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Fan-Fiction

 

"April Fish"
(aus Signal #2)

"Ring, ring ... ", das Läuten des Telefons riß sie plötzlich aus dem Tiefschlaf und vertrieb die Träume von einem Land jenseits der Vorstellung.
"Hallo."
"Hallo Barbara, es ist so schön, deine süße, reizende Stimme zu hören."
"Wer spricht da," fragte Barbara.
"Wer soll's schon sein? Natürlich - der Joker!"
Barbara Gordons Gesicht wurde fast so bleich wie das des Jokers. Erstarrt vor Furcht war sie weder fähig, den Hörer aufzulegen, noch zu sprechen.
"Ich saß so herum, wußte nicht, was ich tun sollte, als ich deine hübschen Bilder sah und dachte, daß es an der Zeit wäre, mich wieder mit dir zu verabreden. Beim letzten Mal war es doch so amüsant für uns beide, nicht wahr, mein kleines Knuddelchen? Gib es zu, es ging dir nie besser als mit mir. HAHAHAHAHA."
Barbara war wie gelähmt von dem Schock, ihre Gedanken überschlugen sich, doch ihr Mund war wie ausgetrocknet, ihre Lippen unfähig, zu antworten.
"Gut, kein Geschrei. Keine ach so rechtschaffene Empörung. Und du bist immer noch am Telefon - ich kann also davon ausgehen, daß du mit unserer Verabredung einverstanden bist. Glaub mir, es wird die beste Zeit deines Lebens. Bis bald, Baby. Oh und zieh dir irgendwas an, in dem du sexy aussiehst, damit ich es dir vom Leib reißen kann. HAHAHAHA."
Sie saß da und lauschte dem Rauschen der toten Leitung. Eine Ewigkeit schien zu vergehen. Dann drückte sie auf die Gabel, bekam das Freizeichen und wählte Commissioner Gordons Privatnummer.
" Gordon hier."
"Dad, gerade erhielt ich einen Anruf vom Joker, er drohte, vorbeizukommen, und mit mir die "beste Zeit meines Lebens" zu verbringen. Dad, ich habe solche Angst."
"Verdammt," war das einzige, das Jim Gordon im ersten Moment sagen konnte. "Ich schicke dir ein paar meiner Männer vorbei, die dich an einen sicheren Ort bringen und bewachen werden."
"Also ist er wirklich wieder ausgebrochen? Und morgen ist der Erste April."
"Ja. In Arkham wußten sie gar nichts davon, bis ich dort Rückfrage hielt, um mich zu vergewissern. Der Joker rief die Nachrichtensender an und sagte, er hätte in der Stadt genug Smilex deponiert um jeden Menschen zu töten. Es wird morgen früh in allen Zeitungen stehen und von jeder Radiostation gesendet werden. Ich bereite mich schon auf das Chaos vor, das entstehen wird."
"Ich werde ein paar Sachen einpacken."
"Gut, meine Männer werden bald bei dir sein, sei ganz beruhigt."

Nicht lange, nachdem das Bat-Signal am Himmel erstrahlt war, erschien Batman auf dem Dach des Polizeihauptquartiers.
"Ich dachte, es würde dich interessieren, daß der Joker aus Arkham entkommen konnte und plant, morgen, sozusagen als Aprilscherz, soviel Smilex freizusetzen, daß die ganze Stadt ausgelöscht wird."
"Wann ist er ausgebrochen?" fragte Batman.
"Wir sind nicht sicher. Die Zeitungen erhielten den Anruf um 22.30 Uhr, also muß es irgendwann vorher gewesen sein. Der Sicherheitsdienst von Arkham versucht immer noch, herauszufinden, wie er entkommen konnte."

Die Schlagzeilen der Frühausgaben verkündeten die Worte des Jokers, die "April Heimsuchung". Gordon hatte den Notstand ausrufen lassen, bis man das Smilex gefunden oder den Joker gestellt und zurück nach Arkham gebracht hatte. Und doch sind für viele Menschen die öffentliche Anordnungen unerheblich. Der Gedanke, ihr Leben zu riskieren, wenn sie zur Arbeit gehen und dabei Gefahr laufen, etwas von dem tödlichen Gas des Jokers einzuatmen, ist für sie unvorstellbar.

Der 1. April. Die Straßen Gothams sind leer. Ein paar Nachzügler verlassen die Stadt, um Verwandte und Bekannte zu besuchen. So weit entfernt wie möglich. April Fish ist allein in ihrer Wohnung. Sie telefoniert mit ihrer Mutter.
"Ich weiß, Mama, aber ich habe keine Möglichkeit, die Stadt zu verlassen und ganz bestimmt möchte ich nicht, daß du herkommst, um mich abzuholen." Sie lauschte eine Minute lang dem Gerede ihrer Mutter. "Mama, alle Fenster sind geschlossen. Ich habe sogar altes Zeitungspapier zerknüllt und zwischen den Rahmen und das Glas gesteckt und die Türen mit Tüchern abgedichtet. Ich bin hier wirklich sicher, Mama... Warte mal, ich habe jemanden auf der anderen Leitung." April schaltete zu dem anderen Anruf um. Sie erwartete einen dieser Telefonverkäufer zu hören, die sich immer die unpassendste Zeit für ihre Anrufe aussuchten, aber die Stimme am anderen Ende klang sehr freundlich - und kam ihr ein wenig bekannt vor.
"April Fish?"
"Ja, da sind Sie richtig verbunden, was kann ich für Sie tun?"
"Nun, meine Liebe, Sie könnten sehr gut zuhören... HA HA HA HA! HA! HAHA! HAHA! HA! HA! HA! HA!"
Das Lachen wurde lauter, immer lauter, so daß es teilweise eine Lautstärke von über 150 Dezibel erreichte. Aprils Mittelohr wurde als erstes verletzt. Die Gehörknöchelchen, die Menschen das Hören ermöglichten, brachen, und danach die Membrane, als der Klang ihr Innnenohr erreichte. Aprils Nervensystem drohte zu kollabieren. Ob es von dem unerwarteten Schrecken oder der Niederfrequenz des Lachens kam, würden die Ärzte wohl nie feststellen können. Sie hatte dennoch Glück. Der Telefonhörer fiel ihr aus der Hand, als sie auf den Küchenboden sank. Das Echo des grauenhaften Lachens hallte in ihrem Kopf wieder. Immer und immer wieder, HA HA HA HA. Der Schmerz war unerträglich. Sie mußte ihr Frühstück erbrechen. Käseomlette Toast mit Gelee, Milch. Irgendwo in ihrem Unterbewußtsein registrierte sie den Geschmack. Das Telefon. Ich muß einen Krankenwagen rufen. Als sie das Telefon erreichte, wählte sie die Notrufnummer, aber sie bekam keine Verbindung. Sie schrie um Hilfe, ohne ihre eigene Stimme hören zu können. Der Schmerz durchlief sie wie Wellen. Sie betastete ihr Ohr und als sie danach ihre Hand betrachtete, sah sie das Blut. Das letzte, an das sie sich erinnerte, war das Blut an ihren Fingern.

Auf dem Dach wartete Gordon auf Batman. Batman war bisher immer dazu in der Lage gewesen, den Joker einzufangen. Gordon betete, daß es ihm auch dieses mal rechtzeitig gelingen würde. Seine Gedanken weilten bei den Leben jedes Mannes, jeder Frau und jeden Kindes in Gotham City und kehrten zu Barbara, seinem eigenen Fleisch und Blut, zurück und daran, wie der Joker sie entführt hatte, um ihn in den Wahnsinn zu treiben. War er wiederum in eine der Fallen den Jokers gegangen? Wo blieb Batman? War Barbara sicher? Sollte er zu ihr gehen?
"Was ist los, Jim?" ertönte eine Stimme aus dem Dunkel der Nacht. Batmans Worte unterbrachen die Gedanken des Commissioner.
"Wir nehmen an, daß es ein erstes Opfer des Jokers gibt. Eine Miss April Fish."
"Das ergibt einen Sinn," erwiderte Batman. "April Fish ist der französische Begriff für jemanden, der auf einen Aprilscherz hereinfällt. "
"Ja. Nun, sie war am Telefon," sagte Gordon, während er in seinen Notizen blätterte, obwohl er sie längst auswendig kannte. "Soweit wir das sagen können, benutzte der Joker einen High Dezibel Sonic Blaster, um ihr Trommelfell zu zerstören. Ihre Mutter war auf der anderen Leitung und hörte ihre Hilferufe und ihre Versuche, die Notrufzentrale zu erreichen. Hätte die Mutter uns nicht verständigt, hätten wir sie niemals gefunden."
"Da stimmt etwas nicht. Der Joker ist ein sadistischer, lebensgefährlicher Irrer, aber er würde nie darauf verzichten, sich mit eigenen Augen von seinem Erfolg zu überzeugen."
"Vielleicht hat er seine Vorlieben geändert oder es ist ein Teil des Witzes?" überlegte Gordon.
"Oder er konnte nicht dort sein," sagte Batman, während er in den Schatten trat und verschwand.
Gordon stand noch eine Weile alleine im Schein des Bat-Signals. Er schaltete es aus und begann, die Treppen hinab zu steigen, als es anfing zu regnen. Gut, dachte er, vielleicht neutralisiert der Regen das Smilex und hält so die Zahl der Opfer in Grenzen. Die Tür fiel mit einem lauten Knall zu

.Man war auf einen weiteren Anruf bei Barbara Gordon vorbereitet. Zwar blieb das Display, das die Nummer des Anrufers anzeigen sollte leer, aber Detective Bullock wußte, daß die Telefongesellschaft alle Anrufer dieser Nummer aufzeichnete und zurück verfolgte. Wenn es der Joker war, der jetzt anrief, würden sie seinen Aufenthaltsort feststellen können und diese Sache beenden.
"Ja," bellt er mit seiner unnachahmlichen Polizistenstimme in Telefon.
"Nun, hallo, mit wem spreche ich bitte?"
"Hier spricht Detective Bullock, Gotham City Police Departement. Und mit wem spreche ich?", fragte Bullock, während er dem Polizisten an den Apparaturen, die den Anruf aufnahmen, einen Blick zuwarf. Der nach oben gerichtete Daumen signalisierte, daß alles nach Plan lief.
"Ah, so was, ich habe die reizende Miss Gordon erwartet. Könnten Sie sie bitte ans Telefon holen? Wir haben eine Verabredung für heute abend."
"Hör zu, du...."
Das Klicken zeigte Bullock, daß der Anrufer aufgelegt hatte. Detective Bullock hatte mit dem Clownprinzen des Verbrechens, dem Joker, gesprochen, und ihn verpaßt. Er rief den Ermittler bei der Telefongesellschaft an.
"Ich konnte den Anruf nicht zurück verfolgen," mußte er hören. Bullock wußte es, bevor der Satz zu Ende gesprochen war. Zu kurzes Gespräch, keine Rückmeldung.
"Er muß eine Art von Blockiereinheit benutzt haben, das ist das einzige, was ich mir vorstellen kann. Tut mir leid," war alles, was man ihm bei der Telefongesellschaft sagen konnte. Aber das war keine Entschuldigung für Bullock. Gordon erwartete Ergebnisse. Auch wenn es sich nicht um seine Tochter gehandelt hätte, sondern um irgend jemand anderes in Gotham City.

Batman erfuhr durch den Anruf alles, was er wissen mußte. Er war nicht an Bullocks Ende der Leitung, er war an der des Jokers. Eine Vorahnung hatte ihn alle ausgehenden Gespräche von Arkham aufzeichnen lassen. Und als der Computer in der Batcave den Anrufer durch eine Stimmanaylse identifizierte, wußte er, daß ihn seine Ahnung nicht getrogen hatte. Bevor er ins Batmobil sprang, um nach Arkham zu fahren, rief er noch Gordon an.

Drei Stunden später, nach einer intensiven Suche in den Tiefen des bekannten Arkham Asylum, fanden sie ihn, den Joker, verborgen in dem Wandschrank des Hausmeisters. Er hatte ein gestohlenes Telefon in der Hand, das er an die Leitungen angeschlossen hatte, um seine Anrufe machen zu können. Wen wollte er als nächstes anrufen? Seine Antwort auf diese Frage war Gelächter, ein nicht enden wollendes Gelächter.

- Ende -

© by Marie Allaire, 
übersetzt aus dem Amerikanischen von Luise Rödig

 
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