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Am 18. September erscheint 'Batman: Arkham Asylum' für den PC
 
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Batman: Arkham Asylum Videogame - Fan-Review zum Spiel

Batman: Arkham Asylum

Eine Review von Manuel Baudisch

"And at the end of fear... OBLIVION!"

Batman: Arkham AsylumDoch nun zu den negativen Dingen. Beginnend bei der Spiellänge. Ich bin ehrlich gesagt überrascht dass dies so noch kaum bei professionellen Kritikern adressiert, oder gar von den Spielern so sehr verschmerzt wurde. Aber, es tut mir leid, es ist eindeutig zu kurz! Glaubt mir, ich bin ganz sicher KEIN Hardcore-Gamer, würde mich sogar zu den Casuals zählen. Aber nach 2 Spielesessions und - geschätzt - unter 10 Stunden durch? Das ist wirklich nicht viel. Ironischerweise sehe ich die Schuld gerade beim Storytelling des Spieles, das teilweise eindeutig zu Stramm ist. Eventuell bin ich da ein Einzelfall, aber während dem Storymode war ich nie wirklich ermutigt worden einmal einen Abschnitt in aller Ruhe zu erforschen und allen Geheimnissen dieses Abteils auf die Spur zu kommen. Für ein Game das einem eine relativ riesige Welt bietet (und nach dem Durchspielen habe ich erst festgestellt, WIE groß Arkham tatsächlich ist!) war das Spiel selbst eindeutig zu linear. "Geh dort hin, mach das, tu das und dies", klar, das Spiel will vor allem eine Story erzählen. Aber ich habe nie vermittelt bekommen dass ich auch "ein bisschen später mal dort hin gehen kann und mich während dessen mal mit anderen Dingen beschäftigen kann". Alles wirkte stellenweise wie ein Wettlauf gegen die Zeit, und wenn ich nicht sofort handle könnte ich noch etwas verpassen. Vor allem fiel mir dies bei meinen heißgeliebten Tonbändern auf. Das Spiel bietet zwar die Möglichkeit sich die Bänder auch während des Spielens anzuhören (wie beim großen Bruder 'Bioshock'), was ich bevorzugt auch gemacht habe um so ein wahres "Real Time" Gefühl zu erhaschen, doch wehe man geht einen Schritt zuviel! Denn dann werden die Tonbänder durch das Spielgeschehen unterbrochen, Storyelemente wie Charaktere die sich urplötzlich zu Wort melden. Seht ihr, was ich meine? Zwar gibt dir das Spiel die Möglichkeit die Story non-linear zu verfolgen, es selber lässt dies allerdings nicht zu.

Ich kann nur wieder Spiele wie 'Systemshock' und 'Bioshock' als Beispiel nennen. "Hacken von Maschinen" und "geh von Punkt A zu Punkt A. AH! Wie blöd. Punkt A ist versperrt, du musst erst zu Punkt Y gehen und dort einen Schlüssel holen. Oh nein, der Schlüssel wurde von Person Xy gestohlen und nach Z gebracht. Eliminiere die Person und hol den Schlüssel" sind zwar Spielmechaniken die sich sehr schnell tot laufen können, bei 'Bioshock' wirkte das ganze aber wie aus einem Guss und unheimlich organisch in das Spiel integriert. Sicher hat auch 'Arkham Asylum' solche Momente, die sind aber vergleichsweise selten und dann auch noch relativ kurz, dass es eher wie ein kurzer Bruch im Spiel wirkt, denn wie eine Abwechslung vom großen Ganzen. Zumal diese Momente in Arkham stellenweise auch elementar für die Story sind, während sie in 'System'- und 'Bioshock' mehr ermutigt haben, auch einmal nebenbei die Welt zu erforschen.

Mit den Riddler Rätseln hat man zwar auch versucht das Spiel künstlich in die Länge zu ziehen um so mehr "exploration" zu bieten, aber wie ich es schon von vielen anderen Spielern vernommen habe - und so ging es mir auch -löst man eher so nebenbei ein paar Rätsel, eben die, die sich gerade auf dem Weg befinden, und kümmert sich erst mal nach dem Abspann darum, alles aufzudecken. Anstatt dass man schon von Haus aus ermutigt wird auch mal die Story stehen zu lassen und lieber einmal die Welt und all ihre Möglichkeiten zu erkunden.

Gerade 'Bioshock' wäre rein vom spielerischen her sicher nicht länger als 10 Stunden. Doch durch die hervorragende Einarbeitung von Nebenquests und das - zugegebener Maßen - mit der Zeit belanglose hacken von Maschinen (eine neue Kombination hin und wieder wäre schön gewesen) hat man ein Spiel gehabt, in das man auch 30 Stunden lang hat eintauchen können. Genau das fehlt Arkham. So "un-batmanhaft" es auch klingen mag, hätte ich es schon als nettes Goodie empfunden, hätte Batman seine Wunden heilen können, indem er sich bei einem Getränkeautomaten ein Cola rausdrückt (wie auch immer das medizinisch Sinn macht) oder, von mir aus, sich Verbandszeug aus Schränken holt. Immerhin ist Arkham auch ein Krankenhaus. Klar wären das nur kleine, läppische Details, aber gerade so was ermutigt mich zumindest mehr, auch einmal die Welt, in der ich agiere, kennen zu lernen, und sie nach Dingen zu erforschen, die mir von nutzen sind.

" -Bane called Dr. Young 'Bruja'. What does that mean?
-It is spanish... for 'Witch'."


Batman: Arkham AsylumEin weiteres Problem waren für mich die Riddler-Rätsel. Dass diese einfach zu beliebig eingesetzt werden, als dass sie sich organisch in das Spiel integrieren wurde bereits angemerkt. Doch davon abgesehen sind sie eindeutig zu simpel gestrickt. Oh, versteht mich nicht falsch, bei dem einen oder anderen Rätsel biss ich mir in der Tat die Zähne aus. Doch im Grunde genommen ist es immer nur das selbe Rätsel, nur mit einer anderen Lösung. Eddy gibt einen EINDEUTIGEN Hinweis auf die Lösung, den man einfach NICHT überhören kann, da er diesen auch noch mit aller Kraft betont, so dass man sich im Kopf bereits die Lösung zusammenspinnt und nur noch im Raum nach einem Gegenstand suchen muss der mit dieser Lösung konform geht. Beispiel gefällig? "Believe it or not, but this HARVEY has got TWO FACES", puh, Mensch, ich hab echt keine Ahnung wonach ich suchen muss. Machen wir lieber weiter, vielleicht ist das nächste Rätsel einfacher. "What does a PENGUIN need in the RAIN?", was weiß ich, ein Regenschirm wird es ja nicht sein. Was wollen Pinguine schon mit Regenschirmen? Und so weiter und sofort.

Von dem Meister der Rätsel, der Batman beweisen will, dass er wesentlich cleverer ist als der dunkle Ritter, erwarte ich mir dann doch wesentlich mehr als das. Wo waren die knackigen Puzzle die meinen Kopf zum Glühen bringen? Wo waren die Zivilisten, die in Gefahr sind und womöglich sterben wenn ich eine bestimmte Zahlenkombination nicht erraten kann? Das ist es auch, was ich mit dem "organischen einfügen" meinte. Natürlich sind die Rätsel "nur" Nebenquests, aber im Endeffekt wäre es so... verführerisch... gewesen, wenn man urplötzlich im durchforsten der Gänge der Anstalt auf ein Rätsel stößt, welches dich sofort packt und ermutigt es "hier und jetzt" zu lösen. Ich hätte mir einfach gewünscht dass gerade die Riddlerquests sich fast schon als "zweite Haupthandlung" integriert hätten, denn als Goodie für zwischendurch.

Denn Paul Dini hat das geschafft, bei dem er in seinem "durchschnittlichen" Run in Detective Comics scheitert (und zugegebener Maßen viele Autoren vor ihm genauso): er hat den Riddler nicht nur interessant, sondern sogar unheimlich (ja, ich meine das ernst!) gemacht. Ich kann nur nochmal die hervorragenden Tonbänder zitieren, in denen er durch fiese psychologische Tricks mit den Köpfen seiner Psychiater jongliert hat. Bis zu einem Punkt an dem mir ein kalter Schauer über den Rücken schoss. HÖLLE! So soll... nein... so MUSS der Riddler sein! Gerade in Anbetracht dessen wirkte es ihm fast schon unwürdig wie er in das fertige Spiel integriert wurde.

Auch missfiel mir die Hintergrundgeschichte der Anstalt höchst selbst, die für meinen Geschmack einfach zu stark abgeändert wurde. Zum einen sind diese "Tafeln" die auf der gesamten Insel verteilt wurden eine großartige Idee. Vor allem das aus der "Arkham Asylum" Graphic Novel entnommene, integrieren der Hirschkäfer als psychologischen Pathos für Amadeus Arkhams tragisches Schicksal. Doch die Tatsache dass laut diesen Aufzeichnungen, Amadeus Arkham bis zur Ermordung seiner Familie nichts mit 'Mad Dog' Hawkins zu tun, und er, als er die Möglichkeit der Rache hatte, sich doch dafür entschied ihn zu behandeln, war ein viel zu großer Bruch im Verständnis für seinen psychischen Zustand. Im Comic wirkten seine Taten, so furchtbar sie auch waren, auf einer gewissen Distanz sehr rational und verständnisvoll. Im Spiel wirkt er einfach nur wie ein armer Irrer. Gerade das Muster, dass er in der Novelle 'Mad Dog' noch ein Jahr lang therapiert hat, nur um am ersten April - dem Jahrestag an dem seine Frau und seine Tochter starben - den "filthy Bastard" während einer Elektroschockbehandlung mit Stromstößen zu töten, so dass es wie ein Unfall aussieht, zeigte schon eine sehr wichtige und relevante Charakteristik für Amadeus. Eigenartigerweise ist in Amadeus Arkhams "Who's Who" innerhalb des Spieles noch immer die "original" Origin zu lesen, weshalb es die Entwickler geschafft haben ein Kontinuitätsparadoxon zu erschaffen. Juchei!

Mein größter Kritikpunkt ist allerdings das Ende. Jesus Christus, das Ende. Nein, nicht der Schwierigkeitsgrad! Der war nämlich in Ordnung... vielleicht eine Spur zu leicht, aber in Ordnung. Ich beziehe mich viel mehr auf "Joker: The Abomination". Was zur Hölle ging in den Köpfen der Entwickler vor? Dieses Ende hat mich schlicht fertig gemacht! Zum einen haben wir ein Spiel das versucht eine Tiefe... gar bedrückende Atmosphäre aufzubauen und stellenweise schon in Survival Horror Gegenden abdriftet. Ein Spiel, das ständig am Rücken des Spielers nagt, nur um plötzlich hervorzuspringen und einem den Controller aus der Hand zu schlagen. Und was wird als Ende geboten? Einen Joker wie er in den schlimmsten Albträumen eines Jeph Loebs nicht möglich wäre. Ich verstand ja schon damals den Hype nicht als die PS3-Fraktion den Joker als spielbaren Charakter geboten bekam. Ich stand ja schon fassungslos da als man den Joker als Kämpfer in "Mortal Kombat vs. DC Universe" eingebaut hat. Das hat einen ganz bestimmten Grund: der Joker, wie ich ihn liebe und schätze (so sehr wie man einen Mörder und Vergewaltiger auch schätzen kann), ist KEIN Kämpfer. Er beherrscht keine wirklichen Kampfkünste, ist nicht besonders muskulös und würde auch nie im Nahkampf besonders etwas reißen. Der Nahkampf des Jokers besteht aller höchstens daraus, dass er ein Messer in den Hals seines Gegners rammt und dann so lange auf den Bauch des Opfers herum springt, bis der letzte Tropfen Blut aus der Wunde gesprudelt kommt. Er ist ein Massenmörder, ein Killer... aber in diesem Bezug nicht automatisch dämlich. Zu sehen wie er sich selbst das mutierte Venom - Titan - spritzt und als mutierte Missgeburt, die in diesem Zustand eigenartigerweise normal denken kann während die anderen Versuchskaninchen nicht diesen Luxus genossen, in den Kampf zog, war für mich einfach nur eines: unfreiwillig komisch. Ich habe das Gefühl, dass den Entwicklern die Ideen ausgingen. Ich habe das Gefühl, dass im original Skript das Spiel vielleicht bereits damit endet, dass Batman, Gordon nach dem Kampf mit den Blackgate Insassen rettet, dies für die Mannen um Rocksteady Studios allerdings nicht "episch" genug war.

Ich kann einfach nicht verstehen dass das Spiel bis zu diesem Punkt einfach fabelhaft ist, ich mich die meiste Zeit sogar gefragt habe, warum Paul Dini es nicht schafft, diese Qualität in seine Detective Comics Arbeiten miteinfließen zu lassen? Gerade der Kampf gegen Poison Ivy hat mehr als nur ordentlich gerockt und war auch atmosphärisch sehr dicht und konsequent. Aber dieser arge Bruch in der bedrückenden Atmosphäre im Kampf gegen Mutant-Joker hat mir förmlich mein Gesicht ausgepeitscht.!

Batman: Arkham Asylum

"You have to excuse him. He never really got over his parent's death.
'It left him quite insane'!"


Alles in allem ist 'Batman: Arkham Asylum' wirklich ein sehr tolles Game geworden. Ich habe unheimlich viel Spaß damit gehabt und werde auch noch garantiert viel Spaß damit in nächster Zeit haben. Allerdings hat einfach 'Bioshock' die Messlatte für "Free-Roam Horror Action Adventure" eindeutig zu hoch gehängt. Denn wenn 'Arkham Asylum' vor allem eine Sache geschafft hat, dann war es mir Lust zu machen noch einmal in die albtraumhafte Unterwasserwelt von Rapture einzutauchen. Und das war wohl nicht unbedingt im Sinne der Entwickler! Dennoch ist es sehr gute Unterhaltung auf ganz hohem Niveau, deren Wertungsdurchschnitt von "90%" meiner Meinung nach dennoch zu viel ist. Es ist ein überdurchschnittlich gutes Spielerlebnis, das allerdings gerade in seinem Genre mit teilweise zu starker Konkurrenz zu kämpfen hat. Trotzdem ist es definitiv ein mehr als überragender Schritt in die richtige Richtung, der zeigt, dass man aus Batman einiges heraus holen kann was Videospiele betrifft. Mein Lieblings-Comicvideospiel ist es aber dennoch nicht geworden. Dieser Thron wird nach wie vor stark von "The Darkness" verteidigt. Ich bin ein Fanboy, hasst mich doch dafür!

[Manuel Baudisch]


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