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Fan-Fiction

 

Blut

Die Beerdigung war heute vormittag gewesen.
Er hatte nicht hingehen können, alle hätten sich gefragt, welche Verbindung er mit ihr gehabt hätte.
Also kam er jetzt, mitten in der Nacht.
Sein Cape bauschte sich um ihn, als er die einzelne rote Rose auf der frischen Erde ablegte.
Noch stand hier kein Stein, nur ein einsames verwittertes Holzkreuz, auf dem in schlichten Lettern ihr Name stand:

Selina Kyle

Sein Herz schmerzte.
Vor seinem inneren Auge wiederholte sich alles.
Sie hatten auf dem Hausdach gestanden, müde sich weiter zu jagen.
Sie hatten irgendeinen Unsinn geredet, sie hatte dumme Witze gerissen, gelacht.
Ihre Augen hatten heller als die Sterne gestrahlt.
Plötzlich wurde sie zurückgerissen, sie war aus seiner Reichweite.
Der Joker hatte sie am Hals gepackt, sein Gesicht zu einem dämonischen Lächeln verzerrt.
Er hatte ihre Angst sehen können.
Joker lachte grausam. Sie versuchte, ihn zu kratzen.
Er packte blitzschnell ihre Handgelenke und das Knacken verriet, daß er sie ihr gebrochen hatte.
Sie schrie vor Schmerz auf.
"Na, Batsy? Willst du deiner kleinen Freundin nicht zu Hilfe kommen?"
Er hatte gefleht, er solle sie gehen lassen, ihn nehmen.
Sie hatte dagegen angeschrieen, ihn gebeten davonzulaufen.
Joker hatte gelacht, ein wahnsinniges Lachen.
"Los, rette sie doch!"
Aber wie?
Er hatte ein Messer, wie sollte er?
Sie war völlig panisch.
Mit allerletzter Kraft hatte sie sich losgerissen, war auf ihn zugerannt.
Er stürzte vor, als er das Sausen in der Luft hörte, wollte seinen Körper vor den ihren bringen.
Er war zu langsam gewesen, nur eine verdammte Sekunde!
Sie schrie, als das Messer durch ihren Rücken fuhr.
Er fing sie auf, das Messer, dessen Spitze durch ihre Brust gedrungen war, schlitzte sein Kostüm auf.
Er roch das Blut, hörte das höllische Lachen neben ihm sich zu vollem Crescendo steigern.
Sie starrte ihn an, die Augen leer und zerbrochen wie ihr Leben.
Er preßte sie an sich, nicht fähig sie gehen zu lassen.
Alles verschwamm vor seine Augen, violett mischte sich mit rot.
Jetzt lag sie hier, unter seinen Füßen in dicker, nasser Erde.
Er fühlte sich so leer.
Zu ihm brandete das Miauen tausender Katzen, das sich an ihrem Grab brach und durch seinen Körper zurückrollte, niemals endend.

©2002 Felicia

 
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