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Batman: Arkham Asylum Videogame - Fan-Review zum Spiel

Batman: Arkham Asylum

Eine Review von Manuel Baudisch

"Welcome to the madhouse, Batman!
I set a trap and you sprang it gloriously!"


Als Batman-Fan ist man doch was Videospiele betrifft ein ziemlich armes Schwein, oder? Fassen wir uns doch alle einmal mit der Hand zum Herzen, hören wir auf die kleine, süße Stimme in uns (und ich rede nicht von meiner schizophrenen Persönlichkeit, Hälgar, der männermordenden Nymphomane) und nennen ein Batman-Game in den letzten 10 Jahren das wirklich rundum gelungen ist. Gut, 'Batman Vengeance' war sicherlich was Lizenzmarken betrifft ein kleines Ausnahme-Wunder, da es stilistisch gesehen perfekt die Atmosphäre der von Bruce Timm, Eric Radomsky und Paul Dini konzipierten, preisgekrönten Zeichentrickserie einfangen und auch spielerisch durchaus seine ganz besonderen Momente machen konnte. Doch was war wenn man kein Fan der Marke ist? Natürlich wäre das auf gewissem Maße ein recht paradoxer Moment, doch sollte dieser besondere Fall eintreffen, hatte man es mit einem routinierten 'Metal Gear Solid' Klon zu tun, der spielerisch gesehen allerdings einige Abstriche machte!

Und von dieser Ausnahme abgesehen? Ebbe. 'Batman: Dark Tomorrow', das von vielen, durchaus zu Recht, betitelte "Schlechteste Spiel der letzten Konsolen Generation", ein technisch unspielbarer Einheitsbrei aus Stealth und Beat Em Up Elementen mit einer gähnend langweiligen Story und überschüttet mit mehr Bugs als meine Küche (nein, ehrlich!). 'Batman: Rise Of Sin Tzu', ein lahmes Beat Em Up bei dem 'Hälgar' aufschreit und mich förmlich mit der Frage quält, wieso ich nicht einfach stattdessen einen der unzähligen 'Final Fight' teile spiele und mir vorstelle, es handle sich bei den Charakteren um Figürchen aus den Batman-Comics (japp, ich meine es ernst, 'Final Fight' ist ein besseres Batman-Spiel, als 'Rise of Sin Tzu'. Ich habe mich tatsächlich in diese untiefen begeben).

'Batman Begins', gute Güte, 'Batman Begins'. Das Spiel, das sich förmlich den Untertitel "The Ragnarök Of Promises, But FUCK YOU, We're NOT Going To Satisfy Thou Expectations Anyway". Eine Ansammlung großer Ideen und edler Spielelemente die nicht einmal am Ansatz derer Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Ein Linearer Albtraum der sich förmlich über einen lustig macht. Denn man spielte nicht mit dem Spiel. Oh NEIN! Das Spiel-Spielte-Mit-Dir! Dennoch muss ich zugeben dass ich dieses Stück Software, erschreckenderweise, des Öfteren durchgespielt habe. Denn, so furchtbar linear es auch war; sobald ich meinem virtuellen Batsy das freispielbare Comic-Outfit umgeworfen hatte, verwandelte sich das Game in das wohl nahst mögliche "Comic Batman" Spielerlebnis, in das man als Fan bisher kommen konnte. Oh ja, ich schäme mich förmlich diese Behauptung aufgestellt zu haben.

Batman: Arkham Aslyum

Doch nun steht uns nach so vielen Jahren endlich ein Batman-Spiel bevor, welches tatsächlich das Zeug dazu hat, mehr als nur ein schnell herunter programmiertes Marketingprodukt zu sein. Ein Stück Software mit soviel Potential sich zu einem modernen Klassiker zu entwickeln, nicht nur für Fans des Unterhosenvigilanten, sondern auch für Fans "guter" Videospiele. Doch kann es diese Erwartungen auch erfüllen? Ach, wie ich solche blöden "Appetizer" doch hasse...
Ja, das konnte es. Glückwunsch, hier habt ihr eure Review. Es ist gut. Ehrlich. Batmanfan? Dann kauf es, verflucht. Worauf wartest du noch? Immerhin will ich dir nicht die Freude an dem Spiel verderben indem ich wie ein bockiges Kind in 'Sweet Sixteen' herum heule dass der ansonsten tip-top Sportwagen lila statt rosa ist. Denn, glaubt mir, fehlerfrei ist auch dieses Batman-Spiel nicht!

"Tempting Bats, but no dice!
Now the inmates are running the Asylum!"


Ich muss ehrlich sagen dass es schon lange her ist, dass mich ein Spiel mit solch zwiespältigen Gedanken in die reale Welt entlassen hat. Zum einen finde ich es rundum hervorragend (den "lächerlichen" superlativ "perfekt" lasse ich mal lieber GANZ WEIT außen vor) und es hat meine Erwartungen "mindestens" übertroffen. Zum anderen allerdings muss ich gestehen dass ich den großen Hype um dieses Spiel und die vielen, fast schon "hyper" positiven Kritiken teilweise sehr übertrieben finde. Was, das ergibt wenig Sinn? Nun gut. Lasst es mich erläutern!

Meine Erwartungshaltungen waren allgemein relativ niedrig. Selbst nach all den tollen Previews, Trailer und Screenshots die es über das ganze Internet verteilt zu genießen gab - die 'Arkham Asylum' teilweise als den "geistigen Nachfolger von Bioshock" feierten - habe ich mir nicht mehr erwartet als ein ordentliches Lizenzspiel das zumindest die Fan-Klientel völlig zufrieden stellen wird. Genau in diesem Sinne wurde diese Erwartung von mir sogar übertroffen, da ich definitiv sehen kann dass selbst ohne die Batman-Lizenz ein rundum gelungenes "quasi free-roam action adventure" unter der Haube steckt. Ich würde es sogar als mein persönliches Spiel des Jahres bezeichnen, was aber auch vor allem daran liegt, dass ich in letzter Zeit kein wirklich großes Interesse an Videospielen hatte und 'Arkham Asylum' das erste ist, welches ich dieses Jahr gekauft habe.

Positiv muss vor allem erst einmal eines hervorgehoben werden - die Atmosphäre! Die ist nämlich schlicht und ergreifend eines: Eine ästhetische Wucht! Jede Pore dieses Spieles schreit förmlich "Wahnsinn, Angst und Verzweiflung". DAS ist Arkham, ein stinkender Moloch der Panik. Ein gothischer Albtraum und ein esoterischer Spiegel süß-fauliger Begierde. Die dunklen Hallen der Irrenanstalt haben mir teils einen ordentlichen Schauer über den Rücken gejagt. Angereichert mit den zahlreichen, in der Anstalt verteilten Tonbandaufnahmen die Systemshock-like einem mehr Informationen über die Insassen beschert haben (wer bei den Tonbändern von Victor Zsasz keine Gänsehaut bekam, darf sich nicht erlauben menschliches Wesen genannt zu werden. Tatsache!) und damit immer weiter in die finsteren Abgründe des Tollhauses, vielleicht sogar unseres eigenen Wahnsinns, gezogen werden.

Batman: Arkham AsylumBesonders die Scarecrow-Abschnitte waren FABELHAFT und boten einen unheimlich köstlichen Kontrast zum realistischen Horror der Anstalt. Ich hänge mich einmal so weit aus dem Fenster zu behaupten dass Scarecrow ohne große Schwierigkeiten unserem Harlekin des Hasses die Show gestohlen hat. Mindfuck auf sehr hohem Niveau, wunderbar angereichert mit einer ordentlichen Portion Abstellkammer Psychologie. Denn es mag vielleicht das vorhersehbarste auf der Welt sein, wenn in einer Story die in einer Irrenanstalt spielt, der geistige Zustand des dunklen Ritters hinterfragt wird, ich persönlich allerdings, kriege nicht genug von der "genauso schlimm wie die Monster die er fängt" Thematik. Welche, ironischerweise, von Grant Morrison zwar in der 'Arkham Asylum' Graphic Novel perfektioniert wurde, in seinem derzeitigen Comicrun allerdings förmlich revidiert wird. Ein bitterböser Kontrast der allerdings wunderbar zu schmecken weiß!

Ein riesiges Lob geht allerdings auch an den Schwierigkeitsgrad. Obwohl er teilweise DEFTIG schwer ist (glaubt mir, ich bin VERDAMMT OFT im Spiel gestorben), wird man trotzdem nie auf unfaire Art und Weise abgemurkst. Man stirbt nie aufgrund von Dingen die man nicht kommen gesehen hat. Mir zumindest war es IMMER klar, weshalb ich den Löffel an Gevatter Tod abgeben musste. Genau das ist es im Grunde genommen auch, das ich in Spielen von heute vermisse. Wo in manch virtuellen Welten oft unfaire Fallen eingebaut werden, um so quasi einen "schwankenden Schwierigkeitsgrad" zu provozieren obwohl sich beim Spielgeschehen selbst in dem Sinne nie etwas geändert hat, besinnt sich 'Arkham Asylum' auf "old-school" Traditionen wie es noch in den 2D-Jump N' Runs vertreten war. Die Gegner werden nicht unbedingt schwerer und die Fallen undurchschaubarer, sondern schlicht zahlreicher. Gerade dadurch wird einfach viel mehr taktisches Gefühl vom Spieler verlangt und bei jedem weiteren mal bei dem man stirbt wird man ermutigt seine Taktik zu ändern, zu verfeinern oder überhaupt anders an die Sache ran zu gehen. Das ist schlicht fantastisch! Ich habe noch kein Spiel in dieser Softwaregeneration gespielt in dem der Bildschirmtod durch einen ordentlichen Motivationsschub belohnt wird. Ich empfehle sogar jedem Spieler das Spiel auf dem schwersten Schwierigkeitsgrad zu spielen, da man gerade so noch mehr ermutigt wird, wie Batman zu denken.

Fabelhaft sind auch die Charaktermodelle. Die Designer sind irrsinnig clever an die Sache heran gegangen und haben nicht einfach die Figuren originalgetreu aus den Comics übernommen, sondern vielmehr versucht den Designs einen realistischen Touch zu geben. Batman ist auf diese Weise definitiv der selbe wie in den Comics, ja, gar die "comictreuste Interpretation" des dunklen Ritters welche jemals virtuell interpretiert wurde. Doch durch kleine aber feine Details am Kostüm die es wesentlich organischer und mehr wie eine gepanzerte Rüstung wirken lassen. Ein Batman, der so in der Realität auch möglich wäre, ohne das man Abstriche beim ursprünglichen Design machen müsste. Oder zum Beispiel der Joker. Der Scharlatan des Todes wirkt auf dem ersten Blick wie aus den Comics entsprungen, bis man einen blick auf die blutroten Lippen erhascht; eine visuelle Verformung, die wohl weniger durch ein Bad in Chemikalien gegeben, sondern ist viel mehr das Werk einer morgendlichen Routine, sich selbst Lippenstift (oder vielleicht sogar das Blut seiner Opfer) aufzutragen und es zu einem grausigen, dauerhaften Lächeln zu verwischen.

Vielleicht bin ich der einzige Spieler dem dies auffiel, allerdings bekam ich teilweise bei den Designs dieser virtuellen Comic-Ikonen einen, ich nenne es einmal, "Vibe", ein Gefühl diese Figuren in dem Stile tatsächlich schon einmal gesehen zu haben. Ein Griff in mein wohl gefülltes Comicregal, runter in die "Batmanabteilung" gab mir urplötzlich Aufschluss. Die Designs von Batman und Joker haben eine, fast schon unheimliche Ähnlichkeit mit denen meines Lieblings-Gothickünstlers Bernie Wrightson. So wie sie in dem großartigen Klassiker 'The Cult' (wenn ihr ihn noch nicht gelesen habt: Kauft ihn. SOFORT!) zu sehen sind, hätten sie beinahe unverändert in das Spiel übernommen werden können. Batman, eine dämonische Kreatur der Nacht mit pech schwarzem, meterlangem Cape, aber dennoch sehr muskulös gebaut. Mit Hörnern, so lang und furchteinflößend dass sie förmlich das Tor zu Gottes himmlischen Reich streicheln. Und Joker, seriös und irre gleichermaßen. Ein boshafter, wahnsinniger Killer dessen wirre Frisur sein clownisches Äußeres umso mehr unterstreicht. Das mag sicherlich nur ein Zufall sein, aber für einen Jahrelangen Comicleser wie mich war das dann doch ein wunderschönes Detail und eine traumhafte Fantasie endlich selbst in die Comicwelt von Wrightson eintauchen zu können. Und wenn es anderen auch so geht, dass sie durch solche Kleinigkeiten einen besonderen Motivationsschub bekommen, so habt ihr hier einen wirklich soliden Ausgangspunkt.

Batman: The Cult
Zeichnung von Bernie Wrightson aus Batman: The Cult


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