Web batmans.de
Ihr habt News, Wünsche, Anregungen? Schreibt uns!
   
Am 27. August erscheint 'Batman: Under the Red Hood' auf DVD.
 
www.batmans.de

Über die Produktion: Das Batmobil


 

Gibt's das auch in Schwarz?
Bruce Wayne, "Batman Begins"

Gibts das auch in Schwarz? - Bruce Wayne (Batman Begins)


Das Batmobil

Das Batmobil ist untrennbar mit der Batman-Legende verbunden, und weil Regisseur Nolan sich auf die Fahnen geschrieben hat, jeden Aspekt des Films absolut glaubwürdig zu gestalten, entstand das Gefährt des Dunklen Ritters in "Batman Begins" nach einem Design, das sehr präzise auf die Geschichte zugeschnitten ist. Dazu Nolan: "Wir wollen Batman als absolut funktional zeigen - er denkt äußerst praktisch. Als schufen wir einen Wagen, der dem Helden in jeder Hinsicht eine praktische Hilfe ist."

Produktionsdesigner Nathan Crowley richtete sich in Christopher Nolans Garage eine Werkstatt ein und entwarf dort viele Schlüsselelemente des Films, allen voran das Batmobil. Während Nolan und Drehbuchautor David Goyer im Haus am Skript arbeiteten, tauschten sie mit Crowley ihre Vorstellungen über den Wagen aus. Ihre Ideen gingen in Crowleys Entwürfe ein, während sich Crowleys Entwürfe ihrerseits in wichtigen Aspekten des Drehbuchs niederschlugen.

"Ich habe noch nie an einem Projekt gearbeitet, bei dem ich derart früh an den Konzeptentwürfen beteiligt war", kommentiert Crowley. "In unserer kleinen Maschinenwerkstatt bauten wir Modelle von Autos, wobei wir jedes Material verwendeten, was uns unter die Finger kam. Wenn Chris beim Schreiben eine Pause machte, kam er in die Garage und schaute sich meine völlig mit Leim verkleisterten Konzeptautos an. Innerhalb von acht Wochen haben wir fünf oder sechs Varianten des Batmobils gebaut."

In der Geschichte der Batman-Mythologie wurde das Batmobil immer als zeitgenössisches Auto dargestellt, das man aber stilistisch extrem übertrieb. Aufgrund von Nolans Realismus-Maxime musste diesmal jeder Aspekt des Batmobils eine klare Funktion erfüllen. Eine Ansammlung von beeindruckend gestylten Details reichte also nicht. Das Resultat sieht entsprechend aus wie eine Kombination aus Lamborghini und Humvee-Jeep, es verbindet die funktionale Kraft eines Panzers mit der Raffinesse und leichten Handhabung eines Sportwagens.

In der Welt der Filmstory war das Batmobil ursprünglich der militärische Prototyp einer mobilen Brücke namens "Tumbler", entworfen in der Abteilung für angewandte Wissenschaft bei Wayne Enterprises. Der Tumbler soll über Gräben springen können und Truppentransporte über Wasser und weite Ebenen erleichtern. Wegen der hohen Kosten ging das Gefährt bei Wayne Enterprises nie in Serie, aber als Bruce Wayne den Prototyp entdeckt, baut er auf dem Stealth-Design und den außergewöhnlichen Fähigkeiten auf, um daraus Batmans stärkste Waffe auf dem Kreuzzug für das Recht zu schmieden.

Weil Crowley lieber dreidimensionale Modelle baut, als sie vorher zu zeichnen, nannte er sein Verfahren "Baukasten plündern", wenn er zusammen mit Nolan dem Effekte-Werkstattleiter Andrew Smith ihre Batmobil-Ideen erklärte. So entstand ein voll ausgearbeitetes, dreidimensionales Plastikmodell mit allen Funktionen, die sie für das Gefährt vorgesehen hatten. "Innerhalb von sechs Monaten entwarf und baute Andy mit seinem Team sechs dieser Dinger von Grund auf zusammen", erzählt der Regisseur. "Ich habe nie erwartet, dass sie tatsächlich eine Batmobil-Version mit allen Funktionen bauen würden, die das Gefährt im Film leisten muss. Aber sie haben es geschafft. Ein Monster, ein echtes Biest, aber wunderbar im Design."

"Als ich das Batmobil in Aktion erlebte, habe ich endlich kapiert, wieso sich Männer derart für Autos begeistern können", lacht Katie Holmes. "Da dachte ich mir: Jetzt begreif ich das. Echt umwerfend! Ich habe das Privileg, im Film damit fahren zu dürfen, und von innen ist es noch traumhafter."

Durch den getarnten Eingang in die Batcave

Die meisten Fahrzeuge im Film bestehen aus bereits existierenden Modellen, denen man eine neue Außenhülle aus Plastik verpasste. Doch im Fall des Batmobils baute Smiths Team jedes Einzelteil des Wagens selbst - von den Rädern über das Chassis bis zur Außenverkleidung.

Das Batmobil verfügt über einen 5'7-Liter-Motor mit 340 PS und einem Drehmoment von etwa 400. Die Breite des Wagens beträgt 2'84 Meter, die Länge 4'60 Meter, das Gewicht 2'3 Tonnen. Die Beschleunigung von 0 auf 100 liegt unter 5 Sekunden. Das Batmobil kann 1'20 bis 1'80 Meter in die Höhe springen, schafft Weitsprünge von 18 Metern und kann sofort nach dem Aufsetzen abdrehen.

Eines der auffälligsten Designmerkmale besteht in der fehlenden Frontachse. Dadurch kann das Gefährt extrem scharfe Kurven fahren. Nolan verlangte, dass die Räder seitlich aufgehängt sind, was zunächst unmöglich schien. Doch Smith und der Leiter des Spezialeffekte-Teams, Chris Corbould, entwickelten eine Methode, die das erlaubte.

"Die Aufhängung der Räder lässt sich mit konventionellen Autos nicht vergleichen", erklärt Smith. "Wir bauten einen Prototyp, verbesserten ihn ständig und entwickelten so ein sehr gutes System - wegen der größeren Hinterräder drehten wir den Motor und das Getriebe einfach um und verwendeten eine aktive Achse. Dadurch bekommt der Wagen fast eine Wespentaille, bei hoher Geschwindigkeit ruckelt er in der Mitte hin- und her."

Das Batmobil wurde mit sechs Monstertruck-Reifen bestückt. Je nach den Fahranforderungen, die den Filmemachern vorschwebten, wurde das Profil der Reifen mechanisch abgeraspelt und der Reifendruck entsprechend angepasst, um den Fahrern unterschiedliche Straßenlagen bei Schleuderstunts zu ermöglichen. Drei wesentliche Reifensets mit unterschiedlichen Profilen standen zur Verfügung: Reifen mit vollem Profil, halbem Profil und fehlendem Profil.

Für die Dreharbeiten entstanden insgesamt acht Batmobile. Neben den fünf voll funktionsfähigen, benzingetriebenen Modellen gibt es eine Version mit Elektromotor, die mit einem verschiebbaren Top ausgerüstet ist, um Batman und seinen Passagieren das Ein- und Aussteigen zu erleichtern. Der Stuntfahrer saß getarnt hinter dem Hauptsitz und steuerte den Wagen aus einer seitlichen Position. Außerdem gab es zwei "Kanonen"-Mobile ohne Motoren und in besonders leichter Bauart, die in bestimmten Action-Sequenzen aus einer Kanone abgefeuert werden konnten.

Das Batmobil beim Sprung

Ein derart schwerer und PS-starker Wagen wie das Batmobil erfordert umfangreiche, umfassende Tests, bevor Smith und sein Team das Gefährt den Stuntfahrern überlassen konnten - von den Schauspielern, die ihn vor der Kamera lenken müssen, ganz zu schweigen.

"Wir haben absolut jeden nur denkbaren Test ausgeführt", sagt Smith. "Dass der Wagen große Sätze machen muss, war vorher klar - also haben wir viele Tage nur Sprünge ausgeführt. Damit haben wir unseren Prototyp verschlissen - 35 Sprünge hat er geschafft. Wir haben einfach so lange weitergemacht, bis etwas kaputt ging. Und weil derart viel in der Testphase zu Bruch ging, gab es nach Beginn der Dreharbeiten entsprechend weniger Pannen."

Die vom Drehen her anspruchsvollste Batmobil-Sequenz war Batmans halsbrecherische Verfolgungsjagd durch die Straßen von Gotham City. Diese Action-Szenen mussten nicht nur ausgeführt, sondern auch gefilmt werden: Das Batmobil kollidiert mit anderen Wagen, brettert in gefährlich hohem Tempo durch den Verkehr und prescht auf engstem Raum durch extrem scharfe Kurven. Mehr als 30 Fahrer waren bei dieser Sequenz in den Straßen von Chicago im Einsatz.

"Chris legt bei der Verfolgungsjagd größten Wert auf einen spontanen, unmittelbaren Eindruck, ein Mittelding zwischen einer modernen, heutigen Action-Jagd mit all der Technik, die uns zur Verfügung steht, und der schnörkellosen, ruppigen Atmosphäre von 'The French Connection' (Brennpunkt Brooklyn)", sagt Kameramann Wally Pfister. "Deswegen entschloss ich mich, kein digitales Batmobil zu verwenden - in Chicago gibt es wunderbare unterirdische Straßen: Da wollte ich es unbedingt fahren lassen."

Das Cockpit des Batmobils erlaubt dem Fahrer nur eingeschränkte Sicht zur Seite und nach hinten. Deshalb installierte man ein Videosystem und montierte Kameras oben auf den Wagen mit Blickrichtung nach hinten - auf Augenhöhe des Fahrers, um sein Gesichtsfeld zu erweitern. Falls der Fahrer die Orientierung verlor, konnte er den Wagen mithilfe der Monitore lenken. "Dabei hat der Fahrer alle Hände voll zu tun", sagt Smith über die Manövrierfähigkeit des Wagens. "Es sieht so aus, als ob das Batmobil sehr gut reagiert, aber der Fahrer benötigt eine Menge Muskelkraft, er muss in dem Cockpit ordentlich kurbeln, um den Wagen unter Kontrolle zu halten."

"Ich habe ganze Tage im Batmobil verbracht, und wenn ich dann nach Hause fuhr, konnte ich mich nur schwer wieder an einen normalen Wagen gewöhnen", sagt Stuntfahrer George Cottle. Das gesamte Chassis des Batmobils schlägt nach links und rechts aus, man muss also auf beiden Seiten bis zu 15 Zentimeter mehr einplanen, weil es derart in der Spur schwankt." Als Batman durfte Christian Bale das Batmobil sogar höchstpersönlich steuern - ein unvergessliches Erlebnis. "Man kann das mit nichts vergleichen", sagt der Schauspieler. "Beim Fahren kommt man sich vor, als ob Ozzy Osbourne einem ins Ohr schreit - echt abgedreht."

Die neuesten Enwicklungen der Technik spielten nicht nur bei der Herstellung und beim Fahren des Batmobils eine entscheidende Rolle, sondern auch bei der möglichst dynamischen Umsetzung der Jagd auf die Leinwand. Das Stuntteam und die Filmcrew setzten dabei einen neuartigen Kamerawagen ein, einen AMG Mercedes ML, bestückt mit einer Vorrichtung namens Ultimate Arm und Lev Head, ein kardanisch aufgehängtes Stativ auf einem ferngesteuerten Schwenkarm, der per Joystick im Innern des Wagens dirigiert wird. Das Lev-Head-Stativ erlaubt ein derart ruhiges und ausgeglichenes Kamerabild, dass die Filmemacher etwa 80 Prozent der Jagd damit aufnahmen.

Nolan und Pfister fuhren während der Aufnahmen im ML mit. Per Monitor und Funkverbindung konnten sie den Fahrern des Batmobils und des Kamerawagens direkte Anweisungen geben und die Aufnahmen bei laufender Kamera korrigieren.

Verfolgungsjagd

"Der ML überragt alles, was wir bisher bei Verfolgungsjagden einsetzen konnten", sagt Stunt-Coordinator Paul Jennings. "Zum Beispiel konnten wir das Batmobil in vollem Tempo aufnehmen, weil der Kamerawagen mithalten kann. Die Vorteile können gar nicht hoch genug veranschlagt werden, denn mit einem normalen Kamerawagen hätten wir von solchen Einstellungen nicht mal träumen können. Bei bestimmten Einstellungen werden die Zuschauer sicher denken, dass wir sie mit Zeitraffer gedreht haben, was aber nicht der Fall ist - wir haben sie unter realen Bedingungen gedreht."

Dazu Pfister: "Beim Dreh einer Verfolgungsjagd fahren die Wagen selten über 90, 100 Stundenkilometer. Doch unser Batmobil ist bis zu 170 Stundenkilometer gefahren. Wir staunten nicht schlecht, und fast fuhr es dem Helikopter davon - vor allem, wenn er seitwärts flog, konnte der Helikopter nicht mit dem Batmobil mithalten."

Außerdem montierte das Kamerateam eine Kombination aus Stativ und Schwenkarm in den Seitenwagen eines Motorrads, und eine weitere Kamera wurde vorn auf einen Polizeiwagen montiert, der, von einem Stuntfahrer gelenkt, zentimeternah in allen großen Action-Sequenzen mitfuhr. Pfister und Nolan setzten zudem eine Weltraumkamera ein, um das Batmobil in spektakulären Luftaufnahmen bei seiner Fahrt durch Chicago und über die Autobahn zu filmen.

Aufgrund der umfangreichen Entwürfe, der Entwicklung, Konstruktion und beim Einsatz wuchs das Batmobil den Filmemachern richtig ans Herz. "Lange Zeit planten wir für das Ende des Films eine Szene, in dem das Batmobil zerstört wird", erinnert sich Produzentin Emma Thomas. "Aber schließlich brachten wir es nichts übers Herz - Wir haben das Batmobil wie einen unserer Filmhelden lieb gewonnen."



Impressum/Kontakt Webdesign und Inhalt von batmans.de ©1999-2015 Luise & Peter Wenkheimer
BATMAN and all related elements are the trademarks of DC Comics ©2015 · BATMAN created by Bob Kane


 

Anzeige »

Deine Kette des Helden von Gotham City - Batman!