der über eine lange Zeit geschrieben wurde und immer noch fortgesetzt wird. Das heisst, das JEDER Kommentar eine Momentaufnahme bleiben muss und späterer Erweiterung ausgesetzt sein kann - auch das kein großes Problem, da wir so eben nur ein vorläufiges Ergebnis erzielen können.

3. Batman ist kein statischer Text. Und hier WIRD es kompliziert. Wir können nicht davon ausgehen, dass das Konstrukt Batman, von dem wir heute sprechen, auch morgen das selbe ist. Nicht nur im Sinne von linearer Entwicklung, sondern auch dadurch, dass die BASIS jederzeit geändert werden kann.

Es wäre zum Beispiel möglich, eine Version von Batman zu erschaffen, in der Batman niemals Robin aufgenommen hat (oder Lex Luthor sein Lehrer war, oder...). All dies fokussiert jede Untersuchung noch mehr auf eine Momentaufnahme, die theoretisch jederzeit belanglos werden kann.

Jetzt aber zum eigentlichen Argument. Die Argumentation verläuft meistens etwa nach dem Motto "Batman ist xsexuell. Das sieht man daran, dass..." Wobei das "x" fuer "homo", "bi", "hetero" oder "a" steht, je nach Überzeugung des Diskutierenden.

In jedem Fall drückt es eine bestimmte Beziehung zur Sexualität aus, die Batman im Laufe der Diskussion bescheinigt wird. Thema der Diskussion ist also der zweite Teil der Aussage. Damit wird der erste Teil als "Rhema" stillschweigend voraus gesetzt - es gibt einen "Batman", der eine Person ist und damit eine Beziehung zur Sexualität hat - sei es auch, wie DC betont, eine indifferente.

Dem liegt eine Überlegung zugrunde, die etwa so aussieht: "Batman ist eine realistische Figur, also hat er auch Gefühle wie jeder Mensch, selbst wenn dieses Off-Panel stattfindet".

Zur Erläuterung schlagen wir einfach mal beim englishen Barden William Shakespeare nach. Hamlet dürfte wohl den meisten ein Begriff sein. Seit Sigmund Freud den Oedipuskomplex beschrieben hat, wird (auch vom Vater der Psychotherapie selbst!) behauptet, dass Hamlet in seine Mutter verliebt ist und deshalb seinen Stiefvater hasst.

Hier sieht man den selben Gedankengang - da Hamlet realistisch beschrieben ist, haben wir Zugriff auf seine Motivationen. Aus einem fiktiven Charakter wird ein realer Charakter, aus einem Text Wirklichkeit.

Um das Ganze auf die Spitze zu treiben, bleiben wir bei Shakespeare, und zwar gehen wir über zu "The Taming of the Shrew (Der Widerspenstigen Zähmung)". Dort gibt es die Theorie, dass Katherine deshalb eine so unangenehme Persönlichkeit ist, weil sie als Kind von ihrem Vater missbraucht wurde (eine ähnliche Theorie gibt es auch bei King Lear...).

So nett diese Theorie (wenn man sie denn als solche bezeichnen kann, auch ist, sie hat einen Schönheitsfehler- sie hat nichts mehr mit dem Text zu tun. Ähnlich sehe ich den Fall auch bei Batman - in dem Moment, in dem wir ihm Motivationen unterstellen, die nicht im Text dargestellt sind (z.B. könnte man behaupten, an seinem Kostüm ist kein Rot, weil er die Farbe nicht leiden kann), bewegen wir uns in der freien Luft. Bei Batman haben wir es mit einem Konstrukt zu tun, das außerhalb des Bezugsrahmens gar nicht existiert - sprich, außerhalb der Geschichte. Auch die "Realismus"- Argumentation bringt uns da nicht wirklich weiter. Sie setzt voraus, dass jemand weiß, wie Menschen funktionieren, sie gewissermassen von außen beobachtet. Dieser "Jemand" ist aber selbst auch immer ein Mensch, und diese Tatsache beeinflusst seine Beobachtungen.

Also können wir nicht sagen, wie ein Charakter "ist", daher auch nicht, ob er richtig oder falsch dargestellt wird, sondern nur, WIE er dargestellt wird.

Off Panel gibt es Batman ohnehin nicht - denn alles, was off Panel stattfindet, könnte ja nur dadurch Relevanz gewinnen, dass es berichtet wird, und zwar, natürlich, ON Panel. Alles Andere (primitives Beispiel: was Superman zu Mittag hatte) ist Spekulation, die auch nichts mit dem Text zu tun hat, weil es darin nicht vorkommt. Das heißt natürlich im Folgenden, dass es im Charakter der Figur nur das gibt, was der Autor "eingebaut" (also in die Kiste geworfen) hat - zu allem anderen hat dieser Charakter keine Beziehung (Beispiel: in einer Erzählung fällt der Satz "Keiner der Anwesenden weinte.". Was heißt das? Ein Großteil der Leser wird an dieser Stelle vielleicht gar nicht daran gedacht haben, dass jemand weinen sollte. Also ist es der Satz selbst, der das Weinen in den Text bringt, obwohl er es eigentlich verneint. Vorher hatte es keinen Platz im Text, jetzt ist es da, wenn auch verneint).

Wenn man diesen Gedankengang akzeptiert, folgt daraus die Frage, ob Batman eine Beziehung zur Sexualität hat, in wie auch immer gearteter Weise. Und zwar eine Beziehung, die er tatsächlich im Text ausdrückt (Beispiel Nightwing: in der Miniserie kommt es zum Sex zwischen ihm und Huntress, auch wenn das nicht klipp und klar gesagt wird. Aber die "Indizien" sind so deutlich, dass der Sex impliziert wird. Ergo hat Nightwing eine Beziehung zur Sexualität, weil sie im Comic dargestellt wurde. Jetzt könnte man natürlich argumentieren, dass er bisexuell ist, weil es keine Beweise dagegen gibt... aber das wurde meines Wissens nach in den Comics nicht gezeigt und existiert deshalb im Konzept der Figur auch nicht).

Bei Batman ist das anders. Meines Wissens gibt es kein Abenteuer, das ihn in dieser Situation zeigt und das als "Beweis" gelten könnte. Alles, was existiert, sind HINweise, wie seine Beziehung zu Catwoman oder Talia, oder sein Zusammenleben mit Männern. Um aus diesen Hinweisen allerdings eine Aussage abzuleiten, wie Batmans Beziehung zur Sexualität aussieht (falls er überhaupt eine hat!), müßte man auf die "Realität" zurückgreifen und Batman damit vergleichen.

Da ist aber oben erwähnte Crux - Batman ist nicht real, er hat keine Psyche, die man untersuchen könnte!

Solange also "Sexualität" nicht auftaucht (und zwar IM TEXT), hat Batman keine Beziehung dazu (würde man ihn fragen, wäre Sexualität im selben Moment im Text...). Das heißt also, bis irgend ein Autor diese Information "einfügt" [was, wie wir wissen, mittlerweile geschehen ist. Anm. Luise], ist Batman nicht homo, hetero oder bisexuell, aber auch nicht in dem Sinne asexuell, wie DC behauptet, da das ja bedeuten würde, er hätte eine Einstellung dazu...

Viel interessanter wäre allerdings die Frage: was macht es möglich, in den Text eine Sexualität herein zu lesen...

Natürlich heißt das alles nicht, dass man nicht über Comics diskutieren und sich auslassen sollte (das ist doch der Spass dabei!!), man sollte nur vorsichtig sein - in vielen Dingen gibt es einfach keine abschließende Meinung, weil es der LESER ist, der eine bestimmte Sache in einen Text bringt, die vorher nicht da war...

my five pence, jororo

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