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Fan-Fiction

 

Glück für zwei

Der Wunsch eines jeden Menschen ist das Glück. Aber Glück bedeutet für jede Person etwas anderes und nicht immer ist es erreichbar. Unser aller Streben richtet sich auf das Erfüllen dieses einen Wunsches und doch schaffen die wenigsten es, sich ihn zu erfüllen.

Selina Kyle drückte ihren Kopf in das weiche Kissen und seufzte. Schlafen! Aber nach einer Weile wurde sie unruhig als sich der Schlaf nicht einstellte. Sie setzte sich auf und schwang ihre Füße aus dem Bett.
~ Der Boden ist verdammt kalt! ~ dachte sie schaudernd.
Sie schlüpfte in ihren Bademantel und ging in die Küche. Sie zog die Kühlschranktür auf und griff sich eine Flasche Milch.
Sie stellte eine Kanne auf den Herd und goß bis zur Hälfte Milch ein. Dann drehte sie den Schalter und wartete, daß die Milch zu kochen anfing.
Eine ihrer Katzen, Lucy, strich um ihre Beine. Sie bückte sich und streichelte der braunen Katze über den Rücken.
Die junge Frau strich sich beim Aufstehen die langen, weichen Locken hinter die Ohren. Die Milch kochte jetzt. Sie wollte die Kanne von der heißen Platte nehmen und hielt plötzlich irritiert inne. Sie überkam das Gefühl, beobachtet zu werden.
~ Sel, du wirst wirklich noch paranoid! ~ schalt sie sich selber.
Sie stellte die Kanne auf den Tisch. Dann trat sie zum Fenster und öffnete es weit. Kühle Nachtluft strich um ihre Wangen. Sie reckte den Kopf aus dem Fenster, um eine bessere Sicht zu bekommen. Rechts war nichts und links konnte sie auch nichts entdecken. Sie lächelte kopfschüttelnd.
Aber einer plötzlichen Eingebung folgend blickte sie nach oben und sah ihn. Er saß auf dem Fensterbrett der Wohnung über ihr. Er schien ebenso erschrocken wie sie zu sein. Er hatte nicht damit gerechnet, daß sie ihn entdecken würde.
"Was machen Sie hier?" Selina besann sich auf ihre Tarnung.
"Normalerweise bist du nicht so förmlich, wenn wir uns treffen," gab der schwarze Schatten zurück.
Sie war wirklich überrascht. ~ Woher weiß er das? ~
Er schien Gedankenlesen zu können, denn er antwortete ihr auf die unausgesprochene Frage.
"Ich habe dich bei einem deiner letzten Raubzüge verfolgt...bis zu deiner Wohnung. Der Rest war einfach."
"Und was machst du hier? Ich meine, gibt es einen speziellen Grund, warum du hier bist?"
Sie sah, wie sich seine Gestalt unbehaglich bewegte. Dann antwortete er doch leise. "Ich wollte dich sehen!" Es klang schlicht und ehrlich.
Sie war verblüfft. Dann meinte sie: "Komm doch rein! Es spricht sich schlecht, wenn man sich den Nacken verrenkt!"
Er folgte ihrer Einladung.
Er wirkte merkwürdig, wie er in ihrer Küche stand, ein Geschöpf der Nacht, daß die Herzen der Verbrecher zum Zittern brachte. Batman!
Er musterte sie hinter der Maske. Wie sie da stand, ohne Kostüm und Maske, die schwarzen Haare ungebändigt und mit diesem leicht verwunderten Gesichtsausdruck, wirkte sie sehr verletzbar auf ihn.
"Ein Glas warme Milch?" versuchte sie, das verlegene Schweigen zu brechen.
"Gerne!" Und so meinte er es auch.
Sie gaben ein seltsames Bild ab, die Frau mit den Katzenaugen und der Mann im Fledermauskostüm, an einem Küchentisch sitzend und warme Milch trinkend.
"Es ist nett, daß du mich besuchst. Ich bekomme nicht oft Besuch, weißt du?"
Natürlich wußte er. Er hatte ihre Akten studiert und so herausgefunden, daß auch ihre Eltern starben als sie noch ein Kind war.
Die Welt kannte keine Gnade.
Er nickte ihr nur zu. Sie leerte ihr Glas und setzte es auf dem Tisch ab.
"Wirst du mich verraten?" Es klang nicht ängstlich.
"Nein!" ~ Das will ich nicht! Das...kann ich nicht! ~
Sie lächelte sanft. "Danke!" hauchte sie.
Dieses Lächeln war herrlich. Er hatte das Gefühl, daß sein Herz leichter wurde. Ungeübt versuchte er zurückzulächeln. Schwierig, aber schließlich ging es.
Er stellte sein ebenfalls leeres Glas ab.
Für zwei Sekunden traf sich ihr Blick in der Mitte über dem Tisch.
Er erhob sich und glitt lautlos neben sie. Er legte seine Hände auf ihre Schultern und zog sie sanft hoch.
~ Er ist so stark! Und trotzdem wirkt er oft so traurig wie ein kleines Kind! ~
Sie schlang ihre Arme um seinen Nacken und preßte sich an ihn. Batman vergrub sein Gesicht in ihrem Haar. Es war wie Seide und roch angenehm nach Pfirsichblüten. Zögernd senkte er seinen Kopf und näherte sich ihren Lippen. Sie reckte sich ihm entgegen und ihre Münder trafen sich zu einem scheuen Kuß.
~ Wie Schulkinder! ~ dachte er.
Ihre Wangen färbten sich sanft rosa. Sie sah niedlich aus.
Er umarmte sie wieder.
"Ich liebe dich, Selina!"
"Ich liebe dich auch!"
Sie taumelten ins Schlafzimmer, wollten sich nicht loslassen.
Selina hob vorsichtig eine Hand und legte sie an den Rand seiner Maske. Sie blickte ihn fragend an. Er nickte.
Sie zog ihm die Maske vom Kopf, sah sein wahres Gesicht, das er immer verbarg.
Zuerst war sie überrascht, dann lächelte sie.
Trunken vor Liebe und Glück fielen sie auf das Bett.

Sie legte ihren Kopf auf seine Schulter. Sie lächelten beide. Sie schlang die Arme um seine Brust und gähnte leise.
"Gute Nacht!" sagte Bruce und strich ihr übers Haar.
"Gute Nacht und träum was schönes!" Sie blickte liebevoll in seine blauen Augen.
Sie rückten nahe zusammen und schliefen friedlich ein.

Glück zu finden ist ein großer Traum. Aber hat man es einmal gefunden, wird alles besser. Das Leben wird heller, selbst wenn man in der Dunkelheit lebt.

- The Happy End -

 
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