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Am 27. August erscheint 'Batman: Under the Red Hood' auf DVD.
 
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Die Filme und ihre Batmen
 

Bei den Batmanfilmen wurden uns bislang drei Darsteller präsentiert, mit einem vierten ist für den nächsten Film zu rechnen. Es ist nicht die Absicht, an dieser Stelle über Inhalt und Qualität der Filme als Ganzes zu philosophieren. Vielmehr interessiert es, wie Batman, bzw. Bruce Wayne interpretiert wurde.

Michael Keaton, der erste, der sich das Cape umlegte und von den meisten als der bisher beste "Batman" bezeichnet wird, zeigte uns den seit Frank Miller bekannten Dunklen Ritter, der seinen Gegnern kompromißlos gegenübertritt. Er haßt das Verbrechen, nicht die Verbrecher, das wird deutlich, als er in der Chemiefabrik versucht, die Hand des Gangsters Jack Napier zu greifen, um ihn vor dem Sturz in das Säurebassin zu bewahren. Auch im zweiten Film weicht er nicht von diesem Grundsatz ab. Er greift nach Catwoman, als sie vom Dach stürzt und gibt sogar seine Identität Preis, um sie davon abzuhalten, Schreck zu töten. Dieser Batman will die Auswirkungen der Verbrechen beseitigen, indem er die Verursacher dingfest macht, und nicht, indem er sie tötet. Dennoch nimmt er zu guter Letzt den Tod seiner Gegner Joker und Pinguin billigend in Kauf, aber das fällt vermutlich in den Bereich "Künstlerische Freiheit", die sich die Drehbuchautoren hier genommen hat.

Die Waffen, die er benutzt, sind Gebrauchsgegenstände und stehen nicht im Mittelpunkt seiner Aktivitäten. Wenn es darauf ankommt, verläßt er sich lieber auf seine Kampfkunst (wer könnte je den Kampf im Glockenturm vergessen, dessen Choreographie an die eines Balletts erinnerte, untermalt von den Klängen der Musik Danny Elfmans).

Auch die Ermittlerarbeit, für die Batman so berühmt ist (immerhin wird er von Ra's al Ghul nur der "Detektiv" genannt), wird angedeutet, allein, Michael Keaton brilletragend vor einen HightTechComputer zu setzen reicht bei weitem nicht aus.

Batman und die Frauen, in den Comics ein sehr vernachlässigter Bereich, wurde in den Filmen durchweg zum Schwerpunkt gemacht. Von Vicky Vale läßt sich Bats (nicht Bruce!) kaum aus der Ruhe bringen, frotzelt sie sogar in gewohnter Manier noch wegen ihres kleinen "Irrtums" bezüglich ihres Gewichts an, aber Catwoman schafft es schon eher, ihn aus der Reserve zu locken (wen mag es wundern?).

Als Bruce Wayne wirkte Michael Keaton in "Batman" anfangs wie eine "Clark Kent"- Kopie, ebenso wie dieser versuchte er, seine Heldenexistenz zu verbergen, indem er sich , wenn auch nicht ganz so extrem wie Superman, linkisch und unbeholfen gab (man erinnere sich nur an den Empfang auf Wayne Manor). Sicher muß Batman seine Identität geheimhalten, so allerdings sah man ihn in den Comics nur selten agieren (wobei es natürlich Ausnahmen gibt). Glücklicherweise gab er sich im weiteren Verlauf zunehmend selbstsicherer, ebenso wie in "Batman Returns", wo er nur bei der ersten Begegnung mit Selina Kyle ein wenig ins Stammeln gerät. Ansonsten wirkt er hier ganz wie der erfolgreiche Geschäftsmann und Multimillionär, der er laut der Comic-Vorgabe ja auch sein soll. Von dem Bild des von allen bewunderten Playboys, der, seinem Ruf gerecht werdend, keine Probleme im Umgang mit Frauen haben dürfte, ist Michael Keatons Darstellung allerdings meilenweit entfernt.

Erstaunlich war allerdings sein Verhalten vor der Gotham City Hall, als der Joker mit seinen Helfershelfern erschien: Keaton betrachtet wie ein kleines Kind mit großen Augen das Geschehen. Wenn auch die Erkenntnis, daß Jack Napier lebte, eine Überraschung für ihn war, so dürfte man doch von jemandem, der nächtens unerschrocken Jagd auf Verbrecher macht, eine, wenn nicht andere, so doch immerhin eine schnellere Reaktion erwarten, und nicht, daß er wie erstarrt stehenbleibt, bis ihm die sprichwörtlichen Kugeln um die Ohren fliegen.

Nichtsdestotrotz war Keaton als Batman bislang am erfolgreichsten, und das mit Recht, wenngleich der süße Mund seines Nachfolgers unter der Maske viel besser zur Geltung kam. Val Kilmer, der selber ein Fan der Batman-Comics ist, mühte sich redlich, seine Auffassung von der Darstellung des Dunklen Ritters zu vertreten, hatte aber gegen Regisseur Joel Schumacher keine Chance. Daraus resultierend beließ er es bei dem einen Film "Batman Forever". Zwar wurde auch hier viel Wert auf Action gelegt, fast noch mehr als in den beiden ersten Filmen, doch waren alle Kämpfe sehr material-lastig. Ohne irgendwelche Waffen und Geräte ging hier (fast) gar nichts.

Auch fragt Batman noch weniger danach, ob seine Gegner die Auseinandersetzung mit ihm überleben, wunderbarerweise überstehen sie aber alle Crashs körperlich unbeschadet, ihrem vorher schon kranken Geist konnte ja sowieso nichts mehr geschehen.

Batmans Detektivarbeit besteht aus dem Lösen der Rätsel, und nicht nur der von Edward Nigma, sondern auch derer, die die Psychologin Chase Maridian ihm aufgibt. Seine Fassungslosigkeit ob ihrer Dreistigkeit, sei es vor der Bank oder auf dem Dach des GPD, kann auch die Maske nicht verbergen. Wo man als Comicleser ein Ignorieren einer solch unverschämten Person oder einen ernsthaften Anpfiff erwartet, sieht man im Gesicht des Dunklen mehr Fragezeichen, als auf dem Anzug des Riddlers sind.

Stärker als in den beiden ersten Filmen wird Bruce Wayne als Leiter eines Imperiums dargestellt, das er souverän führt. Aber, obwohl dieser Punkt wohl mehr in den Bereich "Nitpicker" fällt, stellt sich hier die Frage, warum muß Bruce eine Brille tragen? Also bitte! Schließlich ist er nicht Superman, der mit blankem Gesicht seine Heldentaten vollbringt, sondern er trägt zur Tarnung eine Maske. Und wenn B. W. Brillenträger wäre, benutzt er dann als Batman Kontaktlinsen? Das, was bei "Batman" begonnen wurde, nämlich Keaton eine Sehhilfe zu verpassen, um effektvoll darzustellen, daß er seiner Arbeit hochkonzentriert nachgeht, wird hier fortgeführt.

Leider beließ man es auch dabei, recht viel mehr aus den beiden ersten Filmen zu übernehmen, mal abgesehen von der inneren Zerrissenheit, die Bruce Wayne beherrscht und für seinen Umgang mit anderen Menschen verantwortlich ist, und die hier noch deutlicher gemacht wird.

So sehr Kilmer sich auch müht, trotz Regisseur und Drehbuch eine glaubwürdige Verkörperung des Dunklen Ritters darzustellen, ein großen Manko hat der jugendlich wirkende, gutaussehende Schauspieler, und das ist sein jugendlich wirkendes, gutes Aussehen, das sich mit der Vorstellung vieler Fans von "ihrem" Batman nicht deckt.

In "Batman und Robin" schließlich mutierte Batman von der Comic- zur Witzfigur. "Locker-flockige" Dialoge und ein Hauptdarsteller, der seine Rolle, wie man bei vielen diesbezüglichen Interviews sah, allem Anschein nach nicht ernst nahm, trugen hierzu bei.

Freute man sich als Fan anfangs noch darüber, daß mit George Clooney ein guter Schauspieler für den vierten Film gewonnen wurde, kamen einem bei Erscheinen der ersten Bilder, auf denen er maskiert war, doch schon leichte Zweifel ob des spitzen Kinnes, das man vorher gar nicht so deutlich zur Kenntnis genommen hatte, und das mit der Maske einfach nicht harmonieren wollte.

In seiner Darstellungsweise wirkte Clooney manchmal wie eine Adam-West-"Batman"-Imitation, was bezüglich der TV-Serie durchaus nicht negativ gemeint sein soll. Für die damalige Zeit war die Art und Weise, wie Adam West den da noch lila-gewandeten Helden spielte, durchaus angemessen und akzeptabel, nicht umsonst hat die Serie mittlerweile Kultstatus erworben. Für die späten 90er aber, und nach Frank Miller, entwickelte sich daraus eine Farce. Head-Banging-Bats, man entschuldige den Ausdruck, aber anders läßt sich Clooneys stetiges Genicke nicht beschreiben, der mit Robin um Poison Ivys Gunst wetteifert und irgendwo eine Scheckkarte herzieht, was, von der bekannten Visa-Werbung abgekupfert, durchaus witzig, für die Figur aber unangemessen war (kein Wunder, daß Robin zeitweilig den Respekt verlor und mit Trennungsgedanken spielte).

Pluspunkte bei diesem Film waren die Sorge, die Batman um "seine" Familie trug und das Mitleid, das er für Mr. Freeze empfand. Wirklich überzeugend war jedoch das Auftreten als Bruce Wayne, der reiche Mann, der sich mit den schönsten Frauen der Welt schmückt und für die Wohltätigkeit immer ein paar Dollar übrig hat. So hat man sich den Playboy und Multimillionär schon immer vorgestellt. Doch leider waren die Szenen, bei denen man aus vollem Herzen sagen konnte: Ja, das ist es! ein wenig zu spärlich gestreut. Das schrille und grelle Gesamtkonzept des Films erdrückten solche Momente.

Ja, man kann viel aussetzen an den bisher gedrehten Abenteuern. Dennoch ist sicher kaum einer in der Fangemeinde, der die Filme missen möchte, und wahrscheinlich hat jeder der vier Streifen für irgendeinen Fan den Status Lieblingsfilm, womit seine Existenzberechtigung gegeben ist. Aber, mal ehrlich, warten wir nicht alle auf den Batman-Film mit dem Hauptdarsteller, der eindeutig und endlich der Batman ist, in der Hoffnung darauf, daß es der nächste sein möge.

(Luise Rödig)

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