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Am 27. August erscheint 'Batman: Under the Red Hood' auf DVD.
 
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Batman Begins · Unsere Review...

Batman Begins X-TRA
"...to fight injustice... to turn fear against those who prey on the fearfull..." (Bruce Wayne)

Auch wenn Christian Bale der Meinung ist, bisher noch keinen erfolgreichen Film gedreht zu haben, "Batman Begins" wird ihn Lügen strafen. Mit Sicherheit wird die Comicverfilmung einer der erfolgreichsten Streifen des Jahres 2005, soviel dürfte jetzt schon feststehen. Denn "Batman Begins" hat alle Zutaten, die gutes Kino verlangt: Action, Dramatik, ein wenig Humor, ein bissel was fürs Herz und einen genialen Score. Aber wird auch der eingefleischte Batman-Fan (endlich) zufriedengestellt? Mit Sicherheit mehr als bei den bisherigen Filmen.

Die Story weiß, auch wenn sie einige Abweichungen zu den Comics und marginale logische Fehler enthält, durchaus zu überzeugen. Die in Rückblenden erzählte Entwicklung des kleinen Bruce vom glücklich behüteten Kind zum von schrecklichen Ängsten geplagten, durch den Mord an seinen Eltern traumatisierten Waisen, beeindruckend gespielt von Gus Lewis, geht zu Herzen.

Seine Erkenntnis, daß der Wunsch und das Bedürfnis, Rache zu nehmen, nicht ausreicht, um seine Welt wieder in Ordnung zu bringen, führt den jungen Bruce auf eine Reise, auf der er lernt, was Kriminalität tatsächlich bedeutet. In Ra's al Ghuls Liga der Schatten hofft er, zu einem Instrument der Gerechtigkeit zu werden, muß aber letztendlich erkennen, daß dieses Wort für jeden Menschen eine andere Bedeutung hat.

Und so kehrt er zurück nach Gotham City, dem von der einst strahlenden Schönheit vergangener Zeiten nicht mehr viel anzusehen ist, um in seiner Stadt der Kriminalität und Korruption den Kampf anzusagen. Die sozialkritischen Aspekte im Bezug auf Gotham vermitteln ganz ohne erhobenen Zeigefinger nur eine Botschaft: Richte die Ökologie einer Stadt zugrunde und du richtest die Menschen zugrunde. Die Folgen mußte Bruce als Kind am eigenen Leib erfahren.

Christian BaleChristian Bale ist phänomenal. Er ist Bruce Wayne und er ist Batman. Den rebellischen, haßerfüllten jungen Mann nimmt man ihm genau so ab wie, nach seiner Rückkehr, den charmanten, leichtlebigen Playboy, der die High Society Gothams mit seinem Auftreten auch mal vor den Kopf stößt. Als Batman ist er atemberaubend. Ob seine Stimme elektronisch verstärkt wurde, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, doch auf jeden Fall ist das Verhör des korrupten Flass eines der Highlights des Films: So und nicht anders wurde es vor meinen Augen lebendig, wenn sich Batman in den Comics einen Schurken intensiv zur Brust nimmt, um Antworten zu bekommen.

Von den im Vorfeld vieldiskutierten Falten des Batsuits bekam man nicht allzuviel mit, der Anzug sah an Bale einfach nur gut aus, und macht, wenn man ehrlich ist, auch dank der Kugelsicherheit wesentlich mehr Sinn als das bißchen Stoff, das Batman in den Comics trägt. Möglicherweise fiel der Anzug aber auch nicht negativ auf, weil die Kampfszenen, für meinen Geschmack, ein wenig zu schnell geschnitten waren und man durch die Nahaufnahmen und die rasante Choreographie fast keine Details erkennen konnte. Schade, ich hatte mich besonders darauf gefreut, Batman ausgiebigst im Keysi-Stil kämpfen zu sehen. Die Art und Weise, wie er als gerade noch sichtbarer Schatten nach und nach seine Gegner in Panik versetzt und dezimiert, ist allerdings sehr genial umgesetzt.

Einen Minuspunkt bekommt die Maske: Da Bale die Angewohnheit hat, bei manchen Wörtern den Mund sehr in die Breite zu ziehen und sich wohl auch durch seine heisere Sprechweise zusätzlich anstrengen mußte, kombinierte das beim Reden nicht immer mit dem Gesichtsausschnitt der Maske.

Sir Michael Caine gleicht zwar äußerlich überhaupt nicht der Comicvorlage des Butlers Alfred, stimmt jedoch in der Darstellung völlig damit überein. Er ist nicht der Typ, der Batman ein Sandwich für unterwegs einpackt, sondern einer, der, auch wenn er seinen Zögling von ganzem Herzen liebt, kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn er der Ansicht ist, daß Bruce' Verhalten zu Wünschen übrig läßt. Typisch britisch und staubtrocken kommentiert er das eine oder andere Geschehen auf humorige Art und Weise. Diesen Alfred muß man in sein Herz schließen.

Auch Henri Ducard, dargestellt von Liam Neeson, bringt Bruce Wayne ein erhebliches Maß an Zuneigung entgegen und lehrt ihn nicht nur, sich seinen Ängsten zu stellen und zu überwinden, sondern auch die Kampfkunst in ihrer höchsten Form. Neeson spielt seine Rolle mit einer gewissen Trauer und Desillusioniertheit, so daß man sich nicht vorstellen mag, in welche Abgründe dieser Charakter schon blicken mußte.

Aufnahmeritus in die Liga der Schatten

Als Dr. Jonathan Crane wirkte Cillian Murphy wie einer, der kein Wässerchen trüben kann und mit einem liebenswürdigen Lächeln durch die Welt geht. Doch je weiter die Geschichte fortschreitet, desto mehr läßt Murphy die Liebenswürdigkeit verschwinden und zeigt das Lächeln des Irren, der Scarecrow nun mal ist. Die mit viel Spannung erwartete "Stage 2"-Maske jedoch, die den Zuschauern durch die Augen der unter Einfluß des Angstgases stehenden Personen gezeigt wird, ist ein wenig entäuschend. Das mag durchaus in der Altersfreigabe FSK12 (oder PG 13 in den USA) begründet sein, für mich hat die Maske dennoch eher einen Ekel- denn einen Horroreffekt.

Auch wenn Katie Holmes' Part der Rachel Dawes von vielen als überflüssig betrachtet wird, ist dieser Charakter ein wichtiger Bestandteil der Story. Nicht wegen der unglücklichen Liebesgeschichte, sondern weil Rachel diejenige ist, die den Maßstab an Bruce' Handlungen anlegt. Sie macht ihm klar, daß es nicht darauf ankommt, was ein Mann sagt, sondern darauf, was er tut. Zwar wirkt Katie Holmes ein wenig ungewohnt in der Rolle der couragierten und ambitionierten Staatsanwältin, allerdings fällt mir auf Anhieb keine Schauspielerin ein, die es hätte besser machen können.

James Gordon ist einer von den guten Cops und so wird er von Gary Oldman auch dargestellt. Integer und nicht dazu bereit, sich selber in den Sumpf aus Korruption zu versenken, ist er für Batman der einzige Verbündete. Dennoch läßt sich schon ahnen, daß er mal zu dem Commissioner wird, der Batman zwar freundschaftlich zugetan ist, aber dennoch darauf achtet, daß seine Prinzipien und Grundsätze von Recht und Ordnung eingehalten werden. Lustig wird es, als Gordon seinen Kampf mit der Technik des Batmobils führt: Man bekommt beim Beobachten seiner Anstrengungen fast selber einen Schweißausbruch.

Ken Watanabe, der Bruce Wayne und dem Publikum als Ra's al Ghul vorgestellt wurde, hat zwar nur eine kleine Rolle, füllt diese aber voll und ganz aus, ebenso wie Morgan Freeman, dem sein Part als Lucius Fox zwar nicht viel mehr Können als ein ständiges Augenzwinkern abverlangte, dem man aber sofort Sympathie entgegenbrachte. Eine weitere eher kleine aber doch sehr feine Rolle spielt Tom Wilkinson als Gangsterboss Carmine Falcone. Er ist der ungekrönte König der Stadt, der Herr über Leben und Tod. Einer, der in seiner Überheblichkeit alle anderen unterschätzt und dafür schließlich die Rechnung präsentiert bekommt. Ein besonderer Hingucker ist auf jeden Fall auch Tim Booth als Victor Zsasz in einer Nahaufnahme.

Über den gesamten Cast ließe sich noch viel schreiben, doch würde das an dieser Stelle schlicht und ergreifend den Rahmen sprengen. Selbst für die noch so kleinste Rolle wurden wunderbare Schauspieler verpflichtet, deren Können dem Film eine ganz besondere Note verleiht, bei dem die Chemie einfach stimmte.

Eine nicht unerhebliche Rolle spielt auch das neue Batmobil. Die Verfolgungsjagd, die sich Batman mit den hoffentlich angeschnallten Polizisten liefert, ist spektakulär und selbst die Zuschauer, die mehr am althergebrachten hängen, werden zugeben müssen, daß der Tumbler etwas ganz besonderes ist.

Batman

Auch wenn es vielleicht einige Fans geben wird, die unzufrieden mit dem Film sind, mir persönlich hat "Batman Begins" überaus gut gefallen und ich werde ihn mir mit Sicherheit, diesmal in der deutschen Fassung, nochmals anschauen, da die Fülle, die man als Zuschauer in den zwei Stunden geboten bekommt, einfach zu groß ist, um sie auf einmal zu verarbeiten. Dennoch hätte der Film gerne bei der einen oder anderen Gelegenheit ein wenig ausführlicher und damit noch länger sein dürfen und ich hoffe sehr, daß dies bei der DVD-Veröffentlichung der Fall sein wird. Das Ziel, die Fans das Fiasko der letzten Batman-Filme vergessen zu lassen, haben Regisseur Christopher Nolan und Autor David Goyer bestimmt erreicht: "Batman Begins" ist endlich eine Comicverfilmung, die dem Dunklen Ritter gerecht wird. Dafür danke!

[Luise]



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