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Am 27. August erscheint 'Batman: Under the Red Hood' auf DVD.
 
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Über die Produktion: Der Bat-Anzug und Accessoires


 

Im Kampf gegen Unrecht und Verbrechen wird er zum größten Streiter aller Zeiten.
Keine leichte Aufgabe.
Batman: Year One


Der Bat-Anzug und Accessoires

Batmans Look hat etwas Urwüchsiges, fast Animalisches - all jenen, die der Dunkle Ritter seinem Schwur gemäß bekämpfen will, jagt er mit diesem Image einen fürchterlichen Schrecken ein. Entsprechend legen die Filmemacher großen Wert darauf, dass Christian Bale in seinem Bat-Anzug bedrohlich wirkt. "Ich habe mir die großartigen Comics und Comic-Romane in der Batman-Chronik angeschaut und versucht, aus diesen fabelhaften Bildern und Zeichnungen das Wesentliche an Batmans Look zu destillieren", sagt Nolan. "Jeder Zeichner interpretiert das Kostüm anders, aber die Übereinstimmungen ergeben doch die Essenz dieser Figur."

Für "Batman Begins" entwarfen die Filmemacher einen sehr beweglichen Bat-Anzug - im Gegensatz zu den früheren, äußerst steifen Kostümen. Der neu konzipierte Anzug erlaubt Batman auch alle Martial-Arts-Bewegungen, die er in den Kampfsequenzen des Films ausführen muss.

"Chris verlangte, dass beim Entwurf des Anzugs nicht nur sein Aussehen berücksichtigt wird, sondern auch seine Funktionalität beim Tragen", sagt Kostümbildnerin Lindy Hemming. "Er braucht geschmeidige Hosenbeine, um sich, wenn nötig, bücken zu können, und vor allem wollte Chris, dass Christian seinen Kopf drehen kann, denn er wollte die typische Superhelden-Bewegung vermeiden, wenn Batman mit dem Kopf gleichzeitig auch seine Schultern dreht." (Denn in den früheren Ausführungen des Batman-Anzugs konnte der Held seinen Kopf nicht frei bewegen.)

In "Batman Begins" entsteht der Bat-Anzug, indem Bruce Wayne einen Prototyp aus der Abteilung für angewandte Wissenschaften bei Wayne Enterprises überarbeitet: Der Nomax-Überlebensanzug ist für Soldaten im Kampfeinsatz gedacht und besteht aus einer fast undurchdringlichen Körperrüstung.

Hemming entwarf mit ihrem Team einen Bat-Anzug, der in der Grundstruktur aus Neopren besteht und darin einem Taucheranzug ähnelt. Auf ihm wurden speziell geformte Latex-Teile angebracht. Der Bat-Anzug besteht aus sieben verschiedenen Latex-Teilen: Knie, Waden, Beine, Arme, Rumpf, Rückgrat und Kopfmaske. "Der Anzug ist eine wasserdichte Rüstung mit Vorrichtungen zum Ausgleich der Körpertemperatur, er verhindert, dass sich die Muskeln abkühlen, erfüllt also verschiedene Funktionen", sagt Hemming. Die Werkstatt für Kostüm-Spezialeffekte zu "Batman Begins" wurde in den Londoner Shepperton Studios eingerichtet, bekam aus Sicherheitsgründen den Decknamen "Cape Town" und wurde rund um die Uhr bewacht: In dem Container-Dorf gab es ein Verwaltungsbüro und eine Kantine, technische Werkstätten, ein Atelier für die Bildhauer, die Färber, einen Waschsalon, einen Sprühraum, Zuschneide- und Nähräume, einen Ausstattungsraum, eine Gussform-Werkstatt und ein Hartschaum-Labor. In der heißen Phase der Produktion arbeiteten über 40 Mitarbeiter an den Bat-Anzügen.

Schon Monate vor den Dreharbeiten wurden in Cape Town von Christian Bales Körper Abgüsse und Gussformen hergestellt, also schon bevor sein körperliches Trainingprogamm für die Rolle begann. "Natürlich war uns klar, dass Christian nach dem Training anders aussehen und eine andere körperliche Kondition mitbringen würde", sagt Hemming. "Tatsächlich entwickelte er dann aber enorme Muskeln, und als er wieder auftauchte, jammerten wir: 'Au weia. Jetzt passt er doch niemals in den Anzug!'" (Christian Bale nahm die 29 Kilogramm zu, die er sich für eine frühere Filmrolle abgehungert hatte, und durch seine Vorbereitung auf die Batman-Statur trainierte er sich weitere 9 Kilo an.)

Mit dem kompletten Abguss seines Körpers erstellte man ein Plastikmodell von Christian Bale, das seinerseits als Vorlage für ein Tonmodell diente. Das wurde mit Plastilin überzogen, um die Oberfläche glatter zu gestalten. (Wenn der Anzug direkt aufgrund des Tonmodells geformt worden wäre, hätte er Unregelmäßigkeiten enthalten, die auf der Leinwand sichtbar wären.) Mit den Gussformen vom Plastilin-Modell erstellte man im Schaumlabor den Anzug aus einer Latex-Schaummischung.

Hierfür die richtige Mischung zu finden erforderte umfangreiche Recherchen und Testphasen. Stundenlang experimentierte man mit verschiedenen Elastizitätssstufen und Materialstärken sowie der Reißfestigkeit. Auch die möglichst intensive Schwarzfärbung erwies sich als Problem, denn dadurch wird das Material weniger widerstandsfähig - je mehr Farbstoff ein Material enthält, desto brüchiger wird der Gummischaum. Nachdem die optimale Mischung erreicht war, wurden die Gussformen mit der Schaummischung ausgegossen, in einem großen Ofen gebacken, die Stücke dann aus den Formen gelöst und sorgfältig mit kleinen Scheren zugeschnitten, denn sie sollen so aussehen, als ob sie von einem Laser und nicht von Hand zerteilt wurden.

"Es ging zu wie in einem Chemie-Labor: Da wurde tatsächlich in großen Töpfen gerührt, dann kam das in den Ofen, die Temperatur musste überwacht werden, es folgten die Tests, die Reiß- und Elastizitätsproben", berichtet Bale über Cape Town.

"Ich finde, dass vor allem das Cape des Bat-Anzugs in früheren Filmen nicht richtig zur Geltung kam", sagt Nolan. "Es gibt traumhafte Comic-Zeichnungen, auf denen Batman mit wallendem Cape ikonenhaft wirkt, und dieser Aspekt sollte in unsere Darstellung der Figur mit einfließen. Wir entwarfen einen fließenden Umhang, den Batman benutzt, um sich unsichtbar zu machen. Deshalb besteht es aus einem mattschwarzen Stoff, der wallt und fließt - genauso, wie in all den tollen Comic-Romanen."

"Das Cape ist uns besonders gut gelungen", sagt Hemming. "Chris wollte dabei den Eindruck einer Rüstung vermeiden. Ihm schwebte der romantische Eindruck des Umhangs aus den Comics vor. Chris will, dass Batman im Filmbild aus der Dunkelheit hervortritt und wieder darin verschwindet - so als ob er sich Stück für Stück in Luft auflöst."

Dieser spezifische Look, diese Anmutung wurde durch ein eigens entwickeltes Gewebe erreicht: Fallschirm-Nylon, das man elektrostatisch mit einer Samtschicht überzog. Dieser Samtüberzug ist ein vom britischen Verteidigungsministerium verwendetes Verfahren, das eingesetzt wird, um einen Gegenstand nachts möglichst unsichtbar zu machen. Außerdem sind die Helme der Londoner Polizisten mit einer solchen Schicht überzogen, und deren Fachleute brachten dem Filmteam letztlich bei, wie man eine solche Schicht auf den Umhangstoff aufträgt. Dabei wird der zuvor mit Leim bestrichene Stoff von unten statisch mit Strom aufgeladen. Ein Staub aus feinen Haaren wird dann auf den Stoff gestreut, auf dem sie - angezogen von der elektischen Ladung - festkleben. "Das funktioniert ähnlich wie wenn beim Kämmen das Haar absteht", beschreibt der für die Kostüm-Effekte zuständige Graham Churchyard. "Prinzipiell ist das derselbe Effekt, nur dass diesmal 60.000 Volt nachhelfen."

Die Kappe, die Batman sich als Maske auf den Kopf setzt, stellte die Designer ebenfalls vor knifflige Aufgaben. Frühere Batman-Darsteller wurden durch die Maske in ihren Bewegungnen stark eingeschränkt - wenn sie sich umschauten, mussten sie ihren ganzen Rumpf drehen, weil die Maske am Hals unbeweglich war - was äußerst unbeholfen aussah.

Hemming entwickelte mit Nolan und Bildhauer Julian Murray eine Kappe, die genügend Bewegungsfreiheit lässt, aber dennoch genug Materialstärke aufweist, damit sie beim Drehen des Kopfes keine Falten wirft. Heraus kam eine stromlinienförmige, fast pantherartige Silhouette, in der sich Bale ganz natürlich bewegen kann. "Die Ausdrucksfähigkeit der Maske begeistert mich total", sagt Hemming. "Fast kann man spüren, wie sich sein Gesicht darunter bewegt."

"Die Maske ist sehr ausdrucksstark", fügt Churchyard hinzu. "Dieser Mann wird von seinen Ängsten getrieben, und das kann man durch die Maske hindurch erkennen - sie verbirgt seine Gefühle nicht, sondern sie betont seine Charaktereigenschaften sogar."

Im Film zeigt die Maske viele praktische Eigenschaften, aber sie wirkt auch sehr furchterregend. Die Außenhaut besteht aus einer undurchdringlichen Graphitverbindung, aus einer Kevlarfaserschicht, die Batmans Kopf vor Kleinkalibergeschossen schützt. In den Ohren trägt Batman hochempfindliche Mikrophone, durch die er Gespräche auch aus großer Entfernung und durch Mauern belauschen kann. Durch einen eingebauten Lautsprecher kann er seine Stimme gewaltig verstärken, und eine Radioantenne im Ohrstöpsel erlaubt ihm, den Polizeifunk und die Notrufkanäle abzuhören.

Der Bat-Anzug ist zwar geschmeidiger als seine filmischen Vorgänger und erlaubt Bale mehr Bewegungsfreiheit, aber als bequem kann man ihn trotzdem nicht bezeichnen. Dennoch musste der Schauspieler stundenlang darin ausharren. Drei Helfer waren jeden Tag zur Stelle, um Bale einzukleiden. Der Hitzestau im Innern war ein entscheidendes Problem, und zeitweilig trug Bale einen "Kühlanzug" mit einem Geflecht aus kleinen Röhren für die Kühlflüssigkeit. Ähnliche Anzüge tragen auch Kampfjet-Piloten und Astronauten.

"Ich habe den Bat-Anzug so oft wie möglich getragen, um ein möglichst authentisches Gefühl dafür zu bekommen, mich an die Bewegungsmöglichkeiten zu gewöhnen und die Ausrüstung korrekt zu handhaben", sagt Bale. "Logischerweise war es nach dem sechsmonatigen Dreh eine Art Hassliebe, die ich für das Ding empfand. Wenn ich etwa eine halbe Stunde darin steckte, bekam ich schlechte Laune und - weit schlimmer - Kopfschmerzen. Aber ich fand es unter meiner Würde, zu jammern und zu verlangen, dass man ihn mir auszieht. Stattdessen habe ich mein Unbehagen in Batmans Zorn umgemünzt. Batman soll ja sehr wütend auftreten. Dieser Anzug macht mich zum Tier - wie Batman eines sein sollte. Er ist kein Mann, der einen Anzug trägt, sondern er verwandelt sich darin in ein anderes Wesen."

"Christian ging sehr überlegt und zielstrebig an seine Darstellung der Rolle heran, um ihre tierhaften Aspekte zu betonen", sagt Nolan. "Er schaute sich die Comic-Romane und Batman-Illustrationen sehr eingehend an, um ein eigenes Gefühl für die Bewegungen und die Kommunikation mit den anderen Figuren zu entwickeln. Dadurch wirkt seine Darstellung auffallend intensiv und ernsthaft." "Als ich ihn erstmals in dem Anzug sah, war mir klar: Er ist für Batman prädestiniert", sagt Produzent Charles Roven. "Aber er geht völlig anders an die Rolle heran. Er ist ein fantastischer Schauspieler und privat ein großartiger Typ. Aber wenn er den Bat-Anzug trägt, dann bekommt man wirklich Angst vor ihm."

Bei seiner Gestaltung der Rolle fasste Bale Batman als ein Tier auf, was natürlich durch die bedrohliche Verkleidung deutlich unterstützt wird. "Durch den Anzug bekomme ich einen gewaltigen Stiernacken wie Mike Tyson - bei Menschen sieht man das nur selten. Er wirkt eher wie ein Panther. Der Eindruck einer Katze wird dadurch sehr verstärkt - so als ob Batman jeden Moment einem Typ ins Genick springen will."

"Ich staunte nicht schlecht, wieviel Angst und Schrecken er verbreitet und wie sehr er sich dadurch verändert", sagt auch Gary Oldman über Bale im Bat-Anzug. "Das ist äußerst irritierend."

"Allen lief es kalt den Rücken hinunter, wenn Christian im Bat-Anzug erschien", fasst Nolan zusammen. "Er löste einen erstaunlichen Schockeffekt aus. Das ging uns durch Mark und Bein."

Zum Teil regt Batman die Fantasie auch deswegen an, weil er ein Superheld ohne Superkräfte ist. Er ist ein normaler Mensch, der das Unrecht ausmerzen will. Um also dem allgegenwärtigen Bösen, das er überwinden muss, die Stirn bieten zu können, rüstet er sich mit einem Arsenal neuartiger Hilfsmittel und Waffen aus.

Nolan legt großen Wert darauf, dass jede Einzelheit in Batmans Ausrüstung von nachvollziehbar praktischem Nutzen ist. Im Film tüftelt Bruce Wayne seine Hilfsmittel selbst aus, er färbt seinen Anzug mit Sprühfarbe schwarz und schleift sich seine eigenen Batarangs zurecht. So erleben wir mit, wie sein Arsenal entsteht, angefangen mit groben Hilfsmitteln, die Stück für Stück weiterentwickelt werden, bis er bereit ist, seinen Kreuzzug zu beginnen.

Sein Mehrzweckgürtel war ursprünglich der Prototyp einer Bergsteigerausrüstung von Wayne Enterprises - Bruce Wayne modifiziert sie, indem er die Schulterriemen entfernt, aber die praktische Gleitvorrichtung des Gürtels beibehält. Weil Batman sich geschworen hat, bei seinem Kampf für das Recht Menschenleben zu schonen, sind all die Vorrichtungen in dem Mehrzweckgurt als nicht tödliche Abwehrwaffen konzipiert. Der Gurt ist gegen Missbrauch geschützt: Er zerstört sich selbst, wenn jemand anderer als Batman ihn benutzen will.

Der Mehrzweckgurt enthält eine Schussvorrichtung für einen magnetischen Enterhaken und einen Monofilament-Strick zum schnellen Abseilen; ein biegsames Glasfiberoptik-Periskop, mit dem Batman um Ecken schauen kann; und Batarangs - Waffen mit rasierklingenscharfen Kanten, die sich im Stil der Martial Arts schleudern lassen, so dass ihre scharfen Spitzen in das Ziel eindringen, oder auch im Stil eines Bumerangs (Batmans Handschuhe sind durch ihren Kevlar-Panzer so geschützt, dass die zurückkehrende Waffe seine Finger nicht verletzt). Hinzu kommen Ninja-Stachel, die sich auf Batmans Hände und Füße aufsetzen lassen und ihm so erlauben, glatte Wände zu erklimmen; Mini-Minen und Sprengstoff; ein winziges Handy mit verschlüsseltem Signal; und eine medizinische Grundausrüstung mit Gegenmitteln zu verschiedenen Nervengiften und Toxinen.

Zu Batmans wichtigsten Hilfsmitteln zählen auch seine muschelförmigen Messing-Handschuhaufsätze am Unterarm, die wie der Rest des Bat-Anzugs matt-schwarz gefärbt sind und dem Dunklen Ritter beim Klettern helfen, aber auch als Schild zur Abwehr von Schwerthieben dienen, die er ohne Verletzungsgefahr parieren kann. Außerdem kann Batman in seinem Stiefelabsatz ein akustisches Signal aktivieren, um Fledermausschwärme herbeizurufen, die ihn entweder schützen oder heillose Verwirrung stiften sollen.



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