Diese Seite ist Bestandteil von Batman's
 

Fan-Fiction

 

Gotham City The German

Zusammenfassung

Frank Steiner ist ein junger Detective beim Gotham City Police Department. Er ist noch relativ neu bei der eingespielten Truppe und wird von seinen Kollegen häufig schikaniert. Sogar mit Commissioner Gordon hat er wegen eigenmächtigen Ermittlungen seine Probleme gehabt.
Sein Leben macht eine schlimme Veränderung durch als sein Bruder, ebenfalls Polizist, in NewYork von einem eiskalten Killer, dort als Copkiller gefürchtet, umgebracht wird.
Gebrochen durch den Verlust seines Vorbildes steht er kurz davor seine Ziele zu verlieren, doch durch seine Kollegen und einem deutschen Reisenden, mit dem er sich anfreundet gewinnt er wieder neue Kraft.
Die Ereignisse überschlagen sich erneut, als sich rausstellt das der Mörder seines Bruders in Gotham City sein Unwesen treibt und noch andere Kriminelle Elemente damit beginnen die Sicherheit zu bedrohen, indem sie todbringende Chemische Waffen ins Land bringen und den Konzern Wayne Enterprises bedrohen.
Das GCPD steht vor schweren Zeiten und Steiner ist mittendrin, doch durch Gordon und seine Kollegen Montoya und Bullock erhält er tatkräftige Unterstützung.
Steiner steht vor schwierigen Fragen. Wer versucht Gothams politische Stabilität zu unterwandern? Wer versucht ein Blutbad in der gebeutelten Hafenstadt zu entfesseln? Was hat Steiners deutscher Bekannter damit zu tun? Und was bedeutet das Wort Großstadtlegenden?

Prolog.

Damals...Sie galt als Zuflucht für die Freiheit. Sie galt als Rettung vor dem Tod. Damals...Das Meer und dann die Lichter der Stadt. Die Lichter die Schutz versprachen. Schutz vor dem Bösen. Menschen versteckten sich vor Menschen. Damals...
Dennoch waren sie alle Aussätzige. Aussätzige, wegen einer Eigenschaft in Ihrem Geist, eine Eigenschaft dessen Schutz in den heutigen Gesetzen angepriesen wird.
Dennoch gab es kein Gesetz um das Unrecht zu verhindern, welches immer wieder und wieder geschehen würde. Immer wieder.
Die kalte Winterluft wehte sanft durch sein Gesicht.
Er blickte hinüber zur Statue. Sie hielt die Fackel der Freiheit immer noch nach oben. Grelle Strahler beleuchteten sie von unten. In der Nacht wirkte diese Konstellation eher wie eine Bedrohung als ein Zeichen für das 'gelobte Land'. Polizeisirenen riefen seine Aufmerksamkeit vom Bild des Widerspruches ab. Damals...
Es gab keine Sirenen. Damals...
Sie kamen einfach, rissen Dich aus Deinem Hab und Gut und schleppten Dich fort.
In die Hölle. Damals...
Es begann zu regnen. Er spürte das Wasser, welches sich nicht entscheiden konnte ob es nicht doch lieber zu Schnee gefrieren sollte, wie es seinen Trenchcoat durchnässte, langsam den Oberarm hinabfloss um dann wie kaltes Blut von seinem Handrücken auf den Boden zu tropfen. Er ignorierte es. Seine Sinne waren auf etwas anderes fixiert.
Die Polizisten waren an Ihrem Ziel angekommen. Sie hatten zwei dunkelhäutige, junge Männer in einer Gasse gestellt. Er ging näher an die Szenerie heran. Irgendetwas passte nicht. Er wusste es. Die beiden hatten nur das Kino an der Ecke verlassen. Sie haben gelacht, sich Ihrer Freiheit erfreut. Das harte Leben, welches sich Ihnen zweifellos jeden Tag geboten hat, für ein paar Momente vergessen und den spärlichen Rest davon genossen. Zwei Cops und zwei Farbige. Gut und böse.
Er stellte fest das die Rollen in diesem Fall falsch verteilt waren. Wenn man sie in einer solchen Situation überhaupt verteilen sollte und konnte.
Ein Cop zog seinen Schlagstock und begannen auf die beiden einzuprügeln. Ein Fehler. Nicht wegen dem Verstoßes gegen das Amerikanische Recht, nicht wegen dem Verstoß gegen etliche Paragraphen der UNO Menscherecht Charta, nein. Das alles war unbedeutend, das alles bedeute nichts. Er wusste warum sie es taten. Er wusste warum und er wusste auch das es seine Schuld war. Aber er wusste auch was er zu tun hatte.
Die frisch polierte Beretta löste sich leicht aus dem Holster. Mit einem routinierten Griff fasste er nach dem Schlitten. Langsam begann er auf die Szenerie zuzugehen. Der Regen lief immer noch sein Handgelenk hinab. Diesmal tropfte er nicht auf den Boden. Er sammelte sich in einer Einkerbung am Griff der Waffe. Zwischen dem Magazin und dem Munitionseinschub. Mit einem leisen Klicken zog er den Schlitten nach hinten. Die erste Patrone wurde aus dem Magazin in den Lauf gerissen, der Spannhebel glitt in Feuerposition und ratstete ein. Er konnte sie jetzt hören. Der Cop beschimpfte seine Opfer im übelsten, amerikanischen Slang.
"Nigger, ich prügle Euch die Seele aus dem Leib!"
Der kleinere von beiden stand wie angewurzelt daneben als sich der Knüppel seines Partners ins Gesicht seines Opfers bohrte. Er zog einen Schalldämpfer aus einer der Innentaschen. Mit ein paar einfachen Handgriffen verschraubte er diesen routiniert mit der elegant designten Handfeuerwaffe.
Wieder sauste der Knüppel hinab, wieder ein Schmerzensschrei. Unschuldige wurden geschändet. So wie es immer geschah, doch diesmal konnte er es beenden! Er richtete den Lauf auf den Polizisten. Sein Finger legte sich langsam über den Abzug. Der Polizist sah zu Ihm hinüber.
"Hey! Was zum...!"
Der Finger krümmte sich, ein Projektil sauste hinaus, durch den Dämpfer fast geräuschlos. Da heiße Blei bohrte sich durch den Schädelknochen des Cops, zerfetzte die Hirnrinde, fraß sich durch den Hypothalamus und trat dann auf der anderen Seite des Kopfes in einer Fontäne aus Gehirngewebe und Blut wieder aus.
Der jüngere Cop sah wie sein Partner tot zu Boden ging. In Trance und Panik griff er hastig und zitternd nach seiner Waffe, Angst im Gesicht. Angst? Nein, es war blankes Entsetzen, jenes welches die Opfer jedes Mal gefühlt haben mussten. Oder als die Retter kamen und das Böse gehängt wurde. Er war der Henker.
Ein weiterer Schuss fiel. Diesmal zielte er auf den Brustkorb.
Der Cop trug keine Weste, selbst wenn er es tat, die Vollmantel Geschosse wären auf die kurze Entfernung trotzdem durchgeschlagen. Getroffen taumelte der sogenannte Hüter des Gesetzes zurück, sein Blick verriet ihm das wohl gerade sein Leben in einer Art Film vor seinen Augen ablaufen musste. Genug Kino! Drei weitere Schüsse fielen.
Der Cop wurde gegen die Gassenwand geschleudert, daran glitt er langsam hinab. Eine Blutspur zeigte das mindestens eine Kugel am Rücken wieder ausgetreten war. Er senkte die Waffe. Dann bückte er sich und sammelte die noch rauchenden, goldfarbenden Hülsen auf.
"Ihr solltet doch verdeckt bleiben!"
sagte er mit ausdrucksloser Miene. Die beiden schwarzen erhoben sich.
"Hey Mann, danke, danke die beiden hätten uns umgelegt."
Er sah die beiden jungen Männer an. Sie hatten Schürf und Platzwunden. Er war sich sicher unter den viel zu weiten Shirts, würde man blaue Flecken und mindestens zwei gebrochene Rippen vorfinden Beide keuchten vor Schmerz.
"Habt Ihr die Informationen?"
Er half Ihnen vorsichtig auf. Einer der beiden reichte Ihm einen Zettel.
"Das ist alles was wir rausgefunden haben. Dies ist nur der Ort der nächsten Versammlung."
Er klappte den Zettel auf, dann begann er zu lächeln.
"Gute Arbeit. Ich werde New York noch heute Nacht verlassen. Das restliche Geld findet Ihr im U- Bahnschließfach an der 38sten."
Er steckte den Zettel ein und ging. Kurz bevor er um die Ecke in Richtung Bahnhof bog drehte er sich noch einmal um.
"Wünscht Eurer Mutter ein gesegnetes Weihnachtsfest von mir."
Nächster Halt: Gotham City.

Kapitel 1: Gotham Cops

Nein. Dort auch nicht. Dunkle Schatten wie überall in dieser Stadt. Dreckige Winkel, in welcher nie geahntes Gemoder sein trauriges, ungerechtfertigtes Dasein fristete. Dunkelheit, in welcher nie geahnte Schrecken darauf warten zuzuschlagen, Dir das Genick zu brechen, Dich zu vernichten und deine Eingeweide genüsslich zu zerreißen.
Eine Stadt in der Kriminalität über allem steht was ein menschliches Wesen ausmacht, wie ein dunkles Gelächter über dem liegt was gut und böse ist. In seinem speziellen Fall konzentrierte sich dieses dreckige Gelächter auf Ihn.
"O.K. Seargant Bullock! Wo ist die Tasse?"
Frank knallte den Kantinenschrank des Gotham City Police Departments zu. Er sah hinüber zu Harvey Bullock. Der dicke, unrasierte Cop stand grinsend mit einer Havanna im Mund am Kühlschrank.
"Hören Sie Harvey, es ist noch nicht ganz 10 Uhr! Ich bin noch nicht richtig wach und das erste was Sie in Ihrem merkwürdigen Verständnis von Spaß zu tun haben ist mir einen Streich zu spielen. Warum?"
Bullock rührte sich nicht. Frank öffnete zwei weitere Schränke. Wieder keine Spur von seiner Kaffetasse. Er hatte sie bekommen, als er von der New Yorker Polizei nach Gotham zum Morddezernat ging. Sie standen damals auf der Terrasse in Greenwich. Seine Mutter weinte wie ein Schlosshund, sein Vater starrte nur hinüber zu Manhattan.
"Es ist eine Chance, die ich ergreifen muss!"
Er ging damals unruhig auf und ab, voll übersprudelnder Gefühle und Tatendrang. Aus ihm blubberte es heraus wie aus einem Wasserfass, in welches mit einem Flakgeschütz Löcher geschossen wurden.
"Das Niemandsland ist aufgehoben worden. Das örtliche Department sucht verzweifelt nach Leuten! Die Karrierechancen sind dort enorm!"
Seine Mutter schluchzte weiter, aber sein Vater drehte sich zu ihm.
"Als ich als Cop anfing, wurde es in Gotham gerade ungemütlich. Doch heute ist im vergleich zu damals es die Hölle! Willst Du wirklich dorthin?"
Er sah Angst in seines Vaters Augen. Berechtigt. Gotham City war eine Stadt der Verrückten. Wahnsinnige Kriminelle, die nichts anderes im Sinn hatten zu morden, zu plündern und wieder zu morden. Die Polizei dort sah sich einer Übermacht gegenübergesetzt.
Doch aber auch hier gab es Hoffnung. Immer wieder wurden diese Wahnsinnigen auf geheimnisvolle Weise geschnappt. Gerüchte sprachen von einem übermenschlichen Wesen, andere von einem weiteren Wahnsinnigen, einem gestörten Mann der sich für das gute einsetzte, ein Vigilant. Aber er fand nur ein Wort dafür, welches diese Geschichten umschrieb: Großstadtlegenden!
"Ja, Dad. Ich werde dorthin gehen. Beim GCPD kann ich beweisen das ich ein guter Cop bin. Hier in New York werde ich stehts unter den anderen stehen, denjenigen die sich seit Jahren etabliert haben. In Gotham habe ich Perspektive."
Sie diskutierten daraufhin Stunden im Esszimmer. Es schien eine Endlosigkeit zu sein. Schließlich saßen sie einfach nur da und schwiegen. Dann sah sein Vater auf. Frank erwartete das er schimpfte oder versuchte es ihm zu verbieten. Doch durch das blasse Licht des Vorhangs konnte er eine Träne erkennen welche über das Gesicht des Ex- Cops lief.
Das war verwunderlich, sein Vater war einer der ersten welche beim NYPD SWAT ihre Pflicht taten, er zeigte normalerweise keine Gefühle. Doch diesmal war es anders und es sollte noch verwirrender werden. Er begann zu lächeln.
"Ich bin stolz auf Dich, mein Sohn! Dein Bruder und Du, ihr seid beide gute Cops. Ihr beide strebt weiter. Du machst Deinen Weg und er seinen. Ich weis nun das ich zwei gute Jungs erzogen habe."
Frank verließ das Haus seiner Eltern ein wenig später. Die Dämmerung am sonnigen Februarmorgen bot zusammen mit der New Yorker Skyline ein beeindruckendes Schauspiel. Ein Streifenwagen bremste vor der Einfahrt. Sein großer Bruder stieg aus. Er lächelte als er auf ihn zuging und ihn in den Arm nahm. Schon als Kinder herrschte ein besonderes Band zwischen ihnen, niemand konnte einen Keil zwischen sie treiben.
"Ich hab auf dem Revier gehört das Du uns verlässt?"
Frank lächelte.
"Ja, der Captain hat mir eine Stelle in Gotham City besorgt."
Sein Bruder lächelte anerkennend.
"Diese Stadt ist eine Herausforderung."
"Warum kommst Du nicht mit? Ich wette die Suchen noch ein paar gute Streifencops."
Sein Bruder lachte kurz auf.
"Sorry, aber ich bleibe hier. New York bietet mir schon genug Spannung und außerdem muss einer von uns auf Mom und Dad aufpassen!"
Sie sahen sich einen Moment lächelnd an. Niemand konnte sie trennen. Sie waren Brüder.
"Hier! Ich hab Dir was mitgebracht."
"Wie rührselig, das machst Du doch sonst nicht."
Sein großer Bruder lächelte. Er holte eine Tasse aus dem Wagen. Darauf war das NYPD Logo abgebildet, dahinter die Freiheitsstatue.
"Das ist die Tasse die Dad mir gab als ich meinen Job beim Department begann, ich möchte das Du sie nimmst. Damit Du nie vergisst wo Deine Wurzeln liegen!"
Frank versprach es sich selbst.
"Okay, Bullock! Es reicht wo ist die Tasse!"
Bullock schnaubte Zigarrenqualm durch die Nase. Anschließend entfernte er den stinkenden Rüffel aus seinem Mund.
"Detective Steiner, wie kommen Sie darauf das ich sie habe?"
Frank fasste sich an den Kopf.
"Sie ziehen diese Show seid einem Jahr mit mir durch! Ich bin der neue aus dem Big Apple! Schon vergessen, Sie machen sich ständig über mich lustig!"
Bullock`s grinsen wurde breiter.
"Yeah, das stimmt schon, aber ich mag Sie! Es ist nur Spaß unter Kollegen!"
Gotham City war definitiv anders als New York. Dort hätte Bullock schon längst eine Anzeige wegen Mobbing am Hals.
"Sie haben die Tasse nicht?"
"Nein!"
Renee Montoya kam in die Kantine.
"Frank, der Commissioner möchte Sie sprechen!"
Frank schluckte. Er hatte erst zweimal mit Commissioner Gordon unter vier Augen gesprochen. Einmal als er den ersten Tag seinen Dienst tat. Der Commissioner hatte mit jedem
"Neuankömmling"
gesprochen. Er hatte jeden einzelnen über die Risiken aufgeklärt. Er hatte erklärt das diese Stadt anders war, das diese Stadt jede Hoffnung steht's zu vernichten drohte. Gordon erzählte jedem einzelnen davon, das seine Tochter durch die Hand eines Verrückten namens Joker an den Rollstuhl gefesselt wurde und seine Frau durch die Hand dieses Irren am 1. Weihnachtstag kurz vor Ende des Niemandslandes starb. Er sagte er würde es niemandem Übelnehmen wenn er noch wieder verschwinden wollte. Frank blieb.
Das zweite Mal war noch weniger angenehm. Frank hatte damals begonnen auf eigene Faust zu ermitteln was es mit den ‚Großstadtlegenden' auf sich hatte. Gordon ertappte ihn dabei wie er versuchte sich in den Archivcomputer zu hacken. Gordon erteilte Ihm eine Abmahnung und dazu noch eine saftige Strafpredigt. Seine Ohren taten ihm immer noch weh.
"Setzen Sie sich, Detective Steiner."
Frank wusste nun wo seine Tasse war. Der Commissioner hatte sie. Sie war gefüllt mit Kaffee. Das komische daran war, das neben Franks Tasse Gordon eine zweite hatte.
"Ich habe mir erlaubt Ihre Tasse zu nehmen!"
Irgendetwas stimmte nicht.
"Was ist passiert, Sir?"
"Detective, ich habe heute morgen einen Anruf vom NYPD bekommen. Es geht um Ihren Bruder."
"Was ist mit Ihm? Wurde er angeschossen."
"Ich wünschte es wäre so, Frank, er ist tot!"
Jemand hatte ihm mal von unendlichen Momenten erzählt. Solche Momente treten ein wenn etwas besonderes passiert, wie z.B. der erste Kuß, oder das erste Mal wenn man sein neugeborenes Kind im Arm hält. Es kann aber auch vorkommen das eben diese Momente dann eintreten wenn etwas schlimmes passiert. Etwas so schlimmes das man vergisst zu atmen, dass das Herz wie Feuer in einem lodert, das jeder Gedanke nur noch eine süße Erinnerung an jene glücklichen Momente ist, welche man mit dem Ereignis verbindet.
Er saß nur da und starrte den Commissioner an. Seine Gedanken drehten sich um seinen Bruder. Er erinnerte sich an seinen ersten Schultag in der Grundschule. Er stand verloren auf dem großen Schulhof, er kannte niemanden. Ein paar Raudis aus der vierten Klasse pöbelten ihn an. Sie wollten ihm sein Pausengeld stehlen, doch er wehrte sich. Einer schlug ihn, ein anderer riss ihm die Beine weg. Er blutete leicht und weinte bitterlich.
Er hatte es damals nicht verstanden. Doch urplötzlich war er da, sein großer Bruder. Er stieß den Anführer beiseite und half ihm auf. Sein Bruder zeigte ihm wie wichtig es war für die Gerechtigkeit einzustehen. Als er wie ihr Vater Polizist wurde, so wusste auch Frank was er zu tun hatte. Nun war er fort. Frank kämpfte gegen den Würgreiz an welcher seine Brust zusammenschnürte.
Er schaffte es nicht Tränen zurückzuhalten. Gordon stand auf, schritt um seinen Schreibtisch herum und legte Frank die Hand auf die Schulter.
"Sir,"
brachte Frank mit zittriger Stimme heraus.
"Wie ist es passiert? Tat er seine Pflicht?"
Gordon lächelte warm.
"Ja,"
dann verschwand das lächeln auch schon wieder.
"Er wurde erschossen. Er und sein Kollege wurden zu einem Einsatz geschickt, der Mörder lauerte ihnen auf und ermordete sie aus dem Hinterhalt. Es wird vermutet das sich Zeugen am Tatort befanden, aber diese sind verschwunden."
Frank hatte die Tränen unter Kontrolle. Gordon setzte sich wieder.
"Ihre Eltern wurden informiert."
"Sind sie in Ordnung? Mein Vater hat Herzprobleme,... ich... ich..."
"Es geht ihnen den Umständen entsprechend. Gehen Sie heim. Ich gebe Ihnen Urlaub."
Frank nickte.
"Danke, Sir."
Er stand auf und wandte sich zur Tür.
"Sobald ich mehr weiß gebe ich Ihnen Bescheid, Detective."

Der Frontsaal des neuen Gotham Plaza erstrahlte in vollem Glanz. Die gläserne Kuppel sollte das
"neue"
Gotham City repräsentieren. Den Eingang verzierten hellerleuchtete Marmorplatten, der gesamte Eingangsbereich wirkte wie ein Zugang zu einem hochmodernen Märchenschloss. Überall sanfte geometrische Formen, ein Gewirr aus Kunstvoll angefertigten Stahlträgern hielten die gesamte Monströsität in einem Stück. Durch die Kuppel konnte man den Rest des "neuen" Gotham Citys sehen. Düstere Häuser welche sich mit aller Kraft in den Himmel hineinbohrten.
Einige Einwohner verglichen sie mit Titanen, welche das Sonnenlicht absorbierten und die Stadt in Dunkelheit tränkten. Genau dieses sollte das Plaza ändern. An dem Ort an dem die ehemalige Gotham Mall stand, welche beim Erdbeben fast 2000 Menschen das Leben nahm.
Lucius Fox blickte von der Veranda hinab auf die Eingangshalle. Er lächelte. Es wirkte hier alles so hell, die Gewalt der restlichen Welt wirkte so fern ab von jeglichem Geschehen. Arbeiter brachten die ersten Weihnachtsdekorationen für die Feier in ein paar Tagen an. Ein Baum stand bereits dort und war schon geschmückt. Ein paar Mütter striffen mit Ihren aufgedrehten Kindern in der Hand in Richtung U-Bahn. Die Kinder lächelten als sie den Baum sahen. In Ihren Augen begann es zu leuchten sie freuten sich auf die bevorstehenden Feiertage.
Fox wünschte sich das die Erwachsenen diese Vorfreude niemals hätten vergessen können. Alles wäre friedlich und nicht so verdammt aufgedreht und chaotisch. Nach ein paar Sekunden wendete er seinen Blick von der friedlich, hellen Atmosphäre der Eingangshalle ab und schlenderte in den Innenbereich.
Das Plaza war im Grunde als Touristikzentrum angelegt. Es gab viele Cafe's und Restaurants, ein Theater und ein Kino. Für die heimische Wirtschaft waren Tagungsräume und Hotels eingerichtet worden. Kritiker behaupteten das Plaza würde nicht zu Gotham passen, es wäre vollkommen deplaziert errichtet worden. Einige Stimmen behaupteten sogar, man versuche verzweifelt aus Gotham ein zweites Metropolis zu machen. Alle wussten das dies unmöglich war.
Fox erreichte ein Cafe am Ende der Plazahall. An einem der Tische saß bereits sein Meeting. Senatoren Kandidat Thomas Colombardo lächelte als er aufstand und ihm die Hand reichte.
"Mr. Fox, ich freue mich Sie zu sehen. Wie geht es Ihrer Frau und den Kindern?"
Er war ein typischer Politiker. Er sorgte sich um Gott und die Welt, obwohl es ihn eigentlich gar nicht interessierte.
"Es geht ihnen gut. Das neue Haus gefällt den Rackern immer besser."
Lucius beherrschte dieses Spiel ebenso. Deshalb fiel er nicht darauf rein.
"Mich würde trotzdem interessieren warum Sie mich persönlich sprechen wollten?"
Colombardo lehnte sich zurück und sah durch die gläserne Kuppel in den sonnigen Himmel. Dann kicherte er und sah Fox wieder an.
"Sie sind der knallharte Geschäftsmann. Das waren Sie schon immer. Ich habe sie steht's bewundert, Mr. Fox."
Sie kannten sich schon lange. Nach einem Mathematik und Physikstudium erhielt Colombardo eine Stelle bei Wayne Tech in der Entwicklung von neuen Antriebssystemen. Man konnte Colombardo niemals etwas nachweisen, dennoch war Fox sich sicher das er Forschungsergebnisse an den Meistbietenden verkauft hat.
Als Bruce Wind von der Sache bekommen hatte riet sogar er Fox Colombardo zu entlassen. Normalerweise landete jemand der von einer der größten Firmen Amerikas auf Grund des Verdachtes der Betriebsspionage entlassen wurde in der Gosse. Doch Colombardo hielt durch. Er hatte etwas, was Schlangen mit seiner Einstellung oft haben. Charisma.
Er schleimte sich über eine kleine eigengegründete Partei durch politische Ränge und wurde erst kürzlich zum Senatorenkanditat für den Staat New York aufgestellt. Lucius würde diesem Mann sogar Wahlbetrug vorwerfen. Aber auch diesmal fehlten die Beweise.
"Ich weiß das Sie mir nicht trauen, Mr. Fox, aber ich versichere Ihnen, dass es nicht auf gegenseitig beruht. Wissen Sie, ich mag Sie. Sie sind ehrlich, sagen was Sie denken und handeln entschlossen!"
"Auf die Gefahr hin das ich mich wiederhole, Mr. Colombardo. Was wollen Sie von mir?"
"Von Ihnen? Mein lieber Mr. Fox, von Ihnen gar nichts. Ich möchte etwas von Wayne Enterprises!"
Fox lehnte sich in seinem Stuhl nach vorn.
"Gotham City`s Wiederauferstehung verdanken wir neben Lex Luthors selbstlosen Einsatz auch Ihrer Firma. Ich denke das Amerika nicht weiß welches Potential Wayne Enterprises hat. Wenn wir die Werbetrommel rühren würden, könnte ich dafür sorgen das Wayne Enterprises viele Anteile am New Yorker Geschäftsleben erhält und sich am Big Apple etablieren kann. Von dort aus könnten Sie ein nationales Netz an Zweigstellen errichten."
Fox schnitt eine Grimasse.
"Sie wissen das Wayne Tech bereits eine Zweigstelle im Big Apple hat? Oder?"
Colombardo legte eine Hand vor den Mund.
"Drei Büros mit sechs Mitarbeitern, welche an der Wallstreet Aktienentwicklungen an Ihr Büro faxen nennen Sie eine Zweigstelle?"
"Es reicht vollkommen aus. Aber nehmen wir mal an Ich willige ein. Was springt für Sie dabei raus?"
"Wie so oft auf dieser Welt geht es um Geld. Eine kleine Spende für meinen Wahlkampf und schon helfe ich Ihnen Ihrer Firma einen gewaltigen Aufschwung zu geben!"
"Es ist aber nicht meine Firma. Wayne Enterprises ist immer noch der Besitz von Bruce Wayne, er hat in dieser Sache das letzte Wort!"
"Sein Sie ehrlich, Mr. Fox. Bruce Wayne ist ein hochadeliger Trottel. Er hat keine Ahnung von harter Arbeit und hartem Leben. Mami und Papi haben Ihm alles in den Schoß gelegt."
Fox wollte aufstehen und gehen. Doch irgendwie hatte sein Gesprächspartner recht. Bruce hatte das Glück in eine reiche Familie geboren zu werden. Er hatte das Glück niemals kennen zulernen was es heißt Arm zu sein. Wenn er auftrat, dann war er ein Playboy, ein Multimillionär welcher gerne mit seinem Geld prahlte. Doch Bruce hatte eines.
Er wusste wie hart das Leben sein konnte. Seine Eltern wurden auf offener Straße vor seinen Augen erschossen. Bruce war damals erst sieben oder acht. Fox vermutete das er sich in sein jetziges Leben gestürzt hat um diesen Schrecken zu vergessen. Eines rechnete ihm Fox immer hoch an. Wenn Bruce mitbekam das andere Menschen litten, so setzte er immer wieder alles daran diesen Missstand zu beheben.
Es war nach dem Erdbeben so, und als er versuchte Gotham vor der Abkapslung zu retten. Zwar ohne Glück, doch er hatte es versucht. Bruce hatte sich auch für den Bau des Plazas eingesetzt. Wayne Enterprises hatte einen Großteil des Baus finanziert. Als Fox noch einmal darüber nachdachte, war Bruce im Grunde doch arm.
Er hatte geliebte Menschen verloren. Genau das machte Bruce Wayne zu jemanden der sehr wohl zwischen richtig und falsch unterscheiden konnte. Mit Colombardo zu sprechen war falsch.
"Mr. Wayne hat das letzte Wort in dieser Sache. Aber Sie wissen was er mir Antworten wird wenn ich ihn frage ob er Sie unterstützt."
Fox hätte das
"Sie"
nicht so betonen sollen. Colombardo legte den Kopf auf die Seite und lächelte.
"Sie konnten mir nie etwas nachweisen. Ich bin und war unschuldig. Sie können von Glück sagen das ich Wayne Enterprises nicht verklagt habe, Mr. Fox. Verleumdung kann teuer werden!"
Er hätte sogar gewonnen. Fox wusste nicht warum Colombardo es nicht getan hatte. Aber das war unwichtig. Colombardo stand auf.
"Ich werde noch ein paar Tage in der Stadt sein. Das Angebot steht!"
Mit diesen Worten verließ er den Aufsichtsrat Vorsitzenden von Wayne Enterprises. Fox ließ sich noch einen Kaffee an den Tisch kommen. Er öffnete eine Aktentasche und zog einen Daily Planet heraus. Er schlug den überregionalen Teil auf. Er suchte die aktuellen Börsenkurse, stieß aber auf einen Artikel der sein Interesse weckte.

Erneuter Polizistenmord im Big Apple / Unbekannter Cop- Killer versetzt NYPD in Angst und Schrecken/ von Clark Kent

In der vergangenen Nacht hat sich erneut einen Attentat gegen die New Yorker Gesetzeshüter gerichtet. Zwei Polizisten wurden auf einer routinemäßigen Personen- Kontrolle aus dem Hinterhalt erschossen. Dies ist bereits der vierte Fall an tödlichen Attacken auf New Yorker Polizisten.
Chief Deputy Jim Bevurra steht vor einem Rätsel. Die wenigen Zeugen berichteten von einem "lautlosen Schatten" welcher seine Opfer aus dem Hinterhalt attackierte und tiefe Verletzungen an seinen Opfern hinterließ.
Chief Deputy Bevurra wollte gegenüber dem Daily Planet, keine Spekulationen über die Motive des Unbekannten geben, die Fakten über die Art der Morde geben dem NYPD aber weiterhin Grund zur Sorge. Der Killer verwendete stets großkalibrige Geschosse und vermutlich Handfeuerwaffen des Typs Berretta und Walther.
Recherchen über die Opfer lieferten außerdem zu Tage, das alle unter dem Verdacht der Bestechung standen. Chief Deputy Bevurra gab zu diesen Vorwürfen keinen Kommentar ab. Er betonte jedoch das die Fahndung nach dem oder den Schuldigen auf Hochtouren läuft und sogar eine Sonderkommission gegründet wurde, um die wandernde Angst unter den New Yorker Polizisten zu dämpfen.
Bisher konnten die Sonderermittler jedoch keine Erfolge erzielen. Über weitere Ergebnisse werden wir sie selbstverständlich informieren.

James Gordon legte die Zeitung beiseite. Er hatte die Rollläden gedämmt. Die Sonne schien, der Himmel war blau. Zu dieser Jahreszeit sehr ungewöhnlich. Normalerweise hang eine dicke Wolkendecke über der Stadt und es war in den Straßenschluchten kaum heller als in der Nacht. Aber es war kein normaler Tag. Er hatte heute wieder eine Nachricht übergeben müssen. Eine Nachricht welche von dem Verlust eines geliebten Menschen berichtete. Gordon schluckte. Barbara war an den Rollstuhl gefesselt. Es klingelte an der Tür.
Gordon erinnerte sich. Er aktualisierte sein Album mit den Zeitungsausschnitten über IHN. Barbara öffnete. Sie hielt eine Kaffeetasse in der Hand. Der Joker eine Waffe. Ein Schuss und Barbara ging zu Boden. Sie war von diesem Moment an gelähmt. Brutal an den Rollstuhl gefesselt. Der Joker lachte. Kaffeetasse. Steiners Tasse stand noch immer auf dem Tisch. Gordon sah wieder auf die Schlagzeile.
Die Fakten die Kent zusammengetragen hatte gefielen ihm nicht. Er hatte Detective Steiner über seinen Bruder sprechen hören. Der Mann hatte ihn bewundert. Er sprach von einem Mann der für Gerechtigkeit eintrat, der sich für Unschuldige und bedrohte Menschen einsetzte. Es klang nicht nach jemanden der Schmiergelder annahm um dann auf offener Strasse dafür hingerichtet zu werden. Hingerichtet. Sarah. Gordon schluckte.
Bullock und Montya traten aus dem Präsidum. Renee weinte und auch Bullock musste sich die Tränen verkneifen. Der Joker stand auf der Treppe und ergab sich ohne Widerstand. Bullock hatte den verfilzten Hut abgenommen. Er sah auf den Boden und gab ihm die schreckliche Gewissheit. Der Joker lachte. Gordon zerschoss ihm die Kniescheibe.
"Ich werde Dich nicht aufhalten"
sagte ER vor dem Schuss. Als Gordon anschließend zusammenbrach fing ER ihn auf. ER war immer zur Stelle um das Unheil zu bekämpfen. ER war aber auch Gordons Nemesis. Cops verspotteten ihn, weil er fast nur mit 'Großstadtlegenden' seine Fälle löste, dass er Gotham nicht allein unter Kontrolle hatte. Deshalb hätte er außerhalb von Gotham niem einen Job gefunden als die Stadt vor dem aus stand. Gordon nahm einen Schluck von seinem Kaffee. Dann rümpfte er die Nase, als er bemerkte das der Kaffee eine ähnliche Temperatur hatte wie warme Cola.
Mord an korrupten Polizisten? Es war richtig das solche Individuen aus dem aktiven Dienst verbannt werden mussten, aber auf diese Weise? Nein, das war falsch. Gordon war es leid nur in seinem Büro herumzusitzen. Auf seinem Schreibtisch türmte sich die Arbeit, er hatte nicht mal seine Gehaltsabrechnung geöffnet.
Er schritt hinaus ins Präsidium. Hektisches Treiben, Officers rannten aufgeregt von einem Schreibtisch zum nächsten. Telefone klingelten unentwegt einige Cops lachten über den Witz, welcher einer der Detectives aus dem Drogendezernat erzählte, in einer anderen Ecke weinte eine Frau die Ihren Sohn irgendwo im Shoppingcenter verloren hatte.
Der ganz normale Polizeialltag. Gordon wusste wohin er zu gehen hatte. Vorbei an den Cops, vorbei an den Mannschaftsräumen und dem Zugang zur Tiefgarage, dann hinauf ins Treppenhaus und von dort auf das Dach. Dorthin war er oft gegangen, wenn ihn etwas mitnahm. Er legte seine Hand auf den Strahler der dort oben stand.
"Wir konnten es noch nie verhindern,"
flüsterte er leise. Diese ganze Sache hat ihn mehr mitgenommen als er je zugeben könnte. Er hatte in seinem Leben viel mitgemacht, zuviel. Er legte seinen Kopf zurück und ließ sich die Sonne ins Gesicht scheinen. Dann atmete er langsam die kalte Dezember Luft ein. Sein Blick schweifte nach ein paar Momenten über die Gothamer Skyline. Alles wirkte trügerisch. Der blaue Himmel und die friedliche Atmosphäre. Alles war verkehrt, wirklich alles. Er vernahm Schritte hinter sich, dann eine Stimme:
"Commissioner? Ist alles in Ordnung?"
Detective Montoya stand hinter ihm
"Die Sonne scheint, der Himmel ist blau. Die Weihnachtsdekorationen werden komplettiert."
Er schwieg einen Moment.
"Und ich musste einem guten Polizisten heute morgen sagen das sein Bruder erschossen wurde."
Montoya senkte den Kopf.
"Ich weiß. Es hat sich wie ein Lauffeuer verbreitet. Es ist schrecklich."
"Wissen Sie, Renee. Es hat mir ins Gewissen gerufen das wir alle, jeder Cop in diesem Revier, ebenfalls so enden könnten."
Renee biss sich auf die Oberlippe.
"Sie denken an Ihre Frau, nicht wahr?"
"Ja. Es war wieder eine dieser Gelegenheiten an dehnen ER uns nicht helfen konnte."
Er blickte hinauf zum Himmel.
"Heute Nacht zum Beispiel, am Himmel ist keine Wolke. Wohin also mit dem Signal?"
Renee begann zu grinsen, als sie merkte das Gordon ebenfalls schmunzelte.
"ER ist bisher immer aufgetaucht wenn irgendetwas passiert ist!"
"Nein Renee, ist ER nicht. ER war nicht da als das Niemandsland eröffnet wurde, ER war zuvor für eine ganze Zeit verschwunden und jemand anderes war da und richtete ein Chaos an. Er war nicht da als Barbara niedergeschossen und Sarah erschossen wurde."
Zu spät bemerkte er, das er Renee anfauchte. Er sah auf seine rechte Hand. Er hatte sie erhoben und den Zeigefinger abgespreizt.
"Ich kann IHM keinen Vorwurf machen. Er ist auch nur ein Mensch. Er hat sogar die Maske vor mir gelüftet um mir sein Vertrauen zu beweisen."
Montoya hob die Augenbrauen.
"Sie.. sie wissen wer..."
Gordon schritt ein.
"Nein! Ich habe nicht hingesehen."
Beide schwiegen für einen Moment.
"Sie sind mir doch bestimmt nicht aufs Dach gefolgt um mit mir über IHN zu plaudern?"
"Nein, Sir. Die Bürgermeisterin hat angerufen. Sie möchte wissen wie viel Männer wir für das Weihnachtsfestival abstellen werden."
Gordon rümpfte die Nase. Er war gegen ein solches Unternehmen, gerade zu Weihnachten. Nicht nur das ein Festival Gothams Irren eine Möglichkeit für Anschläge geben würde, sondern auch das viele Polizisten am Heiligen Abend nicht bei Ihren Familien sein konnten. Sicher, ein paar Cops hätten sowieso Dienst, aber bei einer öffentlichen Veranstaltung müsste er weit mehr Männer einbeziehen.
"Sagen Sie Ihr, sie erhält den Dienstplan morgen Nachmittag. Ich habe heute kein großartiges Verlangen um mich um so etwas zu kümmern."
Montoya nickte und ging. Gordon sah noch einmal zum Himmel. Es war ruhig. Zu ruhig. Irgendetwas braute sich zusammen. Sie alle mussten wachsam bleiben.

Der Zug hielt pünktlich an der Central Station. Die Dämmerung hatte eingesetzt. Seine Spuren in New York zu verwischen hatte länger gedauert, als er es geplant hatte. Das Gesetz wurde neugierig. Eigentlich verständlich, wenn man bedenkt das er viele Cops traf und sie tötete. Er trug seinen Koffer in Richtung Ausgang.
Während er durch die Bahnhofshalle wanderte, bemerkte er wie dunkel es dort war. Düstere und mit allerlei Schnickschnack verzierte Eisenträger zogen sich quer unter dem Dachstuhl her um an beiden Enden der Halle, dramatisch nach unten abzuknicken. Sie waren in rußigem Schwarz gehalten, alles wirkte bedrohlich und abweisend. Er konnte das Böse förmlich spüren.
Er schritt vorbei an Graffiti besprühten Wänden und davor liegenden Bettlern. Quallvoll zusammengerollt, frierend dahinwegitierend. Es war kein schöner Anblick. Langsam ging er auf eine Gruppe zu. Ein Junge saß neben einem zusammengekauerten Alten Mann. Er merkte ein Ziehen in seiner Brust. Diese Menschen taten Ihm leid.
"Wie heißt Du mein Junge?"
Das Kind drehte verängstigt den Oberkörper weg.
"Ich werde Dir nichts tun!"
Der Junge blickte zögerlich zu Ihm hinauf.
"Steve!"
wimmerte er langsam.
"Und wie heißt Du?"
Das Kind machte keine anstallten höfflich zu sein und einen Erwachsenen mit einem ‚Mr.' oder ‚Sie' anzusprechen.
"Mein Name ist Ralf."
Er griff in seine Tasche und zog dreihundert Dollar heraus.
"Hier. Sorg bitte dafür das Du und Deine Freunde etwas anständiges Essen und vielleicht in einem Motel schlafen."
Der Junge griff langsam nach dem Geld. Er lächelte warm als die Augen des Jungen zu leuchten begannen. Dann stand er auf und begann in Richtung Ausgang zuschlendern. Zwei Polizisten kamen auf Ihn zu. Sie trugen blaue Uniformen mit Breitschultrig ausgestopften Polstern. Sie wirkten kräftig und mächtig. Einer von den beiden war schwarz.
Er spürte wieder das irgendetwas nicht in Ordnung war. Beide hasteten eher besorgt und aufgewühlt an ihm vorbei. Sie wirkten angespannt, auf sich fixiert und verschwanden in einem abgeschiedenen Winkel des Bahnhofs. Er schätzte jeder Bahnhof auf dieser Welt hatte seine Winkel in dehnen offen mit Drogen und Waffen gedealt wurde. Aber das Streifencops ohne gezogene Waffen dorthin gingen war ungewöhnlich.
Er beschloss Ihnen zu folgen. Es ging ein paar Stufen hinab. Es musste sich um eine Art Toilettenzugang handeln. Im Vorraum standen alte, verrostete Ölfässer. Sie wurden als Lagerfeuer gebraucht, ähnlich wie in jenen berühmten Pennersiedlungen in New York. Es stank nach Öl und Benzin, das auf armselige Weise verbrannt wurde. Es war ein Wunder das niemand auf diese Ecke menschlichen Abschaums aufmerksam wurde. Vielleicht wollte es auch niemand.
Verteilt über den Raum saßen zugefixte Junkies und ein paar bewaffnete Schläger. Die Cops sprachen mit einem der Gangster. Scheinbar ein höhergestellter Drogendealer, er wurde von drei, mit Gewehren bewaffneten Kerlen, flankiert.
"Wo ist das Geld? Wir haben gesagt wir halten diesen Ort aus den Kontrollen raus!"
Die Cops halfen dem Abschaum? Er lüftete ein verstecktes Holster in seiner Weste.
"Ihr bekommt Eure Knete, aber erst wenn Ihr noch dafür sorgt, das unsere Lieferungen ungehindert hierher kommen."
"Hey, wir hatten nichts damit zu tun. ER hat eure Kuriere abgefangen!"
Der Gangster lachte.
"ER ist eine Erfindung der Gothamer Medien um uns davon abzuhalten die Stadt unter unsere Kontrolle zu bringen. Die Cops nützen diese Tatsache aus!"
Die Gruppe schwieg für einen Moment. Der schwarze Cop griff nach seinem Funkgerät.
"Einheit 38. Zentrale kommen."
Der Dealer verfinsterte seinen Blick, als er erkannte, dass der Cop gerade im Begriff war seine ‚Kollegen` herzubeordern. Die P99- Automatik löste sich geräuschlos. Der Dealer zögerte einen Moment.
"Hier Zentrale. Einheit 38 kommen, Bericht."
Abrupt schnippte er mit dem Finger und ein Handlanger trug einen Koffer hinein.
"50.000 Dollar, wie vereinbart."
Der Cop mit dem Funkgerät begann zu grinsen.
"Am Bahnhof ist alles sauber. Wir melden uns sobald es etwas zu berichten gibt."
"Verstanden Einheit 38. Zentrale Ende."
Er hatte genug gesehen. Die Zentrale hatte recht. Ende. Keine Worte, keine Reden welche die Tat zu rechtfertigten versuchten. Es musste einfach getan werden.
Die ersten zwei Kugeln töteten den Polizisten der den Geldkoffer nahm. Der zweite Polizist wollte noch etwas in sein Funkgerät sprechen, doch drei Geschosse durchbohrten seine Gelenke, ein Kopfschuß beendete diese Farce. Es dauerte keine zehn Sekunden. Er senkte die Waffe. Sechs Schuß verbraucht. Zehn im Magazin. Alle Gangster standen mit offenen Mündern in dem kleinen Foyer, dem Anführer war sogar die Zigarette aus selbigen gefallen.
Ca. elf Mann mit teilweise automatischen Waffen und alle wurden gegen Ihn gerichtet. Er hielt die Luft an. Es gab ca. sechs Möglichkeiten um lebend herauszukommen, doch jede barg schwere Verletzungen oder gar den Verlust einiger Körperteile. Nicht akzeptabel. Der Boß der Gruppe hatte eine Uzi auf Ihn gerichtet. Er grinste verwirrt.
"Ich hab keine Ahnung wer Du bist!"
Wenn der Wixer klug gewesen wäre hätte er in diesem Moment geschossen.
"Eigentlich sollte ich Dir zu dank verpflichtet sein, die beiden waren Quälgeister. Aber leider hat Deine Ballerei bestimmt einen Großteil des Bahnhofs alarmiert und es wird in ein paar Minuten hier von Cops nur so wimmeln."
Er drückte die Uzi gegen seine Stirn.
"Gib mir einen Grund Dich nicht zu töten!"
Er schmunzelte und hob eine Augenbraue.
"Weil Du bereits tot bist."
Der Gangster zog eine Grimasse.
"Was?"
Einen weiteren Satz ließ er ihn nicht herausbringen. Mit einem gezielten Schlag rammte er seine Faust gegen die Nase seines Opponenten und schob dessen Nasenbein in den vorderen Hirnbreich. Er war sofort tot.
Anschließend riss er die Uzi aus der Hand der Leiche. Dass bei dieser eher unsanften Aktion auch noch die Fingerknochen mit einem ekligen Geräusch brachen, störten ihn eher weniger. Bruchteile von Sekunden später übergab er der Automatikwaffe Ihrer tödlichen Pflicht. Grelle Lichtblitze gefolgt von dem Pfeifen herauszischenden Bleies war für wenige Augenblicke das einzige das er wahrnahm.
Falls einer seiner Kontrahenten dazu kam seine eigene Waffe abzufeuern, so trafen sie den toten Körper Ihres Bosses, welchen er gekonnt als Schutzschild benutzte. Dann war es vorbei. Der letzte Körper fiel zu Boden. Die Junkies lagen vor Angst zusammen gekrümmt am Boden und wimmerten.
Er hatte darauf geachtet keinen zu Verletzen Auf Drogen musste diese Situation richtig angsteinlösend sein. Er ließ den blutverschmirten Körper fallen. Er sah die Uzi an. Ein feines Spielzeug, dachte er sich leise. Dann beschloss er sie als Souvenir zu behalten.
Er ging die Stufen zurück, zog den blutigen Mantel aus und verbrannte Ihn in einer der Tonnen. Dann hob er seine Reisetasche auf und schlängelte sich über Umwege zum Ausgang. Als er am Ausgang in ein Taxi einstieg konnte er sehen wie Streifenwagen und eine Einheit des Gothamer SWAT den Bahnhof stürmten. Er fragte sich wie viele korrupte Cops unter Ihnen war.
"Was da nur wieder los ist?"
fragte der Fahrer.
"Keine Ahnung"
erwiderte er.
"Ich bin müde, können sie mich zum Gotham Plaza Hotel bringen?"
"Klar! Ich kann später wiederkommen und mir die Show ansehen!"
Er lehnte sich zurück. Es war eine produktive und lukrative Nacht gewesen. Doch seine eigentliche Aufgabe lag noch vor Ihm.

Frank konnte es immer noch nicht fassen. Er war tot. Er war seit sechs Stunden daheim. Zuvor wanderte er in den Straßenschluchten Gothams umher. Alles was um ihn geschehen war hatte er aber nicht registriert. Er war einfach reingekommen und dann in seinen Sessel gefallen. Er trug noch immer seinen Mantel, seine Schuhe hatte er allerdings schon ausgezogen. Sie lagen neben der Fußmatte. Auf der Fußmatte sein Schlüssel, den er beim hineinkommen fallengelassen hat. Tot.
Er sah hinüber zum Telefon. Er überlegte ob er nicht noch seine Eltern anrufen sollte. Sie würden bestimmt darauf warten. Sie würden Ihm sagen wann die Beerdigung wäre. Sie würden Ihm sagen wann er Abschied nehmen dürfte, von dem Menschen dem er am meisten auf dieser verdorbenen Welt vertraut hatte. Er nahm den Hörer in die Hand.
Als er zirka die Hälfte der Vorwahl von New York hinter sich gebracht hatte, klopfte es an der Tür. Er quälte sich aus dem Sessel hoch und schlurfte zur Tür. Unterwegs streifte er seinen Mantel ab und ließ ihn zu Boden fallen. Vor der Tür überlegte er ob er wirklich öffnen sollte. Was aber wenn jetzt sein Vater davor stand, um Ihn nach Hause zu holen, was aber wenn noch jemand mit einer schlechten Nachricht vor der Tür stand. Er schluckte, entschloss sich dabei aber die Trennwand zwischen Trauer und Besorgnis zu überwinden.
"Hallo, Frank."
Renee Montoya und Harvey Bullock standen im Treppenhaus.
"Wir wollten nach Ihnen sehen."
Frank viel auf das Bullock keine Zigarre im Mund hatte. Er lächelte sogar. Sie hatten einen großen Pizza Karton und drei Getränkebecher dabei. Bullock legte Ihm die Hand auf die Schulter.
"Es ist nicht gut wenn man am ersten Abend niemanden hat, Frank."
Er sah Ihn an. Frank merkte das ihm wieder Tränen in die Augen stiegen.
"Kommt rein."
waren die einzigen Wörter welcher er in dieser Situation hervorbringen konnte.
"Haben sie ein paar Teller?"
"Im Schrank über der Spüle, Detective Montoya."
Bullock schlenderte ins Wohnzimmer und stellte den Getränkehalter ab.
"Tun wir uns gegenseitig einen Gefallen Frank. Ich bin Harvey und das ist Renee."
Frank merkte das er zum ersten Mal heute lächelte. Erst jetzt bemerkte er das er in der kurzen Zeit, in welcher er beim GCPD seinen Dienst tat, ein paar Freunde gefunden hatte. Renee war eine wunderschöne Frau mit südländischem Touch. Sie war eigentlich immer freundlich zu Ihm gewesen. Soweit er es beurteilen konnte war sie so etwas wie die
"rechte Hand"
von Gordon. Er hatte gehört wie sie Ihr Leben im Niemandsland einsetzte um Ihre Familie und Gordon vor Gothams ehemaligen Staatsanwalt Dent zu retten. Harvey hingegen passte äusserlich nicht ins Duo. Er war unrasiert, fett und pöbelte zum Spaß gerne alles und jeden an. Unter der Schale, wie Frank an diesem Abend feststellte, war er ein herzensguter Mensch. Auf dem Revier hatte er so was oft gehört, aber es nie geglaubt. Renee kam aus der Küche. Sie trug drei Teller.
"Erzählen sie uns von Ihm?"
fragte sie dann.
"Von meinem Bruder?"
Frank spürte wieder Schmerz in seiner Brust. Renee tat das richtige. Es war wichtig das er darüber sprach.
"Er war der gütigste Mensch den ich kannte. Er setzte sich steht's für das Gesetz ein, dafür das den notleidenden Menschen geholfen wird."
Er machte eine kurze Pause und atmete durch.
"Wegen Ihm und meinen Vater ging ich zur Polizei. Ich erinnere mich daran, dass er es war der mich davon abhielt die Akademie zu schmeissen. Mein Dad hat es nie erfahren, doch ich wollte fast mit einer Frau durchbrennen."
Bullock hob überrascht die Augenbrauen.
"Ach?"
Frank lächelte.
"Sie war eine von diesen Jet Set Frauen, die auf Kerle in Uniformen stand. Vermutlich hätte sie mich fallengelassen wie eine heiße Kartoffel."
Er begann zu kichern.
"Oh man, so einen Anschiss hatte mir mein Bruder noch nie verpasst."
Er atmete wieder durch.
"Er war immer da wenn ich Ihn brauchte. Immer wenn ich in der Tinte saß."
Eine Träne rollte über seine Wange. Renee kam zu ihm rüber und nahm ihn in den Arm.
"Hey"
flüsterte sie leise.
"Er war ein guter Mensch. Er hat so etwas nicht verdient."
Nach ein paar Momenten löste er sich von Ihr. Er lachte auf.
"Ich wünschte es gäbe diese ‚Großstadtlegenden' wirklich. Vielleicht wäre mein Bruder dann noch am Leben."
Montoya und Bullock sahen ihn verwundert an. Als sie es bemerkten sahen sie schnell beiseite.
"Sagt mir nicht die Gerüchte stimmen!"
Bullock biss in seine Pizza. Renee sah Ihn mit Ihren großen braunen Augen an.
"Der Commissioner hat uns Diskretion bezüglich diesem Thema befohlen."
"Also stimmt es!"
Frank war neugierig geworden. Seinen Bruder verdrängte er aus seinem Bewusstsein, eine bessere Therapie hätte er sich wahrlich nicht wünschen können."
Bullock lehnte sich aus der Couch nach vorn.
"Der Commish sagte wir sollten den ‚neuen' nichts erzählen, da er nicht wollte das IHM jemand hinterherspioniert."
Frank strich sich mit seinem Handrücken über seinen Mund.
"Was ist ER? Ein Metawesen wie Superman?"
Renee lachte.
"Nein, mit Superman hat ER nichts gemeinsam."
"Soweit wir wissen hat ER keine Superkräfte. ER ist ein Mensch wie Sie und ich. ER hat aber Dinge drauf, von denen manche Akrobaten nur träumen können."
"Geben Sie IHM einen Mordfall und in spätestens zwei Nächten haben Sie die Ergebnisse auf dem Tisch."
Frank kratzte sich am Kopf.
"Klingt wie eine Art Privatdetektiv. Wo ist das besondere? Ich hab gehört ER wäre eine Art menschenfressendes Monster!"
"ER agiert auf dem schmalen Grad zwischen Gesetz und Unrecht."
"Und er trägt ein Kostüm."
"Ein Kostüm? Was für ein Kostüm?"
Renee und Bullock sahen sich grinsend an. Frank wusste nicht ob es wegen der Freude war, dass die beiden Ihn von seinem Schmerz abgelenkt hatten, oder wegen der Frage die Bullock ihm stellte.
"Sagen Sie mal, haben Sie Angst vor Fledermäusen?"


Kapitel 2: Gotham Knights

Er war nur ein einfacher Mann. Er war ein einfacher Mann, jemand der versuchte seine Familie zu ernähren. Er arbeitete hart. Er schuftete in den Gothamer Hafenlagern um seine beiden Kinder durchzubringen, jeden Tag neun Stunden, seid dem Tod seiner Frau vor einem halben Jahr. Die beiden kleinen hatten geweint als er Ihnen sagen musste, das Ihre Mami nie wieder an Ihrem Bett sitzen könnte. Nie wieder dabei sein konnte wenn sie zusammen auf den Spielplatz gingen, nie wieder... Nie Wieder...
Die Eisenstange traf sein Kinn.
Er spürte das leichte Splittern seines Kiffers, purer ungehmter Schmerz. Gehüllt in einen peinerfüllten Schrei. Der Hallenpächter stand über Ihm, im Mund ein abgekautes Stück Schweineschwarte. Er lachte mit dem anderen Mundwinkel. Durch das Fett der Schwarte glänzte sein ganzer Mund in der faden Beleuchtung der einzigen Lampe in der kleinen Gasse zwischen den Lagerhäusern des Piers vier und fünf.
"Wie oft hab ich Euch Abschaum gesagt, die Kisten abladen, aber nicht hineinsehen."
Wieder ein Schlag durch den großgewachsenen Matrosen.
"Eigentlich würde ich Dich nur grün und blau schlagen lassen, aber da Du in die Kiste hineingesehen hast..."
Der Pächter fasste Ihn am Kinn
"Wirst Du sterben müssen."
"Bitte,"
hörte er sich wimmern
"Ich habe Kinder... meine Frau ist tot... was sollen Sie ohne mich tun."
Der Pächter lachte nur.
"Ohne einen Versager wie Dich sind sie besser dran."
Er wandte sich an den Matrosen mit der Stange.
"Mach ihn fertig! Die Leiche schmeisst Du ins Meer wenn ihr auf See seid!"
Es erschien wie eine Ewigkeit. Er hörte die Stange heranbrausen er hörte einen dumpfen Aufprall, er hörte einen Schmerzensschrei. Aber es war nicht sein eigener.
Er blickte auf. Der Matrose lag bewusstlos am Boden.
"Jemand der sich für seine Familie einsetzt kann kein Versager sein."
Er versuchte die Quelle der Stimme zu lokalisieren. Hinter dem bewusstlosen Matrosen stand jemand im Halbschatten. Vorsichtig blickte er nach oben. Er sah schwarze Stiefel, welche durch einen Umhang zum Teil verdeckt wurden. Der Umhang mündete im Schulterbereich in einen Masken Überzug, die Maske selbst verdeckte den kompletten Kopf, nur der Mundbereich und die Augen waren frei, die Maske wies zwei Spitzen auf, wie Teufelshörner, nein. Im allen Betrachtet sah der Mann dort aus wie eine Fledermaus. Und er lächelte.
"Sie können stolz auf sich sein."
Der Maskierte half Ihm auf.
"Ich habe einen Krankenwagen gerufen. Die Polizei ist ebenfalls auf dem Weg hierher."
"Danke. Danke..."
Der Mann mit der Maske band ihm den Arm ab. Den Verband hatte er aus einer Tasche an seinem Gürtel gezogen. Mit wenigen Griffen saß der Verband perfekt, anschließend gab Ihm der Fledermausmann ein desinfiziertes Tuch.
"Drücken Sie das gegen die Wunde an der Stirn."
Anschließend trat er einen Schritt zurück und wurde fast wieder von der Dunkelheit verschluckt.
"Ich hörte Sie sind eine Art Monster. Eine Legende...."
"Legenden sind dann am Mächtigsten wenn man sie nicht für möglich hält. Wie ist Ihr Name?"
"Ich heiße Timothy Irons."
Der Mann im Cape begann damit den bewusstlosen Matrosen zu fesseln.
"O.K. Mr. Irons sagen Sie mir, was in den Kisten war!"
"Ich bin mir nicht sicher. Es war eine Art Statue. Wir haben in den letzten Tagen hunderte vom Schiff geholt."
In der Ferne wurden Polizeisirenen hörbar. Eine Tür zur Halle knallte auf, der Pächter kam mit einem Geldkoffer hinausgestürmt. Der Fettsack sah hinüber zu Ihm. Seine Augen weiteten sich als er erkannte das sein Schläger schachmatt gesetzt war und ein Zeuge noch lebte. Der Pächter zog eine Waffe.
Irons blieb ruhig. Keine Anstallten für eine Flucht, kein Grund in Panik zu geraten. ER war da. Der Maskierte ließ sein Cape aufwallen, sein Schatten warf die Umrisse des Nachttieres an die Wand. In düsteren Legenden wurde die Unheimlichkeit der Fledermäuse über Jahrtausende gefördert. Mit Erfolg.
In Panik begann der schleimige Fettsack auf den Schatten zu schießen. Der Mann mit der Maske packte ihn von hinten an der Schulter und ließ ihn anschließend herumwirbeln. Ein gezielter Faustschlag ließ den kleinen Kriminellen ins Reich der Träume verschwinden.
Irons hörte Schritte näherkommen, als er sich umdrehte sah er einige Polizisten und Rettungssanitäter auf sich zukommen. Plötzlich spürte er das er in Sicherheit war. Ein Cop kniete sich zu ihm hinunter.
"Was ist hier passiert?"
"Sie wollten mich töten. Sie schmuggeln irgendetwas. Aber ER hat mich gerettet."
Eine extreme Müdigkeit wallte in ihm auf. Einer der Sanitäter prüfte die Verbände, ein anderer rollte eine Trage heran.
"ER hat mich gerettet."
Irons begann zu lächeln. Er freute sich darauf mit seinen Kindern auf den Spielplatz gehen zu können.
Die Müdigkeit wurde grösser, Irons spürte das er das Bewusstsein verlor. Bevor er im Reich der Träume versank sah er den Polizisten noch einmal an.
"Wenn Sie IHN sehen sollten, dann bedanken Sie sich bei IHM für mich."
Dann folgte wohlige wärme und angenehme Schwärze.

weiter zu Teil II

©2002 by Oliver Thelen

 
drucken
 
Batman ©2007 DC Comics ~ Batman created by Bob Kane
Webdesign und Inhalt von www.batmans.de ©2000-2007 Luise Rödig