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Interview mit Harald Belker
 

Alle Bilder auf dieser Seite wurden freundlicherweise von Hr. Belker für batmans.de zur Verfügung gestellt.

Sie haben bei vielen Filmen mitgewirkt, aber es liegt auf der Hand, dass wir uns mit unseren Fragen auf 'Batman & Robin' konzentrieren. Aus Ihrer Bio kann man entnehmen, dass Sie ursprünglich Profi-Tennisspieler werden wollten. Gibt es Momente, in denen Sie den Zeichenstift gegen das Racket eintauschen möchten und darüber nachdenken 'Was wäre wenn...'?

Im Grunde hatte ich, glaube ich, nie das Zeug um Profi zu werden. Ich war und bin einfach zu verspielt und hatte nicht den Killerinstinkt, den man haben muss, um Profi zu sein. Diese Verspieltheit kommt mir natürlich heutzutage zu gute. Da ich seither auch kein Tennis mehr spiele, sondern eher Extreme Sportarten liebe wie Kiteboarden und Snowboarden, hat glaube ich alles seinen richtigen Lauf genommen.

Welches Auto fahren Sie persönlich? Eines, das Sie selbst mitentworfen haben?

Ich fahre zum Spaß einen 2003 Porsche 4S, und täglich einen Ford F150 Truck. Hier ist ein Truck einfach unglaublich nützlich. Ich kann mein Fahrrad oder mein Kitesurf Zeug einfach reinschmeißen. Nebenbei kann man ja heutzutage nirgends wirklich schnell fahren. Besonders in Amerika, doch es gab eine Zeit, wo wir uns oft Sonntagmorgens getroffen haben und in den Canjons bei Malibu rumgerast sind. Das uns da nix passiert ist, ist ein Wunder.

Wie muss man sich den Prozess der Entwicklung vorstellen und wie viel Zeit steckt in einen Entwurf für das Batmobile?

Der eigentliche Entwurf ging einigermaßen schnell. Es ist das Drehbuch, was sich andauernd änderte. Es sollte sich erst aus einer Revolver Kugel entwickeln. Zum Glück wurde dann irgendwann die Zeit zu knapp und ich durfte endlich ein richtiges Auto entwerfen. Damals haben wir noch mit Ton ein 1/4 Model gebaut, was dann digitalisiert und im 1/1 Maßstab modelliert wurde. Heute geht das alles etwas schneller und sauberer mit Riesen-Fräsen direkt vom Computer.


Wodurch lassen Sie sich bei Ihrer Arbeit inspirieren?

Da sich mein ganzer Tagesablauf damit beschäftigt, neue Sachen zu entwerfen, kann ich mich mittlerweile einfach hinsetzten und loslegen. Inspiration ziehe ich von überall her. Ob Architektur oder nur Bilder von Naturelementen, alles wird herangezogen.

Entstehen Ihre ersten Ideen und Entwürfe am Computer oder benutzen Sie Stift und Papier? Und wie war das damals bei 'B&R'

Es geht immer erst mit Stift und Papier los, oft sehr klein und schmuddelig. Die sauberen Entwürfe folgen erst mehrere Tage später, wenn mir eine wirklich neue Idee gekommen ist.

Können Sie sich noch erinnern, was Sie gedacht haben, als man Ihnen sagte, es handle sich bei dem Warner Bros. Film um den nächsten Batman Film? Kannten Sie die ersten drei Filme da schon?

Natürlich kannte ich die ersten drei Filme und ich war auch ein riesiger Fan von Batman.
Den Tag, an dem ich mein Interview für den Job hatte, werde ich nie vergessen. Ich wusste wirklich nicht, ob ich träume oder ob ich wirklich den Job des Lebens bekommen hatte. Ich habe sogar mehrere Tage gewartet, um es irgendeinem zu erzählen. Es was einfach sensationell. Ich konnte mir nicht erklären, wieso gerade ich dieses Glück haben sollte.

Was ist es für ein Gefühl, ein Fahrzeug, das man selbst entworfen hat, später auf dem Set des Films oder auf der Leinwand zu sehen?

Auf der einen Seite ist es ein einfach irres Gefühl, auf der anderen Seite möchte man natürlich, dass der Film selber gut ist. Leider arbeite ich meistens an diesen teueren Effektsfilmen, die nicht immer unbedingt anschaubar sind. Vielleicht bin ich auch zu kritisch. Natürlich ist das Fahrzeug auch nie lang genug zu sehen. Ich weiss ja genau, in wie viel Variationen wir das Auto gefilmt haben, und dann sind es 10 Sekunden auf der Leinwand.


Mögen Sie Batman, sind Sie vielleicht selbst ein Fan dieses Charakters?

Ja, immer schon gewesen.

'Batman & Robin' war Ihr erstes Film-Projekt. Haben Sie eine Art emotionale Bindung zu dem Film aufgebaut?

Auf jeden Fall, es war einfach unglaublich toll, an einem Film zu arbeiten. Ich schwebte im siebten Himmel für eine lange Zeit. Es war halt der erste Film, das erste Mal in einem Studio gearbeitet. Diese ganze Welt war neu und einfach sensationell. Er wird immer eine tolle Erinnerung bleiben. Leider kann ich mir den Film nicht anschauen. Es war eine riesige Enttäuschung.

In Ihrem Resümee sind alle Filme aufgelistet, an denen Sie bisher mitgewirkt haben. Wirkt es sich positiv aus, wenn ein Batman-Film im Lebenslauf auftaucht?

Nicht für Leute aus der Industrie, aber für den Typ auf der Straße ist es einfacher zu sagen: ich entwerfe zum Beispiel Sachen wie das Batmobile. Seither habe ich glaube ich auch bessere Sachen gemacht, mir waren damals noch die Hände gebunden. Heute bekomme ich einen viel größeren Spielraum.

Wie ist Ihre Meinung zu 'Batman & Robin'. Halten Sie ihn für gut oder schlecht?

Ich hasse den Film, kann ihn mir nicht anschauen.

Werden Sie oft auf Ihre Arbeit bei 'Batman & Robin' angesprochen?

Eigentlich nicht. Minority Report hatte großes Interesse

Wenn ja, wie ist das Feedback der Leute? Sind sie eher positiv eingestellt oder eher negativ, in der Art 'Das war doch der Film, mit dem das Franchise bergab ging'?

Ich hab noch keinen getroffen, der was Positives über diesen Film gesagt hat. Ne' echte Schande!

Welche Vehicles haben Sie für 'Batman & Robin' entworfen?

Das Batmobile, das Redbird Motorrad, die Eis-Fahrzeuge und die Gangbikes.


Das Freezemobile wurde von einem Kollegen entworfen, der sich fast die Haare rausgerissen hat, weil es so viele verschieden Richtungen gab.

Welches davon ist Ihr Lieblings-Fahrzeug und welches davon war die größte Herausforderung?

Es ist schon das Batmobile, aber ohne Flügel. Die kamen erst in letzter Sekunde dazu. Joel Schumacher wollte es halt so. Und wenn Sie Joel kennen, dann wissen Sie auch warum. Ich hab später noch mal eine Version entworfen, wo die Kotflügel hinten viel stärker proportioniert waren und die Flügel auch nicht mehr da sind. Es hatte viel bessere Proportionen dadurch.


Der Redbird hat auch viel Spaß gemacht. Das Motorrad lief halt so am Rande, keiner (außer mir) kümmerte sich so richtig darum. Es war auch eine langgezogene Speedform. Der Motor war hinter einem Fantasiemotorgehäuse versteckt. Alles mußte halt irgend ein Lichtspiel haben.

Der jeweils wievielte Entwurf wurde abgenommen und wer traf die Entscheidung?

Das kann man nicht so sagen, es ging halt alles über Wochen hin. Der Produktion Designer hatte nicht unbedingt die Ausbildung, um wirklich etwas produktives zu sagen. Aber in Hollywood hat immer der das Sagen, der die entsprechende Position hat.

Neben dem Design der Fahrzeuge waren Sie am Film auch als Fabrication Supervisor tätig. Was genau war Ihre Aufgabe in dieser Position?

Im Grunde ist der Tagesablauf so, dass die Fahrzeuge in verschiedenen Etappen entworfen werden. Es hängt vom Drehtag ab. Wenn eins entworfen ist, wird es in ein Model umgesetzt. Wenn dieses dann von Barbara und Joel abgesegnet war, konnte die Arbeit beginnen.


Ursprünglich war ja gedacht, dass das Batmobile sich in den Bathammer verwandeln soll, was dann aber wieder verworfen wurde. Statt dessen entschied man sich dafür, zwei getrennte Vehicles zu machen. Hatten Sie schon Entwürfe für diese Transformation von Batmobile zu Bathammer angefertigt?

Der Bathammer war immer das Eis-Fahrzeug, es war aber ein extra Fahrzeug. Eine Umwandlung war nicht angedacht.

Wie war die Arbeit mit Barbara Ling und Joel Schumacher?

Joel ist herrlich amüsant and sehr flamboient, Barbara hat mir ne riesige Chance gegeben, war aber am Ende so egozentrisch, dass es schwer war, für sie zu arbeiten.

Hatten Sie Gelegenheit, Bob Kane zu treffen, und falls ja, konnten Sie ihn zu seiner Meinung hinsichtlich Ihrer Arbeit fragen?

Leider nicht.

Haben Sie sich bei dem Design an den vorherigen Filmen orientiert oder gab man Ihnen freie Hand nach dem Motto 'Nun mach mal'? Gab es irgendwelche Vorgaben?

Die Vorgabe waren Autos aus den 30er Jahren, riesige Kotflügel und eine langgezogene Form. Das war alles.

Wenn es keine Vorgaben gab, hatten Sie für die Fahrzeuge Modellgrundlagen bzw. Basismodelle oder waren es alles reine 100%ige Neukonstruktionen?

100% alles neu. Bei den Proportionen war es undenkbar, etwas zu finden was existierte.

Das 'B&R'-Batmobile ist ein Cabrio. War es Ihre Idee, das Verdeck wegzulassen? Und war eventuell eine geschlossene Version geplant, denn auch in Gotham kann es ja mal regnen?

Nein, es war immer ein offenes Fahrzeug. Macht ja auch Sinn, dann kann man den Batman besser sehen.

Gibt es ein Fahrzeug, dass Sie im Nachhinein anders gestalten würden?

JA, genau mein Batmobile!!! Ohne Flügel hinten und auch die Kotflügel hinten waren nicht richtig proportioniert. Ich hab ein Model selber gemacht nach dem Film. Es hängt bei mir im Gästehaus und sieht super aus.


Waren Sie am Set des Films?

Manchmal. Da so viele Fahrzeuge fertig gestellt werden mussten, war zur ersten Hälfte der Drehzeit kaum Zeit. Später dann konnten wir ruhig mal zu den Sets, die übrigens alle wahnsinnig toll waren. Sie waren riesig und unglaublich im Detail. Leider kam das im Film nicht rüber.

Gibt es lustige Anekdoten zu Ihrer Arbeit bei 'Batman & Robin', die Sie uns erzählen können?

Außer dass Joel eine überschwängliche Personalität ist, eigentlich nicht. Wir im Art Department hatten unglaublich viel Spaß. Es kommt mir so vor, dass dieser Film der letzte wirklich monströse Film war. Jetzt geht alles nur noch zack-zack.

Worauf führen Sie es zurück, dass der Film gefloppt ist? Was hätte man aus Ihrer Sicht anders machen müssen?

Zu viele Villains glaube ich, vielleicht zu bunt und einfach nicht wirklich Batman.
Wer weiss, es war bestimmt kein guter Film, aber Filme floppen oft. Besonders diese Effektfilme, an denen ich leider immer arbeite, sind besonders anfällig.



Können Sie uns etwas zum Material, der Bauzeit und den Herstellungskosten sagen?

Wir haben alle Fahrzeuge in 9 Monaten entworfen und hergestellt. Eigentlich schon sensationell. Das Material ist immer Fiberglas auf Stahl-Chassis die speziell fuer die Fahrzeuge hergestellt werden. Die Bauzeit für ein Fahrzeug liegt zwischen 3 und 5 Monate. Kosten für ein fahrendes Fahrzeug betragen um die $800 000,00.

Können Sie sich noch daran erinnern, wie viele Modelle von den einzelnen Fahrzeugen es für den Film gab?

Von allen eigentlich nur eins, es waren ja keine wirklichen Stunts vorgesehen. Vom Redbird gab es glaube ich drei Versionen. Es wurden einige Miniaturausgaben gebaut.

Wissen Sie, wo sich die Fahrzeuge momentan befinden?

Ich nehme an, bei Warner Bros in der Garage, wo sich alle Autos aufhalten.

Konnten Sie die Fahrzeuge auch einmal selbst fahren?

Leider bin ich mit zwei Metern zu groß. Diese Fahrzeuge sind entweder voll mit irgendwelchen elektronischen Sachen, oder die Schauspieler oder Testfahrer sind viel kleiner und brauchen daher nicht soviel Platz.



Von den ganzen Batmobiles, die es in den Filmen und Serien gibt, welches davon gefällt Ihnen am besten?

Das TV Batmobile?! Es nimmt mich zurück zu meiner Kindheit, und da sollte man ja auch Batman wirklich erleben.

Können Sie uns sagen, was Sie für das Superman-Projekt von 2002 entworfen hatten?

Ich war für die Designs von allen fliegenden Schiffen und Objekten verantwortlich. Leider ging meine Produktion unter und erst eine spätere Crew hat dann wohl alles neu entworfen unter der Regie von Guy Dias.

Haben Sie 'Batman Begins' gesehen. Wenn ja, wie hat er Ihnen gefallen?

Er hat mir sehr gut gefallen. Gotham war nicht diese merkwürdige Stadt, die aus riesigen Statuen besteht. Die Geschichte war gut und es hat alles gut zusammen gepasst, ohne überzogen zu sein.

Wie ist Ihr Eindruck vom neuen Batmobile, dem Tumbler?

Der Tumbler ist cool, es ist kein Fahrzeug im automobilen Designsinne, aber als Militär-Fahrzeug, das umfunktioniert wurde, doch eigentlich sehr gut gelungen.
Die Turbine ist natürlich überzogen, aber es ist ja Batman.

Wenn Sie freie Hand hätten, wie würden Sie ein neues Batmobile gestalten. Hätten Sie Lust für www.batmans.de eins zu entwerfen?

Wenn ich die Zeit dazu hätte, gerne. Ich arbeite gerade an einer neuen Sache, noch geheim.

Würden Sie gerne noch einmal an einem Batman-Film mitwirken?

Eigentlich schon, vielleicht ein Batman Film aus der Zukunft wie die animierte Serie, wo die Sachen dann wirklich Sci-fi sind. Das wäre noch mal eine Herausforderung. Vielleicht sollte ich mich auch mit einem Batmobile zufrieden geben.

Danke, dass Sie sich die Zeit für das Interview genommen haben. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihrer beruflichen Laufbahn und hoffen, wir können irgendwann noch einmal ein Batmobil von Ihnen erleben.

[Peter]


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