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Batman Begins - Setreport: Interview mit Christian Bale


 

Interview mit Christian Bale

BatmanEs dauert einen Moment, fast genauso lange, wie es dauert bis der Mann Platz genommen hat, bis mir bewusst wird, dass dies Batman selbst ist - DER BATMAN!

Wie vorherzusehen war, wurde als erstes gefragt, wie er Teil des Projekts wurde. "Ich bin nicht unbedingt jemand, der aus comicliebenden Verhältnissen stammt," sagt Bale. "Ich besitze kein großen Wissen darüber, also war mein erster Gedanke zu Batman 'Warum?' Warum würde er sich so anziehen? Das ist lächerlich. Das muß entweder eine Verulkung wie bei der TV-Serie werden oder es muß irgendwas anderes sein, das ich vorher nicht sah. Ich persönlich empfand nach dem vollständigen Anlegen des Kostüms, dass man sich wie eine Kreatur fühlt. Ich fühlte mich nicht mehr so menschlich. Ich mochte das Gefühl und spürte, das es für die Art, wie ich es spielen wollte, notwendig war."

Bale fährt fort: "Es hat mich nicht sonderlich interessiert, bis mir ein Freund, der ein großer Comicfan ist, 'Arkham Asylum' auslieh. Ich hatte so etwas nicht erwartet, als jemand der mit Comics nicht vertraut ist, war es wirklich sehr ungewöhnlich für mich."

Das Comicbuch von Grant Morrision und Dave McKean war erst der Anfang für das Interesse des Schauspielers am Dunklen Ritter. "Ich schaute mir 'Year One' von Frank Miller und 'The Long Halloween' an und sah, dass sie grandios waren. Ich hatte vorher nicht erkannt, dass er selbst interessant ist, ich denke, vorher sah ich nur, dass die Schurken in Batman immer faszinierend waren und plötzlich lese ich dies und es war so, als wäre er der interessanteste von allen (Comic-Charakteren)."

Bales Intresse an der Darstellung des maskierten Rächers auf der Leinwand entstand lange bevor Chris Nolan mit dem Projekt in Berührung kam. "Zunächst hörte ich die Gerüchte darüber, dass man einen Low Budget Batman machen wollte [die Darren Aronofsky/Frank Miller Verfilmung], die sehr düster werden sollte. Ich dachte mir 'Ja, das klingt echt interessant', also rief ich meine Agenten an und sagte 'Könnt Ihr etwas darüber herausfinden'. Dann hörte ich, dass sie einen großen Film machen und ich dachte ziemlich 'Ugh', das ist eigentlich nicht der, der mich interessiert", erzählt Bale. Und weiter: "Dann hörte ich wieder, dass Chris Nolan die Regie übernimmt, was alles änderte. Ich hatte nicht geahnt, dass sie in diese Richtung gehen wollten. Ich traf mich mit Chris, sprach mit ihm und dachte nur 'Ja, das ist genau der Richtige, um das zu machen.'"

Bruce Wayne (Christian Bale)Bale beschreibt, was erzählt wird und was er von dem psychologischen Hintergrund des Charakters hält. "In unserer Geschichte sind es die frühen Tage. Man sieht ihn als sehr jungen Knaben, man sieht ihn mit 22 und dann sieht man ihn wieder mit 29/30 Jahren. Er war sehr darauf aus, Rache zu nehmen, darauf, das Versprechen, das er seinen Eltern gegeben hatte, zu erfüllen, aber ganz speziell glaube ich, dass er dachte, es sei eine kurzfristige Angelegenheit, etwas, das er einfach so erledigen könnte. In jungen Jahren wollte er anfangs nur Rache an der Person nehmen, die seine Eltern tötete, aber das verlief nicht nach Plan und er hatte kein anderes Leben, das er führen konnte. Also verschwindet er in dieser Geschichte auf eine Reise. Nach meiner Ansicht hat er nicht begriffen, dass es eine andauernde Sache ist. Er denkt 'Ich kann das erledigen und danach mein Leben fortführen.' Dann hört es einfach auf, ihn zu verzehren und aufzusaugen und etwas zu sein, das er nicht vermeiden kann, aber das ist auch nicht das gesündeste Bestreben."

Bale erklärt weiter, was für eine große Herausforderung es war, sich auf den Film vorzubereiten. "Ich beendete 'The Machinist' im Juli (2003) und begann mit diesem Ende Februar. Ich hatte ein Menge zu arbeiten, es ist eine dieser Rollen, für die man in sichtlich guter Form sein muss, aber ich brauchte es auch für die Dreharbeiten, um zwölf Stunden pro Tag mit dem Suit klar zu kommen."

Wie also schaffte es Bale auf sein Gewicht zurück? "Essen wie ein Verrückter, versuchen Pfund für Pfund zuzunehmen, und tatsächlich bekam ich Übergewicht. Als ich damals ankam, schaute mich Chris schockiert an und sagte, ich sähe aus wie eine Art Grizzly Bär, denn ich kam mit langen Haaren und einem Bart an und füllte den Hausflur aus. Vom letzten Drehtag von 'The Machinist' bis zu meiner Ankunft im Januar in England, nahm ich genau 45 Kilo zu. Es war nicht sehr gesund. Ich konnte viel Gewicht stämmen, aber hätte ich durch den Raum rennen müssen, wäre ich zu erschöpft gewesen."

Der Einsatz des Schauspieler für die Rolle wurde am deutlichsten, als er über das Training sprach, das er zu überstehen hatte. "Ich war darauf vorbereitet, wesentlich mehr Stunts zu machen, als sie mich je hätten machen lassen. Wir probten sehr häufig die Seil-Arbeit, bevor wir mit dem Drehen begannen, und ich denke, sie bekamen kalte Füße, nachdem der Stuntman eines Tages am Seil runterkam und geradewegs auf seinem Gesicht landete, und ab diesem Zeitpunkt dachten sie 'Laßt uns mal drüber nachdenken, wieviel wir Christian machen lassen.' Trotz aller Begeisterung der Welt habe ich also nicht alles gemacht, was ich kann und was ich während der Vorbereitung lernte."
Bale erkärt die Kampftechniken, auf die er sich vorbereiten musste. "Buster (Reeves), der Stuntman, hat uns in diese wirklich großartige Kampfkunst namens Keysi eingewiesen, die sehr einzigartig aussieht und ein sehr brutaler Kampfstil ist und sich wirklich gut mit dem Batsuit vereinbaren läßt. Es ist sehr wild, sehr stürmisch und ich mußte das erlernen. Wir haben eine Menge verschiedener Kampf-Sequenzen und ich lernte jede einzelne Kampfsequenz, die im Film vorkommt. Buster und ich hingen förmlich aneinander, aber ich mußte die ganze Sache auch selber machen. Es kam nie vor, dass ich mich nur zurücklehnte und sagte, ich komme wieder nachdem ich einen Kaffee hatte. Nach einiger Zeit gelang es mir, sie zu überreden, mich von einem Dach springen zu lassen. Wir waren außerhalb von Chicago und im sechsten Stock und sie ließen mich von einem Dach auf das nächste Dach springen, aber es sieht eher so aus, als würde ich einen echten Sturzflug machen."

Batman/RachelEins der großartigen Dinge beim Spielen von Batman ist der Coolness-Faktor und die "Spielsachen", die man bekommt, insbesondere das Batmbobil. "Ich war nie wirklich an Autos interessiert und mir wurde auch klar, warum, nachdem ich im Batmobil saß. Das ist schon etwas anderes, in einem Auto zu sitzen, wo man sehen kann, wie alles funktioniert. Das war faszinierend. Normalerweise, wenn es ein schönes Auto ist, hat es schöne Sitzbezüge, weshalb man sehr penibel sein muß, und es kommt vom Fließband, daher ist es unpersönlich. Der Lärm ist unglaublich. Es ist, als würde Ozzy Osbourne dir ins Ohr schreien. Ich schrie einmal beim Fahren und ich konnte mich selbst nicht hören. Es ist ein fantastisches Auto und ich bewundere die Jungs, die es fertigbrachten, so etwas zu entwerfen."

Sogar als er der Herausforderung gegenüberstand, durch mehrere Kilo von Gummi hindurch zu spielen, hät Bale, professionell wie er ist, die Ohren steif. "Ich lästere jetzt nicht über den Anzug. Es gibt einen Spruch von mir auf dem Rücken der T-Shirts von einigen Leuten (Die Kostümabteilung erlaubte sich den Scherz) der heißt 'Es ist heiß, dunkel und schweißtreibend und ich bekomme Kopfschmerzen', was natürlich stimmt, aber es gibt nichts unangenehmeres, als Schauspieler, die sich über ihre Arbeit beschweren. Um Gottes Willen, ich spiele Batman. Das ist einfach fantastisch und ich werde mich nicht über ein wenig Schwitzen beklagen. Und zudem haben sie es im Vergleich zu dem aus dem ersten Film so sehr verändert, so dass, auch wenn es für mich nicht gerade das bequemste Outfit ist, ich doch weiß, dass es andere schwerer hatten."

Noch besser, Bale konnte die Isolation durch das Tragen des Anzugs zu seinem Vorteil nutzen. "Ich fühlte mich am ersten Tag wie ein Panther. Ich fühlte mich wie eine Art wildes Tier. Ich weiß nicht, ob mich irgend jemand auf diese Weise sah,
ich weiß nicht, ob ich anderen tatsächlich so grimmig erschien, wie es meinem Gefühl nach tat, aber ich spürte richtig, wie nervös jeder war. Man verspürt das Bedürfnis, loszurennen und jemand anzuspringen und ihm die Scheiße rauszuprügeln. Es gibt dir diese großartige Haltung und Kraft, die einfach furchterregend aussieht, es ist alles aggressiv, es ist alles nach vorne gerichtet, genau wie bei einem Raubtier. Es war aufregend."

Bruce Wayne (Christian Bale)Bereits früh erkannte der Schauspieler die Notwendigkeit, Bruce Wayne und Batman verschiedene Persönlichkeiten zu geben. "Ich merkte einfach, dass es zweckmäßig ist, wenn Bruce mit einer anderen Stimme spricht, sobald er im Batsuit ist. Zweckmäßig im Hinblick auf die Identität, es aber war auch eine Möglichkeit für ihn ist, diesen puren Gedanken zu erhalten, den er bereits als Junge gehabt haben musste, als er zum ersten Mal erklärte, dass er Rache nehmen würde. Es ist sehr schwer, so etwas das ganze Leben hindurch aufrecht zu erhalten, es wird zu einer Erinnerung und es bedarf einer großen Menge an Energie, um diese Heftigkeit eines Gefühl zu erhalten. Ich hatte das Gefühl, alles an ihm sollte anders werden, der Blick, die Stimme. Wenn er Bruce Wayne im Batsuit wäre, würde das auf mich doch ein klein wenig lächerlich wirken. Es wäre genauso lächerlich, wenn sich einer von uns den Batsuit anziehen und wirklich glauben würde, er könne damit in der Stadt heraumlaufen und Leute erschrecken, ich glaube, die meisten Leute würden wahrscheinlich lachen. Also muß man es auf jede Weise durchziehen, und für mich bedeutete es, eine leicht animalische Stimme zu benutzen."

Gegen Ende des Interviews wird die Tatsache angesprochen, dass Bale ein großer Favorit für die Rolle war. Bescheiden weist er die Aufmerksamkeit ab. "Ich hatte davon gehört, aber ich denke, es wurden viele verschiedene Namen genant. Ich glaube, jeder unter der Sonne wurde schon dafür vorgeschlagen. Ich gehe nicht sehr häufig online."

Nun, da er der Dunkle Ritter ist, wie hoch ist die Belastung, die Bale dabei fühlt, der Rolle gerecht zu werden und sie im Interesse der Fans mit seiner Darstellung zum Leben zu erwecken? "Es ist vermutlich jenseits von allem, was ich bisher erlebt habe, aber ich will das, um ehrlich zu sein, gar nicht wissen. Das Gewicht von Erwartungen kann abschreckend wirken. Bevor ich anfing, gab es ein paar Tage, an denen ich dachte 'Oh Scheiße. Was wollen die Leute sehen?' und auf die Weise sollte man nicht rangehen. Stattdessen habe ich es, ob es ihnen nun gefällt oder nicht, so gemacht, wie ich Batman gerne sehen würde und ich hoffe, es klappt.'

Und wie entspannt sich Bale nach einem langen Tag der Darstellung dieses starken Symbols? "Ich ziehe los und prügle den Verbrechern die Scheiße raus."

(Quelle: Batman on Film - Setreport II)



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