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Über die Produktion: Die Dreharbeiten


 

Die Dreharbeiten

Drehstart zu "Batman Begins" war im März 2004. Im Laufe von 129 Drehtagen entstanden Aufnahmen an Drehorten in Island, Chicago und London sowie in den berühmten britischen Shepperton Studios und in Cardington, einem ehemaligen Luftschiff-Hangar, der für die Dreharbeiten in eine gigantische Studiohalle umgerüstet wurde. Die letzte Klappe fiel im September.

Ein Grund für die langen Dreharbeiten war die Entscheidung von Regisseur Christopher Nolan, auf einen Regisseur des 2. Drehteams zu verzichten. Bei diesem sonst üblichen Vorgehen werden bestimmte Action- und Landschaftsaufnahmen von einem Teammitarbeiter inszeniert, während sich der Regisseur gleichzeitig auf die Aufnahmen mit den Schauspielern konzentriert. Weil Nolan auf jedes kleine Detail persönlich achtet, sind alle Einstellungen seines Films wie aus einem Guss. Jeder Aspekt der ehrgeizigen Produktion wird von seinem realistischen Anspruch geprägt, von der Ausstattung bis zu den Stunts und Spezialeffekten. "In gewisser Weise wird die Arbeit durch Chris' Realismus-Maxime schwieriger, aber bestimmte Aspekte werden dadurch auch erleichtert", sagt Produzent Larry Franco. "Die eigentlichen Dreharbeiten gestalten sich dadurch komplizierter, und das ist immer die schwierigste Phase des Filmemachens, weil es mörderisch anstrengt, vor allem, weil wir die Szenen tatsächlich mit der Kamera drehen wollen und Computerbilder möglichst wenig einsetzen. Aber unterm Strich ist es doch einfacher, weil wir nicht versuchen, Bilder aus dem Nichts zu erschaffen. Wir sind nicht gezwungen, etwas zusammenzuschustern, was vor der Kamera so gar nicht zu sehen war."

Bei der Erschaffung von Bruce Waynes und Batmans Welt setzten die Filmemacher also tatsächliche Schauplätze und Sets in Studiohallen ein, die sie mit Miniatur-Aufnahmen und einem Minimum an im Computer entstandenen Effekten kombinierten.

"In diesem Film kommen eine Menge Miniaturmodelle zum Einsatz, die mit Computereffekten nichts zu tun haben", sagt Produktionsdesigner Nathan Crowley. Er meint damit Set-Modelle in kleinerem Maßstab, die die zahlreichen Schauplätze der Geschichte ergänzen und die dynamische Gestaltung der Optik erleichtern. "Wir gingen in jedem Fall von existierenden Gebäuden aus, ob an einem Originalschauplatz, im Studio oder als Miniaturmodell. Und diese wurden dann durch visuelle Effekte veredelt. Denn die Realität kann man einfach nicht übertreffen - nichts kommt ihr gleich."

"Das höchste Ziel im Bereich Visuelle Effekte ist es ja, Bilder zu erzeugen, die echt wirken. Und man kann das gar nicht besser machen als durch das Filmen real inszenierter Szenen", fügt der für die visuellen Effekte verantwortliche Dan Glass hinzu.

Die Dreharbeiten begannen oben auf dem Vatnajokull-Gletscher im Südosten Islands. (Er ist der größte europäische Gletscher und bedeckt ein Zehntel der gesamten isländischen Landmasse.) "Wir hatten großes Glück, diesen Drehort aufzuspüren, denn in der einen Richtung kann man das Meer sehen, und wenn man sich umdreht, sieht es so aus, als ob man auf einem 6000er-Berggipfel steht", sagt Franco. Die unwegsame Felslandschaft Islands eignet sich hervorragend für die Drehbuchvorgaben der rauen Schauplätze im Himalaya. Dort findet auch Bruce Waynes zermürbender Schwertkampf mit seinem Mentor Ducard auf einem zugefrorenen See statt, dort rutschen sie Hals über Kopf einen eisbedeckten Berghang hinunter. Dort steht auch ein kleines Dorf, das Crowley mit seinem Ausstattungsteam auf den Berg baute. Und schließlich befindet sich dort das gigantische Eingangstor zu dem Kloster, in dem die geheimnisvolle Schattenliga ihre Mitglieder ausbildet.

"Ich habe die Dreharbeiten in Island sehr genossen", sagt Neeson. "Ein seltsames Erlebnis, diese Welt, in der kein Baum zu sehen, kein Vogel zu hören ist. Eine wundervolle Einöde à la Beckett."

Weil nur eine einzige schmale Straße durchs Land führt, musste das Bauteam zunächst eine Zufahrtsstraße zum vereisten See und den Schauplätzen für das Dorf und das Klostertor bauen. (Für die Bilder mit dem gesamten Kloster verwendete man ein Miniaturmodell. Nur den Eingang baute man in Originalgröße, um Bruce Waynes Ankunft im Kloster zu filmen.)

"In den Szenen, die auf Island gedreht wurden, ist auch ein heulender Sturm zu sehen", sagt Produzent Charles Roven. "Der Sturm ist echt, die Bilder stammen nicht aus dem Computer. Wir drehten bei 120 Stundenkilometer Windgeschwindigkeit. Einige Teammitglieder wurden buchstäblich umgeweht. Aber wenn Chris am Ruder ist, stehen die Kameras nie still."

"Island war ein wunderbarer Einstand für die Produktion", sagt Nolan. "Am ersten Drehtag drehten wir auf einem zugefrorenen See - es geht um den Schwertkampf zwischen Bruce Wayne und Ducard, und das Eis knackte wirklich so, wie es im Film wirken soll, also äußerst beunruhigend: Schon der Anfang des Drehs war reichlich extrem."

"Batman Begins" schildert Bruce Waynes Weltreise, auf der er nach Möglichkeiten sucht, um Gotham City vom Bösen zu befreien. Damit zeigt dieser Film erstmals auch Szenen, die nicht in Gotham City spielen. "Wir erleben, was die Menschen in aller Welt von Gotham halten, wir stellen sie also auf eine Stufe mit anderen Großstädten wie London, New York oder Paris", sagt Nolan.

Nolan bezeichnet seine Darstellung Gothams als "ein übertriebenes heutiges New York, eine überwältigende Metropole, die uns so sehr vereinnahmt, dass sie praktisch grenzenlos erscheint."

"Wir wollen den Zuschauern das Gefühl vermitteln, dass Gotham ihnen sehr vertraut ist, obwohl dort viele Gefahren lauern", fügt Crowley hinzu.

Nolan nennt sein Gotham-Konzept "New York in Würfelform". Um dem gerecht zu werden, setzten die Filmemacher nach Möglichkeit tatsächliche Schauplätze ein, um sie dann mit den von Crowley entworfenen Sets zu kombinieren. In der Endfertigung kamen dann noch Einstellungen mit visuellen Effekten hinzu, die Gesamtansichten der Stadt zeigen.

Chicago diente dabei nicht nur als Basis für das Gotham-Design, hier entstanden auch die Außenaufnahmen in der fiktiven Stadt, vor allem die spektakuläre Verfolgungsjagd, in der das Batmobil durch ein minutiös choreografiertes Ballett aus Straßenverkehr und kollidierenden Polizeiwagen rast. Die Verfolgungsjagdszenen entstanden vor allem auf dem Lower Wacker Drive im "Loop"-Viertel der Stadt direkt südlich des Chicago River. Den Amstutz Highway in Chicago, ein drei Kilometer langes Autobahnstück, das nie fertiggestellt wurde und nicht an den Straßenverkehr angeschlossen ist, verwendete man für Teile der Verfolgungsjagd, die auf der Autobahn durch Gotham spielen.

"Die Zusammenarbeit mit den Chicagoer Behörden gestaltete sich besser, als es je ein Filmteam in einer Großstadt erlebt hat", sagt Franco. "Wir haben ganze Viertel abgesperrt und wirklich außergewöhnliche Einstellungen mit dem Batmobil aus dem Helikopter gefilmt, während die Polizeiwagen auf der Straße nur so über andere Wagen purzeln."

Bei besonders schwierigen Abschnitten der Verfolgungsjagd kamen Miniatursets zum Einsatz. Der größte Set dient einer Sequenz, in der das Batmobil über mehrere Dächer springt und dabei alles unter sich zermalmt. "Das Set mit den Miniatur-Dächern bauten wir im Maßstab 1:3, es hat etwa die Ausmaße von 30 x 50 Metern", berichtet Glass. "Wenn man mit derart riesigen Modellen arbeitet, verhalten sich die Objekte weitgehend so wie in der Realität. Wenn der Wagen also über ein gefliestes Dach rast, zerbersten und fallen die Fliesen genau so, wie man es in der Realität erwarten würde. Das erlaubt uns, die Sequenz praktisch so wie eine Action-Sequenz in normaler Größe zu inszenieren."

(Genauere Informationen über die Batmobil-Verfolgungsjagd finden Sie im "Batmobil"-Kapitel auf den vorigen Seiten.)

Die meisten für den Film gebauten Gotham-City-Außensets entstanden in Cardington, einem ehemaligen Luftschiff-Hangar etwa eine Stunde nördlich von London. ("Batman Begins" war der erste Spielfilm, bei dem Cardington als Studio benutzt wurde. Jede übliche Studiohalle wirkt winzig im Vergleich zu dem gewaltigen Hangar Nr. 2 in Cardington: Er ist 247 Meter lang und an seinem Scheitelpunkt 55 Meter hoch. (Eine normale Studiohalle ist nicht höher als 14 Meter.) Die Grundfläche entspricht 16 Schwimmbecken nach olympischem Standard, und in dem riesigen Raum könnte man 8338 Londoner Doppeldecker-Busse stapeln.

"Durch die Dreharbeiten in Cardington erreichten wir einen Realismus und eine Größenordnung, die in einem normalen Studio unmöglich gewesen wären", sagt Produzentin Emma Thomas. "Wir hatten den Arbeitsbereich jederzeit voll unter Kontrolle, konnten also Stunts mit Bränden oder Stürze aus großer Höhe inszenieren, ohne vom Wind und anderen Wetter-Unwägbarkeiten abhängig zu sein. Außerdem konnten wir in dieser außergewöhnlichen Halle auch viele Nachtaufnahmen am Tag drehen."

In Cardington entstand auch Crowleys Narrows-Set: ein heruntergekommenes und verrufenes Slum-Viertel, das auf einer Insel mitten in Gotham liegt und mit der Stadt durch etliche Brücken verbunden ist. Als Vorbild dienten Roosevelt Island in New York, die Autobahnen von Tokio und das alte Kowloon City in Hongkong. Crowleys Viertel ist klaustrophobisch eng mitten in der Stadt eingekeilt und wirkt so, "als ob die New Yorker Fifth Avenue eine Autobahn wäre."

"Ich bin sehr zufrieden mit dem, was wir in Bezug auf die Beleuchtung der Narrows erreicht haben", sagt Kameramann Wally Pfister, der dem Film eine möglichst düstere, unheimliche Atmosphäre geben wollte. "Das Viertel sieht wirklich wie eine echte Stadt bei Nacht aus, und dabei haben wir jede Lampe selbst installiert."

In den Narrows befindet sich das Arkham-Sanatorium, jene berüchtigte Anstalt für kriminelle Irre, die Dr. Jonathan Crane leitet. "Ich war überwältigt", berichtet Cillian Murphy über seinen ersten Eindruck von Crowleys überzeugendem Set. "Als ich hereinkam, begeisterten und erschreckten mich die riesigen Ausmaße gleichermaßen."

Die Filmemacher ergänzten Crowleys Arkham-Set durch Aufnahmen an etlichen realen Schauplätzen bei London, um "eine wunderbare neogotische Atmosphäre zu schaffen, eine traumhaft düstere und komplexe Architektur, wie sie Batman und seiner Welt entspricht", sagt Nolan. Außerdem fungierte die Franklin Street Bridge in Chicago als die letzte hochgefahrene Brücke in einer spannenden Sequenz, in der die Insassen von Arkham aus der Anstalt ausbrechen und das Narrows-Viertel verwüsten.

Die Innen- und Außenaufnahmen der Wayne-Villa entstanden vor allem auf dem britischen Anwesen Mentmore Towers, das die Rothschilds um 1850 etwa 90 Minuten nördlich von London errichteten. Die Schlafzimmer und der Korridor der Wayne-Villa wurden in den Shepperton Studios nachgebaut.

"Was die Wayne-Villa angeht, wollten wir dem Publikum einen ganz neuen Blick auf den Reichtum der Waynes ermöglichen", sagt Nolan. "Wir haben bewusst die Bilder vermieden, die die Zuschauer üblicherweise als typisch für den Geldadel zu sehen bekommen, also die klassische Holztäfelung und die Ritterrüstungen. Aussehen und Atmosphäre der Wayne-Villa sind diesmal ein wenig anders ausgerichtet."

Wie der kleine Bruce Wayne mit Schrecken feststellen muss, befindet sich unter der Wayne-Villa ein ausgedehntes Höhlensystem mit einem spektakulären Wasserfall. Hier hausen Legionen von Fledermäusen. Diese benutzt Nolan, um Bruce Waynes allmähliche Entwicklung seiner technischen Ausrüstung und deren wachsenden Funktionalität zu demonstrieren - hier entsteht im Laufe der Zeit die Bat-Höhle.

"Die Bat-Höhle erschien früher als eine sehr aufwändige und völlig unwahrscheinliche Konstruktion", sagt Nolan. "In 'Batman Begins' zeigen wir eine feuchte und verdreckte Höhle voller Fledermäuse, und wir erleben mit, wie Bruce Wayne dort Kabel und Gerüste installiert, die Beleuchtung montiert und seine Ausrüstung anschleppt: Die Welt der Bat-Höhle, die er später nutzen wird, muss er also erstmal einrichten."

Crowleys Bat-Höhlen-Ambiente entstand als Set in Shepperton. Die Bat-Höhle ist etwa 75 Meter lang, 35 Meter breit und 12 Meter hoch. Von 24 Wasserpumpen gespeist fließen 54.600 Liter Wasser pro Minute durch den Set - so entstehen der Wasserfall, der Fluss und die tropfnassen Höhlenwände. "Es war ein völlig surreales Gefühl, über den Set zu gehen, den ich zuvor nur als winziges Modell kannte - ich hatte mich in meiner Garage immer davor hingehockt, um hineinzuschauen", sagt Nolan.

"Mir gingen die Augen über, als ich das Modell sah, und ich merkte sofort, dass ich tief in meine Trickkiste greifen musste, um diese Höhle auszuleuchten", gibt Pfister zu. "Ich finde, dass wir darin wirklich die Atmosphäre einer echten Höhle eingefangen haben, sie besteht aus wunderbar glänzenden, glitzernden Felsen."

Die für die visuellen Effekte verantwortlichen Dan Glass und Janek Sirrs schufen mit ihrem Team die meisten der nächtlichen Bewohner der Bat-Höhle mithilfe des Computers. "Man kann Fledermäuse nur begrenzt dressieren, und größere Mengen von ihnen kann man nicht effektiv dirigieren. Als haben wir jede Menge digitaler Fledermäuse geschaffen", sagt er. "Eine gefriergetrocknete Fledermaus auf einem Stock diente uns während der Dreharbeiten als Vorbild: Wie diese Fledermaus in dieser Umgebung mit der entsprechenden Beleuchtung aussah, konnten wir dann auf den digitalen Schwarm übertragen."

Es dürfte das Publikum überraschen, dass die Szene, in der Batman mithilfe seines aufgespannten High-Tech-Capes über Gotham "fliegt", im Studio ohne die Hilfe von Computereffekten gedreht wurde. "Wir haben die Greenscreen überhaupt nicht eingesetzt", berichtet Pfister. "Die Flugsequenz entstand mit echten Drahtseilen und echten Kameras. Wir hängten eine Kamera an ein Seil und flogen mit Batman 250 Meter durch die Halle. Damit bringen wir Chris' Filmemacherphilosophie auf den Punkt: 'Wir drehen das echt.'"

"Der kniffligste Aspekt bei diesem Film war der ungeheure Aufwand", sagt Nolan. "Wir erzählen eine gewaltige Geschichte im größtmöglichen Maßstab, weil nur er Batman gerecht wird - und er hat diese Mühe verdient."

Laut Franco "beeindruckt mich an Chris vor allem, dass er schon als so junger Mann ein derart reifer Filmemacher ist. Instinktiv weiß er, was er will und - was letztlich noch viel wichtiger ist - wie er das erreichen kann."

"Chris hat zwar sehr konkrete Vorstellungen", sagt Roven. "Aber dennoch lädt er jedermann ein, eigene Ideen, Gedanken und Standpunkte einzubringen - wer sich mit ihm austauscht, auf den geht er auch ein."

"Ich arbeite gern mit Regisseuren wie Chris, die das Gespräch suchen und zuhören können", sagt Morgan Freeman. "Er erinnert mich an Spielberg - ihm fällt das Inszenieren sehr leicht."

"Darin ähnelt er allen großen Regisseuren", sagt Michael Caine über Nolan. "Was er vorhat, kann er in einem Satz auf den Punkt bringen, und er hat immer Recht. Er ist sehr locker, schaut aber ganz genau zu. Wie eine sehr relaxte Rasierklinge."



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