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Batman Begins - Setreport: Interview mit Emma Thomas


 
Interview mit Emma Thomas

Nachdem Chris Nolan bedauerlicherweise wieder an den Set gerufen wurde, beantwortete glücklicherweise Emma Thomas, Nolans Ehefrau und Produzentin des Films, die restlichen Fragen:

"Wir hatten vor ein paar Wochen eine kleine Pressekonferenz," beginnt Thomas, "und die erste Frage, die mir gestellt wurde, war 'Warum haben Sie also Christopher Nolan als Regiesseur engagiert?' Und ich wußte auf Anhieb nicht, was ich sagen sollte. Chris sagte danach 'Du hättest sagen sollen, es war, weil du eine neue Küche brauchtest.'"

Thomas, die bislang jeden Film ihres Mannes produziert hat, sinnt über den von ihr wahrgenommen Druck bei der Produktion für ein Studio nach: "Ich denke nicht, dass wir diesen Druck besonders spüren. Es ist nicht so, als würde uns das Studio im Nacken sitzen und sagen, dies hat eine goldene Gans zu sein. Chris sah in erster Linie eine Geschichte, von der er das Gefühl hatte, daß sie noch nicht erzählt wurde und er sie liebend gerne machen würde. Es ist fast, als würden wir im Bezug auf die früheren Filme gar nicht darüber nachdenken. Dies ist ein eigenständiger Film, es ist etwas, woran Chris sehr leidenschaflich arbeitet und was er schon immer machen wollte."

Wenn solch ein Goldesel auf dem Spiel steht, muß Warner Bros. doch ein besonderes Augenmerk auf das Projekt richten. Thomas erzählt: "Wir schickten ihnen (dem Studio) am Ende jeden Tages unsere Arbeit. Sie sind häufig hier gewesen, aber ich muss dazu sagen, dass die Erfahrung mit ihnen großartig war. Sie waren hervorragend und wurden in alles einbezogen, agierten aber eher unterstützend als eingreifend. Seit wir mit dem Drehen begannen, ließen sie uns gewähren, da wir natürlich beim Überarbeiten des Drehbuchs die Anmerkungen des Studios mit berücksichtigt haben. Chris stieg frühzeitig ein, als er herausfand, dass sie einen weiteren Batman Film machen wollten und er trug ihnen vor, wie der Film seiner Meinung nach sein sollte und dann holten wir natürlich David Goyer dazu und sie hatten noch mehr konkrete Ideen, wie das Drehbuch werden solle. Dann stellten wir es vor und das Studio liebte es, sie schwärmten absolut von dem, was daraus wurde. Wir standen von Anfang an alle auf der selben Seite, was wie ich glaube, enorm hilfreich war, um den Arbeitsablauf angenehm zu gestalten. Und obwohl wir kleine Anmerkungen von ihnen bekamen und jede Menge Diskussionen über die Richtung des Films führten, waren wir uns meistens einig, bevor wir überhaupt mit dem Drehen anfingen. Sie haben uns wirklich machen lassen, was eine tolle Sache ist, weil ich vorher noch nie einen Film dieser Größe machte. Ich dachte definitiv, wir haben mit wesentlich mehr Einmischungen zu rechnen."


Emma Thomas mit Ehemann Christopher Nolan

Dieser Zug ist zwar sehr überraschend, weckt andererseits aber wieder Vertrauen, besonders aus Fan-Sicht, da ja gerade die Einmischungen des Studios zum Beinahe-Zusammenbruch des Franchise führte. "Es war nicht so, dass sie zu Chris sagten 'So soll es sein, diese Elemente muß der Film haben'. Wir wußten nur, dass sie einen neuen Batman Film machen wollten, es gab keine Vorgaben, an die wir uns halten mussten."

Einer der Gründe, warum das Studio so großes Vertrauen in die Filmemacher setzte, war die Besetzung der Titelrolle mit Christian Bale. "Christian ist ein großer talentierter Schauspieler und eines der Dinge, die unseren Film von den anderen unterscheidet ist, dass man mehr von Bruce Wayne sehen wird," sagt Thomas. "Er ist genauso ein Charakter wie Batman. Ich denke, was Chris wirklich erreichen wollte, war zu verstehen, wer Bruce Wayne ist und dadurch Batman zu dem Charakter wird, mit dem das Publikum sich identifizieren und den es verstehen kann. Also benötigten wir für die Rolle einen Schaupieler, der die Bandbreite hatte, einen gut ausgebildeten und erfahrenen Charakter zu spielen und Christian ist so einer, er ist ein enorm motivierter Typ, er ist sehr, sehr konzentriert bei der Arbeit und ich denke, das ist eine wichtige Qualität, die Bruce Wayne hat. Es gibt also eine gewisse Identifikation zwischen den beiden, er ist einfach erstaunlich."

Es scheint, als sei das Casting ein nicht endenwollender Strom an Glückstreffern gewesen. "Das Casting war ein sehr lebendiger Prozess," schwärmt Thomas. "Wir fingen mit Christian an und gingen von dort dann los. Die nächste Person war Michael (Caine) als Alfred. Jeder von der Besetzungliste ist genau richtig für die Rolle, ungeachtet der Nationalität." Tatsächlich, aber es ist auch unglaublich selten, dass solch ein erstklassiges Esemble Interesse an einer Comicverfilmung hat. "Die Tatsache, dass Chris Nolan Regie bei diesem großartigen Drehbuch führt und dass die Besetzung mit Christian wirklich das Niveau für die Richtung des Filmes festsetzte, ergab eine Kombination und ich denke, die war es, die viele dieser Schauspieler reizte und es ist wirklich cool, in einem Batman Film mitzuspielen," erklärt Thomas. "Eines, was Chris immer wollte und das er bereits sehr früh mit dem Studio besprach, war den Film auf die Art zu besetzen, wie das mit 78er Superman Film geschah. Es handelte sich um eine Gruppe von tollen, erfahrenen Schauspielern in ziemlich kleinen Rollen, die jedoch sehr wichtig waren, und das war etwas, was Chris wirklich genau so machen wollte."
David GoyerThomas gibt zu, dass sie sich große Sorgen machte, dass Bale vielleicht nicht mitspielen könne oder man ihre Wahl nicht unterstützen würde: "Das erste Mal, als wir ihn trafen hatte er noch nicht mit den Dreharbeiten zu 'The Machinist' begonnen und er war noch beim Abnehmen. Wir waren gerade erst am Anfang. David Goyer schrieb das Drehbuch, wir hatten Nathan (Crowley, Production Designer) in unserer Garage, um Modellteile zusammenzusetzen und das Batmobil zu entwerfen. Chris traf sich mit einer Menge Schauspielern. Ich verspätete mich zum Treffen und ich erkannte ihn nicht mal, zu diesem Zeitpunkt wog er 126 Pfund und er mußte noch weiter abnehmen. Er hat ganz klar ein sehr besonderes Talent und nimmt die Dinge sehr ernst. Zu diesem Zeitpunkt waren wir ein wenig beunruhigt. Wir wußten, dass obwohl wir nicht vor März (2004) mit dem Drehen anfangen würden, doch von uns erwartet wurde, dass wir im September (2003) Probeaufnahmen mit den Schauspielern machen. Was uns am meisten beunruhigte war, wie in aller Welt wir diesen dünnen Typen in den Anzug bringen. Ich sprach mit seinem Agenten darüber, als wir endlich unsere Planung für die Probeaufnahmen hatten, und er sagte, er (Bale) sei dürr, aber er schicke ihm jeden Tag eine Pizza. Und wirklich, als Christian auftauchte, sah er wie Chistian Bale aus, es war einfach unglaublich. Er ist erstaunlich."

Die Mehrheit der Fans würde wohl Thomas' Meinung zu Bales Talent teilen, aber hat der Wunsch sehr vieler Fans nach Bale als Dunklem Ritter auch die Entscheidung beeinflußt, ihn zu casten? "Wir waren uns dessen bewußt, dass Christian der Favorit der Fans war und ich bin sicher, bis zu einem gewissen Grad beeinflusste uns das auch, aber in allererster Linie war er der Favorit der Fans, weil er für die Rolle der Richtige war. Wir alle wollten die Person haben, die für die Rolle passte und Gott sei dank waren wir uns alle einig. Einmal mehr kam das Gespräch auf die Fortsetzungs-Spekulationen zurück und Paul fragte Thomas, ob es gegenwärtig irgendwelche konkreten Pläne gibt. "Das ist etwas, worüber bereits gesprochen wurde, aber wir haben noch einen ziemlich langen Weg zu bewältigen. Es gibt eine lange Liste von Leuten, die (für Sequels) unterschrieben haben. Christian hat für mehrere, ich glaube drei, Filme unterschrieben."

Die Unterhaltung kam zu dem Internet Buzz, den der Film hervorrief. "Ich lese eine ganze Menge davon und ich bin sehr erleichtert darüber, dass es bis jetzt so positiv ist. Es ist sehr schwierig für uns, weil wir so mit dem Film beschäftigt sind und wir bis jetzt wirklich nicht wissen, wie der Film noch wird. Ich bin sehr glücklich darüber, dass sich bislang die Leute über die Entscheidungen freuen, die wir getroffen haben und ich hoffe, das wird so bleiben. Eine der größten Belastungen bei der Herstellung eines solchen Films ist, dass Batman ein so beliebter Charakter ist, dass wir nicht einfach nur unseren eigenen Ansprüchen gerecht werden können, sondern dass es eine Menge anderer Leute gibt, deren Erwartungen wir ebenso erfüllen müssen und das ist für uns enorm wichtig. Nachdem all das auf den Punkt gebracht wurde, konzentrieren wir uns auf unsere Arbeit und machen den Film so gut wir nur können und hoffen, dass jeder damit einverstanden ist."

Thomas kann nicht widerstehen, auf diese ganzen Internet-Gerüchte hinzuweisen, die während der letzten Monate aufkamen, insbesondere das Gerede über Guy Pearce als Harvey Dent. "Ich liebe diese ganzen Gerüchte und ich will jetzt nichts kaputt machen, wenn ich sage, dass er leider nicht im Film mitspielt. Ich fürchte, dieses eine musste ich leider jetzt zunichte machen."

David GoyerObwohl Bale schon frühzeitig ein sehr bekanntes Zugpferd für Batman war, ist er dennoch nicht das erste Mitglied der Produktion, das wegen seiner Talente umworben wurde. Nolan erkannte, dass der Film ohne ein großartiges Drehbuch nicht realisiert werden könnte, weshalb er schon zu einem frühen Zeitpunkt wußte, wen er für das Drechbuch haben wollte. "Chris wußte, dass er die Geschichte, wie Bruce Wayne zu Batman wird, erzählen wollte, weil er das Gefühl hatte, dass das bisher in keinen Film angemessen verarbeitet wurde und er traf sich mit einigen Autoren", erklärt Thomas. "David (Goyer) war einer, den er privat traf und er war ein großer Bewunderer von Davids Arbeit. Er war einer der ersten Leute, die Chris anrief, weil er so perfekt erschien. David war natürlich mitten in den Vorbereitungen zu 'Blade 3', er sagte 'Ich würde es gerne machen, ich wollte schon immer an Batman arbeiten, aber ich bin zu beschäftigt. Es tut mir leid, ich kann nicht.' Wir waren sehr enttäuscht. Sie sprachen etwas über die Ideen von David und was daraus werden könnte. Es war wirklich eine sehr anregende Unterhaltung, weshalb es um so deprimierender war, als er sagte 'ich kann es nicht machen.'" Nolan war jedoch entschlossen, seinen Favoriten zu bekommen. "Wir trafen uns mit einem Haufen anderer Autoren, großartige Treffen, aber Davids Ansichten stimmten so sehr damit überein, wie es Chris haben wollte. Also rief ihn Chris an und sagte 'Bitte!!!' und Gott sei Dank stimmte er zu. Er hatte nur begrenzt Zeit dafür und tatsächlich arbeitete er für eine bestimmte Zeit vormittags in unserem Haus und ging nachmittags ins Produktionsbüro von 'Blade 3'. Da sie nur wenig Zeit hatten, war Chris gemeinsam mit ihm sehr in die Ausarbeitung dessen involviert, wovon die Story handeln sollte, danach ging David und schrieb es. Es war keine Zeit für endlose Rück- und Vorwärtsentwürfe. Es war eine hervorragende Erfahrung."

Bei einem Film dieser Größenordnung ist eine temperamentvolle Persönlichkeit wie Emma Thomas wie ein frischer Wind. Wenn sie eine zynische Ader hat, ist diese gut verborgen. Sicher nicht einfach am 126. Drehtag (von 128). Offensichtlich gefällt es ihr, dass ihr Mann die Art von Film drehen kann, die er schon immer machen wollte. "Von allen Superhelden war für Chris Batman immer der, der ihn am meisten interessierte. Die Leute sind immer etwas überrascht, aber Chris wollte schon immer große Filme mit einem Spektakel machen, solange sie eine gute Geschichte haben und die von Batman ist eine erstaunliche Geschichte, ich denke daher, dass das etwas ist, was er schon immer tun wollte. Wenn ich von Spektakel rede, heißt es nicht, dass er wie der letzte Batman Film wird, aber eben auch nicht wie 'Memento'."

Thomas erzählt weiter: "Was Chris an dem Gedanken, diesen Film zu machen, so mag, ist, dass es die Art von Film ist, die er als Kind so liebte. Er ist ein großer Fan der ersten Star Wars Filme und Superman, ich glaube, er wollte einen Film machen, der auf unterschiedlichen Ebenen spielt. Es ist ein Film, der für PG-13 freigegeben wird, ich denke, gewisse Dinge werden über das Verständnis des jüngeren Publikums gehen, aber wir hoffen, es wird ein Film, der auch dieses Publikum anspricht. Chris wollte immer einen Film machen, an den sich die Kinder, wenn sie älter werden, immer noch mit einem 'WOW' erinnern können. Solche Filme sind es, wissen Sie, weshalb er Filmemacher werden wollte."

(Quelle: Batman on Film - Setreport I)



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