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Über die Produktion: Erweiterung von Batmans Welt

The Dark Knight X-TRA
 

"Bei der Fortführung der Batman-Story geht es uns darum, die vertraute Umgebung zu verlassen und Gotham als eine Weltstadt zu zeigen."
- Christopher Nolan


Erweiterung von Batmans Welt

Mit "The Dark Knight" will Christopher Nolan Batmans Welt buchstäblich erweitern: Er befreit die Handlung aus dem Rahmen der Studiohallen und siedelt sie an ausgedehnten Originalschauplätzen an. "Wir wollten das Panorama des Films expandieren - mir lag viel daran, die Außendrehs noch viel intensiver einzusetzen als bei ,Batman Begins'", sagt der Regisseur. "Denn die richtige Welt hat einen Maßstab, den man im Studio unmöglich nachbauen kann."

Wie in "Batman Begins" dient Chicago wieder als Gotham City. "Ich habe als Kind einige Jahre in Chicago gewohnt", berichtet Nolan. "Ich kenne und liebe die Stadt. Die Architektur ist berühmt, und als Filmemacher wird man sehr zuvorkommend empfangen. Schon für ,Batman Begins' haben wir wochenlang dort gedreht, aber diesmal haben wir Monate dort verbracht - mit außergewöhnlicher Unterstützung der Stadt."

Chuck Roven bestätigt: "Ich muss Bürgermeister Daley, das Filmbüro Chicago und vor allem die Bürger der Stadt ausdrücklich loben, denn sie haben uns wirklich begeistert und gastfreundlich aufgenommen. Sie haben äußerst intensiv mit uns zusammengearbeitet und uns wirklich unglaubliche Straßendrehs ermöglicht. Das wissen wir zu schätzen - in jeder Phase haben wir versucht, diesem Privileg auch gerecht zu werden."

Die unglaublichste Szene war zweifellos ein Stunt, wie ihn die Stadt bisher noch nie genehmigt hat: Ein zwölf Meter langer Lastzug überschlug sich im Herzen der Stadt, im Bankenviertel, mitten auf der LaSalle Street. Als Chris Corbould die Szene mit dem Truck im Skript las, "versuchte ich Chris davon zu überzeugen, dass hier wohl Kompromisse angebracht wären - vielleicht überschlägt sich nicht der ganze Truck, oder wir nehmen einen kleineren Truck - aber er ließ sich nicht davon abbringen."

Dazu Nolan: "Eines Tages sagte ich zu ihm: ,Chris, wir brauchen wirklich einen Lastzug mit neun Achsen. Und ich weiß, dass du das hinbekommst, denn das ist dein Fachgebiet, das ist dein Job.'"

Zunächst musste festgestellt werden, ob sich solch ein Stunt überhaupt realisieren lässt. "Sechs Wochen lang haben wir kalkuliert, erst dann haben wir einen realen Test gemacht", erinnert sich Corbould. "Auf einem freien Gelände brachten wir den Truck auf Tempo, drückten auf den Knopf, und er überschlug sich. Ich musste Chris Nolan gestehen, dass es perfekt funktioniert."

Trotzdem war den Filmemachern klar, dass der Überschlag auf freiem Gelände eine ganz andere Sache ist, als wenn man das mitten in der Stadt probiert. Bevor der Stunt ausgeführt werden konnte, wurden die bei der Stadt angestellten Ingenieure befragt, um sicherzustellen, dass der viele Tonnen schwere Truck beim Überschlag nicht die Infrastruktur der LaSalle Street beschädigen würde, denn unter dem Straßenpflaster laufen etliche Versorgungsleitungen. Als ein sicherer Sektor abgesteckt war, bekam die Produktion grünes Licht.

In der Nacht des Stunts überschlug sich der Truck mit der Präzision eines Uhrwerks und bekam Applaus von den versammelten Darstellern und Crew-Mitgliedern. "Es war beeindruckend, den Truck durch die Luft fliegen zu sehen - er landete genau so, wie Chris es vorausgesagt hatte", berichtet Nolan. "Auf dem Höhepunkt der Flugbahn sah er fast wie ein in den Himmel ragender Wolkenkratzer aus, und dann neigte er sich anmutig zu Boden. So etwas habe ich noch nie gesehen."

Die explosivste Szene des Films zeigt, wie ein ganzes Gebäude zusammenstürzt - diese Sequenz entstand in der nicht mehr benutzten Brach-Süßwarenfabrik. Corbould und seine Crew arbeiteten bei der Explosion mit der Firma Controlled Demolition, Inc. unter Leitung von Doug Loizeaux zusammen. Corbould berichtet: "Chris lehnte einen konventionellen Kollaps ab, bei dem das Gebäude wie ein Kartenhaus zusammenfällt. Ich entwickelte mit Doug ein System, das das Haus eher in Wellen, in einer Sequenz kollabieren lässt. Außerdem bauten wir noch ein paar Spezialeffekte ein, um das Ganze spektakulärer zu gestalten."

Für die Filmemacher war die Sicherheit oberste Priorität. Man musste vor allem den Verkehr auf den angrenzenden Straßen berücksichtigen, und auch eine Bahnlinie führt an dem Gebäude vorbei. In Absprache mit der Eisenbahngesellschaft wurden die Fahrpläne berücksichtigt, um sicherzustellen, dass im Moment der Explosion kein Zug passierte. Auch die umliegenden Straßen wurden gesperrt, um Schaulustige und Passanten von der Explosion fernzuhalten. Laut Drehbuch befindet sich ein Bus ganz in der Nähe der Explosion. Deshalb wurden die Scheiben mit Folie beklebt, um zu verhindern, dass eventuell Glassplitter durch den Bus flogen, in dem sich die Schauspieler befanden.

Bei den Dreharbeiten in Chicago nutzten die Filmemacher auch einige Wahrzeichen der Stadt, darunter weltberühmte Gebäude und Straßen auf mehreren Ebenen. Geschickt setzte Nolan die übereinander angebrachten Fahrspuren für eine entscheidende Autojagd ein, die sich der Joker, die Polizei und Batman liefern. Bei der halsbrecherischen Verfolgung rasten zahlreiche Autos, Panzerwagen und der unter einem schlechten Stern stehende Neunachser über den Upper und Lower Wacker Drive, Lower Lower Randolph, Lower Lower Columbus und LaSalle Street. Bei der Verfolgung nimmt der Bat-Pod eine Abkürzung und rast durch den gerade neu gestalteten Bahnhof unter dem Millennium Park.

"The Dark Knight" ist bereits der vierte Film, den Nathan Crowley in der Stadt am Michigan-See dreht. Dazu der Produktionsdesigner: "Chicago hat eine phänomenale Architektur; alle großen Architekten des vergangenen Jahrhunderts haben dort gebaut. Für Filmemacher ist das ein Fest."

Crowley wählte zwei Gebäude aus, die der berühmte Architekt Mies van der Rohe entworfen hat, und nutzte sie für etliche Sets. Das IBM Building stellte den Konferenzraum von Wayne Enterprises, Harvey Dents Büro, das Büro des Bürgermeisters und das Büro des Polizeichefs. Der Eingangsbereich des Gebäudes mit der Adresse One Illinois Plaza diente als Wohnzimmer in Bruce Waynes neuem Penthouse. Da sich dieses "Penthouse" im Erdgeschoss befindet, mussten visuelle Effekte dafür sorgen, den Dachgeschoss-Blick über die Stadt aus den vom Fußboden bis zur Decke reichenden Fenstern zu gewährleisten. Bruces Schlafzimmer wurde getrennt davon im 39. Stock des Hotel 71 am East Wacker Drive eingerichtet.

Bruce und Alfred ziehen in das Penthouse, weil Wayne Manor nach dem verheerenden Brand noch nicht ganz wieder aufgebaut ist. Dazu Nolan: "Am Ende von ,Batman Begins' sagt Bruce, er werde Wayne Manor Stein für Stein wieder aufbauen. Das dauert natürlich seine Zeit - es wäre also recht unwahrscheinlich, dass er bereits wieder dort wohnen könnte. Und es gibt in den Comics tatsächlich eine Periode, in der Bruce Wayne in einem Penthouse mitten in der Stadt wohnte - das haben wir als Aufhänger benutzt. Wir wollten ihn mitten in der Stadt ansiedeln, weil es in dieser Story um die Stadt selbst geht - uns war es daher wichtig, dass Bruce mitten im Geschehen ist."

Das Penthouse wirkt erheblich moderner als Wayne Manor. Crowley erklärt: "Wir durften in den wunderbar modernistischen Stockwerken drehen und hatten das deutliche Gefühl, dass diese Architektur traumhaft zu dem passt, was wir emotional ausdrücken wollen: Sie wirkt kalt und leer; dieses Ambiente strahlt keinerlei Wärme aus."

Nolan fügt hinzu: "Bruce führt eigentlich ein sehr einsames Leben - das karge Penthouse-Design ist also eine Spiegelung seiner inneren Verfassung."

Zu den Schauplätzen in Chicago zählen auch die Kongresshalle am McCormick Place West, in der das riesige Lagerhaus der Abteilung für angewandte Wissenschaft von Wayne Enterprises eingerichtet wurde; der Marine-Kai, auf dem es zu einer dramatischen Szene mit völlig panischen Bürgern in Gotham City kommt; und das alte Postamt von Chicago, das mehrfach zum Einsatz kam, darunter auch bei dem Banküberfall in der Eingangssequenz. Und außen am Trump Tower von Chicago, der sich zu diesem Zeitpunkt in einem frühen Baustadium befand, kam es zu einer entscheidenden Konfrontation zwischen Batman und dem Joker. Die Innenansicht dieses Rohbaus wurde im englischen Cardington sorgfältig nachgebaut - in einem ehemaligen Zeppelin-Hangar, den man zu einer Studiohalle umgerüstet hatte. Dort enstanden die eigentlichen Kampfszenen.

Der aus dem Stadtbild von Chicago ragende Sears Tower war der Schauplatz einer luftigen Außenaufnahme, und Christian Bale ließ es sich nicht nehmen, auf dem höchsten Gebäude der Vereinigten Staaten zu stehen. Der Schauspieler berichtet: "Ich hörte, wie mein Stunt-Double Buster Reeves sagte, dass er auf dem Weg zum Sears Tower war, um die Szene zu drehen, und sagte ihm: ,Sorry, Kumpel, aber so läuft das nicht. Das muss ich wirklich selbst machen.' Denn wie oft bekommt man schon die Gelegenheit, vom 110. Stockwerk auf Chicago hinabzuschauen? Merkwürdig und wohl auch richtig gefährlich war es, dass ich mich da oben sehr schnell wie zu Hause fühlte, bald auch auf der Dachkante herumging und in den Abgrund blickte", lacht er.

Nolan machte sich allerdings keinerlei Sorgen und unterstützte seinen Hauptdarsteller, der die einmalige Gelegenheit unbedingt nutzten sollte. "Christian stellt sich solchen Herausforderungen gern, und mir war natürlich klar, dass er keiner greifbaren Gefahr ausgesetzt sein würde. Das war alles sehr sicher; aber es gehört durchaus Mut dazu, sich dort hinzustellen. Ich persönlich verzichte gern darauf, aber ihm machte es offensichtlich Spaß, und wir bekamen eine wunderbare Einstellung. Nach dieser Erfahrung war der Blick von der Dachkante eines Gebäudes in Hongkong sicher ein Kinderspiel."

In "The Dark Knight" reist Batman in den Fernen Osten, um einen internationalen Finanz-Magnaten dingfest zu machen, der die mächtigsten Verbrechersyndikate von Gotham City manipuliert. Diese Szenen entstanden vor Ort in Hongkong, vor allem auf dem prachtvollen IFC2 Building, dem höchsten Gebäude der Stadt. "Mir gefiel die Idee, Batman in eine exotische Umgebung zu schicken", sagt Nolan. "Mit Bruce Wayne hatten wir das schon im ersten Film gemacht, bevor er Batman wurde, aber ich wollte jetzt auch Batman selbst außerhalb von Gotham City zeigen. Ich habe vor vielen Jahren ein Filmfestival in Hongkong besucht und erinnerte mich, wie wunderbar die Stadt für einen Film geeignet ist. Sie hat eine unglaubliche Optik - fürs Kino ist sie einfach ideal."

Für einige Innenaufnahmen kehrte das Filmteam nach Cardington zurück, wo ein wesentlicher Set gebaut wurde: Der Bat-Bunker, der als Ersatz für die Bat-Höhle dient, während Bruce und Alfred im Penthouse wohnen. Weil die gesamte Decke aus Leuchtstoffröhren besteht, wirkt der Bat-Bunker "wie ein gigantischer Leuchttisch", berichtet Wally Pfister, "was mir die Ausleuchtung natürlich wesentlich erleichtert hat."

Crowley berichtet, dass Batman ein neues Hauptquartier benötigt, während er in der Stadt wohnt: "Er kann nicht bis zur Bat-Höhle fahren. Deswegen dachten wir uns den Bunker aus, der das architektonische Motiv des Penthouses aufnimmt: Er ist riesig, aber ganz einfach gestaltet. Im Grunde handelt es sich um einen Betonkasten, in dem alles in den Wänden untergebracht ist und dort auch wieder verschwindet. Dennoch soll er optisch reizvoll wirken. Es geht um Proportionen und Perspektiven, was großen Spaß macht."

Christopher Nolan überlegt: "Jede Phase eines so gewaltigen Filmprojekts bringt ihre eigenen Probleme mit sich, ist aber auch sehr erfüllend. Es ist echt spannend, um die Welt zu reisen, in Helikoptern herumzusausen und mit dem Batmobil durch die Straßen von Chicago zu rasen. Manchmal muss ich mir bewusst machen, wie außerordentlich privilegiert ich bin, an einem derartigen Projekt mitwirken zu dürfen."

Ein weiteres wesentliches Design-Element in "The Dark Knight" sieht man nicht - man hört es. "Das Sound-Design des Films war extrem kompliziert", berichtet Nolan. "Bei der Mischung kamen enorme Mengen von Elementen zusammen, und manchmal war kaum auseinanderzuhalten, ob es sich um Geräusche oder Musik handelte. Lange Segmente des Films enthalten kaum oder gar keine Musik. Dadurch werden unser Sounddesigner Richard King und sein Team besonders gefordert, denn sie müssen eine Bandbreite von Geräuschen liefern, die den Zuschauern unter die Haut gehen - genauso, wie es üblicherweise die Musik tun würde. Am Ende des Films kommt eine Menge Musik zum Einsatz - das hängt direkt von der Entwicklung der Handlung ab."

Die Komponisten Hans Zimmer und James Newton Howard haben bereits gemeinsam an "Batman Begins" gearbeitet und liefern jetzt auch die Musik zu "The Dark Knight". Dazu Nolan: "Mir gefällt Filmmusik, die eine Entwicklung parallel zum Filmschnitt aufzeigt. Hans und James verstehen es hervorragend, diese Idee umzusetzen. Ohne überhaupt den Endschnitt zu sehen, liefern sie mir Musiksequenzen, die mein Cutter und ich im Schneideraum verwenden können. Das ist ein sehr organisches Verfahren, das den Komponisten sehr viel mehr Einsatz als üblich abverlangt, aber sie haben das fantastisch gemeistert."

Wie bei "Batman Begins" teilten sich Zimmer und Howard die Arbeit an "The Dark Knight": Zimmer schrieb das Joker-Thema, und Howard übernahm die Gestaltung der gespaltenen Persönlichkeit von Harvey Dent/Two-Face. Auch die allgemeine Filmmusik fällt anders aus - heldenhafte Fanfaren sind kaum zu hören. Dazu Zimmer: "Ich sehe Batman nicht als typischen Superhelden, also vermeide ich auch alles, was in der Musik nach ,super' klingt. Ständig hatte ich das Fledermaus-Symbol vor Augen. Es ist die Ikone, die Batman repräsentiert, aber gleichzeitig wirkt sie düster und schlicht."

"Batman ist eine sehr komplexe Figur", fügt Howard hinzu. "Wir kennen ihn immer noch nicht richtig - wenn man also versuchen würde, ihm ein Musikthema zuzuordnen, das ihn näher definiert, wäre das der falsche Weg."

Abschließend sagt Nolan: "Für mich übt Batman eine nachhaltige Faszination aus, weil wir uns in seine Lage versetzen können. Man bezeichnet ihn zwar als Superhelden, aber eigentlich ist er ein selbsterfundener Superheld. Und die Vorstellung von einem Mann, der durch schiere Willenskraft und Selbstdisziplin über sich hinauswächst und in eine Heldengestalt verwandelt… das ist wirklich ein unwiderstehlicher Mythos."



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