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Über die Produktion: Maske und Kostüm

The Dark Knight X-TRA
 

"Ich brauche einen neuen Anzug. Dabei geht es nicht um Mode, Mr. Fox, sondern um Funktionalität."

"Sie wollen den Kopf drehen können…"


Maske und Kostüm

Batmans Silhouette ist zur Ikone geworden, die selbst dem flüchtigen Betrachter sofort ins Auge fällt. Chris Nolan und Kostümbildnerin Lindy Hemming wollten also dieses Image unbedingt bewahren, als sie ihre Entwürfe für Batmans neuen Anzug in "The Dark Knight" diskutierten.

Hemming und ihr Team konzentrierten sich vor allem auf größere Flexibilität und höheren Tragekomfort. Sie recherchierten, welche Schutzanzüge Motocross-Fahrer tragen und welche Panzeranzüge fürs Militär entwickelt wurden. "Der neue Batsuit sollte geschmeidiger, praktischer sein und Batman mehr Raum zum Atmen geben, also kein Gummianzug, sondern eine moderne Rüstung", sagt Hemming, wobei sie auf das Neopren-Material anspielt, das für den Anzug in "Batman Begins" verwendet wurde.

Der neue Anzug besteht aus 110 Einzelteilen. Die Basis bildet ein Polyestergewebe, das beim Militär und bei High-Tech-Sportherstellern zum Einsatz kommt, weil es Feuchtigkeit aufsaugen kann. Darauf brachte man einzeln gegossene Teile aus biegsamem Urethan an, die zusammen die Rüstung ergeben. Als zusätzlicher Schutz wurden Kohlefaserplatten, die leicht, aber unglaublich widerstandsfähig sind, in bestimmte Urethan-Elemente an den Beinen, auf Brust und Bauch integriert.

Um die Veränderungen des Anzugs zwischen "Batman Begins" und "The Dark Knight" zu beschreiben, sagt der für die Kostümeffekte zuständige Graham Churchyard: "In ,Batman Begins' bestand der Anzug aus drei Hauptteilen - im neuen Film sind es über 100: Es war also ein sehr komplizierter Anzug. Jedes Einzelstück musste geformt werden, um daraus eine Gussform zu erstellen, in der das endgültige Teilstück entstand. Jedes Teil stand dutzendfach zur Verfügung, weil für die Produktion etlich Batsuits erforderlich waren. Wir haben richtig hart gearbeitet."

Sowohl Nolan als auch Bale baten Hemming, sich vor allem um eine flexiblere Halspartie zu kümmern, die das Drehen des Kopfes erlaubt. "Früher musste Batman immer seine Schultern drehen, wenn er zur Seite blicken wollte - diese Neuerung war uns also sehr wichtig", bestätigt Bale. Eine naheliegende Lösung war, die Kappe vom Anzug zu trennen, doch der Übergang musste nahtlos sein, um die beeindruckende Silhouette des Dunklen Ritters nicht zu verändern. Christian Bale war mit dem völlig überarbeiteten Design rundum zufrieden: "Der Anzug ist viel bequemer, man bekommt keine klaustrophobischen Gefühle wie im ersten Anzug. Er ist auch viel flexibler und erlaubt größere Bewegungsfreiheit, was besonders für die Action- und Kampfsequenzen wichtig ist. Doch ich fühle mich nach wie vor unbesiegbar", bestätigt er. "Man kommt sich absolut sicher und sehr mächtig vor, wenn man den Batsuit trägt. Er funktioniert!"

Was Kampfeinsatz und Schutz angeht, bot der neue, verbesserte Anzug nicht nur zusätzliche Flexibilität. Er wurde auch mit etlichen technischen Finessen ausgestattet, die Batman bei seinen Einsätzen helfen. Dazu gehören rasiermesserscharfe Flossen, die ausgefahren und von den Stulpen seiner Handschuhe abgefeuert werden können; Linsen mit dreidimensionalen Radarbildern, die innerhalb der Batman-Maske heruntergeklappt werden, wobei seine Augen von glänzend weißen Schilden verdeckt werden.

Nur ein Design-Element des Anzugs aus "Batman Begins" wurde für "The Dark Knight" unverändert übernommen: Das Cape. Hemming sagt: "Wir haben uns viel Zeit genommen, um das Cape für den ersten Film richtig hinzubekommen - das sollte so bleiben. Eine zusätzliche Eigenschaft hat das Cape aber doch: Es lässt sich zu einer Art Rucksack zusammenschnüren und auf Kommando entfalten, was mit digitalen Effekten bewerkstelligt wird."

Bruce Waynes Image hat nicht den Ikonencharakter seines Alter Ego, aber er pflegt ebenfalls seinen persönlichen, maßgeschneiderten Stil, mit dem er seinen Wohlstand und sozialen Status ausdrückt. Um den Mann hinter der Maske einzukleiden, arbeitete Hemming mit dem legedären Couturier Giorgio Armani zusammen. "Chris Nolan und ich stellten uns Bruce Wayne in eleganten Maßanzügen vor", berichtet Hemming. "Giorgio Armani ist das Sinnbild für den klassisch-modernen Look, der uns vorschwebte. Wir suchten die Stoffe aus und arbeiteten dann direkt mit Mr. Armani und seinen Leuten zusammen, die Christian mit einer kompletten, ganz auf die Rolle zugeschnittenen Garderobe ausstaffierten." Als Bruce Wayne trägt Bale Armanis neueste Kollektion: Giorgio Armani Hand Made-to-Measure. In jedem Anzug findet sich Armanis traditionelles, extra für den Besitzer angefertigtes Label - in diesem Fall also Giorgio Armani for Bruce Wayne.

Harvey Dent hat natürlich nicht die Mittel eines Bruce Wayne, doch Hemming sagt, dass er mit seiner Kleidung trotzdem Autorität und Zuversicht ausdrücken muss. "Wir kleiden ihn einfach, aber tadellos in Anzüge von (Ermenegildo) Zegna."

Bei den Outfits für den Joker konnte die Kostümdesignerin dagegen aus dem Vollen schöpfen - sie veränderte den bekannten Look der Figur und passte ihn Heath Ledgers Generation an. Dazu Hemming: "Als feststand, dass Heath die Rolle spielen würde, beschloss ich, dem Kostüm einen jüngeren, trendgerechten Look zu verpassen. Meine Recherchen umfassten Vivienne Westwood, Johnny Rotten, Iggy Pop, Pete Doherty und Alexander McQueen. Ich habe regelrecht Images gesammelt."

Der endgültige Entwurf ist laut Hemming ein Ensemble, das "das Geckenhafte des Jokers betont, und ein Touch Grunge ist auch dabei". Das Outfit betont die traditionelle Farbpalette des Jokers: Er trägt einen violetten Mantel über einer grünen Weste. Doch dann wechselt er den Look und trägt ein leichteres Jackett, das sich am Carnaby-Street-Mod-Look orientiert. Das Hemdmuster wurde einem Hemd nachempfunden, das Hemming auf einem Flohmarkt aufstöberte.

Der Joker trägt Schuhe aus Mailand, die die Kostümbildnerin auswählte, weil die Spitzen nach oben gebogen sind - dadurch fühlte sie sich an Clown-Schuhe erinnert. Seine Krawatte wurde aus einem Stoff geschneidert, der nach Hemmings genauen Anweisungen bei Turnbull & Asser extra gewebt wurde: Bei diesem Londoner Ausstatter kleidet sich auch das britische Königshaus ein. "Heath wollte sie schmal halten, es ist also ein Schlips im Stil der 60er-Jahre, aber aus dem Stoff von Turnbull & Asser. Ich darf wohl mit Recht annehmen, dass Turnbull & Asser noch nie einen so verrückten Schlips angefertigt haben", lacht Hemming. "Als Heath hereinkam und wir ihm all die Einzelheiten des Kostüms präsentierten, fand er sie äußerst originell und hat sie sofort akzeptiert."

Auch das Makeup des Jokers weicht von den bisherigen Darstellungen ab. Zwar wird das weiß getünchte Gesicht und die spöttische Grimasse beibehalten, aber das Makeup in "The Dark Knight" lässt ihn fanatischer aussehen, um die Schockwirkung zu unterstreichen. Das Gesicht des Jokers ist unter einer dicken Schicht Schminke verborgen, die teilweise Risse zeigt und zerläuft. Die Augen sind dick schwarz umrahmt, das rote Grinsen ist schlampig aufgemalt und zieht sich von den Mundwinkeln über die Wangen, verbirgt aber nicht ganz die darunter liegenden schrecklichen Narben. Seine Haare sind eher unauffällig, aber deutlich grün gefärbt.

Der für das Makeup und die Frisuren verantwortliche Peter Robb-King stellt fest: "Natürlich haben die Zuschauer bereits eine gewisse Erwartungshaltung, was das Aussehen des Jokers angeht. Aber wir wollten sozusagen unter seine Haut, um seiner Funktion in der Story näherzukommen. Er hat als Persönlichkeit Schaden genommen - in jeder Bedeutung des Wortes. Es lag uns also viel daran, ihm einen Look zu verpassen, der eben ganz und gar nicht zum Lachen ist."

Heath Ledgers Maskenbildner John Caglione, Jr., bezeichnet das Makeup des Schauspielers als "einen Tanz". Dazu sagt er: "Heath verzog sein Gesicht zu bestimmen Grimassen, runzelte die Stirn, kniff die Augen zusammen, und ich pinselte die Schminke über dieses verzerrte Gesicht. Durch diese Technik entstand eine Struktur, ein Ausdruck, wie man ihn durch das einfache Bemalen des Gesichts mit normalem Weiß nicht hätte erreichen können. Dann verwendete ich schwarzes Makeup für Heaths Augen, wobei er sie fest zukniff - auch dadurch ergaben sich entsprechende, dazu passende Strukturen. Nach dem Auftragen der schwarzen Farbe sprühte ich Wasser über seine Augen, und er kniff die Augen zusammen und schüttelte den Kopf, sodass das Schwarz zerlief und verschmierte."

Das Makeup des Jokers umfasst auch eine revolutionäre Weiterentwicklung bei der Verwendung von Maskenteilen, die der für die Masken verantwortliche Conor O'Sullivan und der Masken-Makeup-Experte Robert Trenton entwarfen und anbrachten. "Sie benutzten ein ganz neues Verfahren auf Silikonbasis, mit dem man Maskenteile nahtlos auf der Haut anbringen kann", berichtet Robb-King. "Das wirkt absolut verblüffend, weil man mit der Kamera ganz nah ans Gesicht fahren kann - sogar mit der IMAX-Kamera. Es gibt keinerlei Probleme."

O'Sullivan verrät: "Wir haben für die Entwicklung dieser Technik etwa zwei Jahre gebraucht, doch nach ein paar Pannen haben wir es geschafft. Damit können wir Silikon-Teile herstellen, die direkt auf die Haut aufgetragen werden. Sie fügen sich perfekt in die Gesichtshaut ein - wenn man von ihrer Existenz nichts wüsste, könnte man sie überhaupt nicht erkennen."

Außerdem verkürzte das neue Verfahren das Auftragen der Maske auf ein Bruchteil der üblichen Zeit. O'Sullivan bestätigt: "Die Maske des Jokers hätte früher mindestens drei bis vier Stunden erfordert. Jetzt brauchten sie nur noch 25 Minuten, und es sah sogar viel besser aus - einfach toll."

Die Clown-Masken der Joker-Bande wurden individuell gestaltet, geformt und dann per Hand bemalt. Interessanterweise erfuhren die Filmemacher, dass jedes Clownsgesicht registriert ist - die Person, die es erstmals verwendet hat, besitzt das Copyright. Entsprechend mussten die Clownsmasken des Films zunächst abgenommen werden - keine durfte bereits existierenden Clownsgesichtern entsprechen.

Die drastischeren Makeup-Effekte für Two-Face bestanden aus einer Mischung von Maskenteilen und visuellen Effekten. Robb-King und sein Team arbeiteten dabei eng mit dem für die visuellen Effekte verantwortlichen Nick Davis zusammen, um festzulegen, in welcher Form Harvey Dents Gesicht entstellt wird - die Schäden sind derart massiv, dass sie sich allein durch eine Maske nicht darstellen ließen. Eckhart erinnert sich: "Für mich war das in Bezug auf die Technik interessant, denn ich musste nicht täglich stundenlang im Schminkstuhl verbringen. Das ganze Verfahren verlief völlig problemlos… wenigstens für mich", grinst er.



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