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Fan-Fiction

 

The German Teil II

Er war nur ein einfacher Mann. Ein einfacher Mann der überlebt hat. Ein leichtes Erdbeben in Kolumbien, ein Vulkanausbruch im Atlantik und einige Meldungen die über den Polizeiticker hineinkamen. Die ganzen Verstrickungen, Intrigen und kleine aber heftige Intermezzo, alles glich einem Chaos in das niemals Ordnung gebracht werden könnte. Sie fand keine Worte dafür.
Sie verspürte nur das verlangen zu schreien, einige Dinge Ihrer Wohnung zu zertrümmern. Sie bündelte die ganzen Emotionen in einem Satz, einem Satz der im Vergleich zu den Ereignissen in den Nachrichten alles andere in den Schatten stellte.
"Küss ihn nicht Du doofe Kuh!"Barbara Gordon ließ vor Aufregung Ihre Popcorn- Schale auf den Boden fallen. Erst jetzt bemerkte sie wie albern Sie sich im Vergleich zu den Weltnachrichten aufführte. Sie blickte hinüber auf den Fernseher in welcher gerade ihre Lieblings Soap Opera lief. Sie versuchte rational zu erkennen was an diesen Serien fesselte. Nun ja, es mag nicht abzustreiten sein, das hauptsächlich Frauen diese
"Stangen"
Produkte menschlicher und zwischenmenschlicher Sinnbilder verschlangen. Jeden Tag liefen ein halbes Dutzend dieser
"Serien". In jeder predigten die Charaktere das Liebe und Macht über allem steht, sogar über Vernunft und Menschlichkeit. Sie senkte den Kopf, als ihr klar wurde das die Probleme und Intrigen in diesen Serien eine Welt darstellten, die in dieser Form niemals existieren konnte. Die Serien stachelten zu ‚sozialem` Verhalten auf, ein Verhalten das niemals in der Realität durchgeführt oder gelebt werden könnte. Die künstlichen Schicksale, der Haß oder die enorme Liebe zwischen den Charakteren, die plötzlich auftretenden Krankheiten oder Neuigkeiten.
Eine Imtation dieser Serien würden den sozialen Tod verursachen. Man würde abgewiesen und abgeschottet, alles andere würde unwichtig. Jeglicher Bezug zur Wirklichkeit würde verloren gehen. Wirklichkeit.
Sie umklammerte die Armlehne Ihres Rollstuhls.
Damals umklammerte Sie die klaffende Wunde in Beckenhöhe. Es brannte wie Feuer in das Kerosin gespritzt wurde. Ihre Beine wurden abrupt weggerissen und sie lag nur da. Sie konnte sich nicht wehren als sich der Irre über sie lehnte und begann sie auszuziehen.
"Warum tust Du das,"
hatte Sie damals gestammelt. Tränen rollten über Ihre Wange. Sie verstand es nicht. Der Joker trug ein Hawaiihemd, kurze Hosen und eine Kamera. Er sah aus wie ein Tourist. Während seine Gefolgsleute Ihren Vater bewusstlos prügelten begann er damit Ihre Schrankbar zu plündern. Grinsend hang er dann über ihr. Seine Augen glühten voller Wahnsinn, seine Mundwinkel waren weit nach oben gerissen, seine vergilbten Zähne drohten die Wirklichkeit zu verschlucken.
"Es ist ein Beweis,"
meinte er, als er langsam Ihre Bluse aufknüpfte. Der Schatten des Hutes hüllte seine Augen in tiefes schwarz, doch das grausame funkeln in seinem Pupillen schimmerte noch durch.
"Auf das Böse". Es folgte ein höllisches Gelächter und das klicken einer Kamera. Kurz darauf absolute Stille. Erst später als sie aufwachte hörte sie eine wohlklingende Stimme. Die Stimme eines Freundes.
"Barbara? Barbara hörst Du mich?"
Jemand strich Ihr sanft über die Wange. Er trug einen Handschuh.
"Ich bin es, Bruce!"
Sie schreckte auf, er nahm sie vorsichtig in den Arm. Sie klammerte sich an ihm fest.
"Barbara, kommen!"
Sie wurde in die Realität zurückgeholt. Sie setzte Ihr Headset auf.
"Hallo, Boss. Was ist los?"
Sie holte Ihren Hauptrechner aus dem Stand By Modus.
"Irgendetwas stimmt nicht. Ich war gerade an den Docks und habe eine Schmugglerbande hochgenommen."
Sie kicherte.
"An den Docks läuft viel Gesindel herum. Was ist daran so ungewöhnlich?"
"Die Schmuggelware ist billiger Schund!"
Barbara setzte Ihre Brille auf.
"Das ist wirklich ungewöhnlich! Geht es aber ein bezüglich der Bezeichnung ‚Schund' ein wenig genauer?"
fragte sie sarkastisch als Sie begann sich in den Hauptrechner der Hafenverwaltung zu hacken.
"Es sind Plastikstatuen. Der Hallenpächter hat versucht einen Mann umzubringen, nur weil er in den Kisten herumgeschnüffelt hat."
"Ich hab einen bestätigten Frachttransfer aus den Hafencomputern extrahiert. Es wurden Plastikfiguren in Form von Weihnachtselfen angegeben. Die Fracht stammt aus Bremerhaven, in Deutschland. Komisch."
"Richtig."
"Also war es legal. Die Frachtpapiere weisen keine Gesetzesverletzungen auf. Bis auf den versuchten Mord keine Anzeichen für ein Verbrechen!"
"Ich werde Dir in Kürze ein paar chemische Daten zusenden. Bitte leite Sie an die Star Labs in Metropolis weiter. Ich habe eine Theorie, die ich aber bestätigt brauche."
Barbara legte sich hinüber zum Polizeiticker.
"Es gab eine Schießerei am Bahnhof. Vielleicht solltest Du..."
"Nein! Dies hat Priorität. Solange Dein Vater keine Hilfe anfordert werde ich so fair bleiben und mich ihm nicht aufzwingen!"
"Du bist der Boss. Ich werde die Situation im Auge behalten!"
ER verabschiedete sich nicht. Das tat ER nie. Sie schaltete den Polizeifunk ein. Aufgeregte Polizisten sprachen von einem Massaker. Stadtbekannte Kriminelle wurden auf bestialische Weise niedergemetzelt. Ein paar Junkies, welche überlebt hatten berichteten von einem Überwesen aus dessen Händen der Tod spuckte. Barbara dachte nach. Diese Beschreibungen würden neben einer automatischen Waffe auch auf eine Spritze voller Heroin zutreffen. Diese Beschreibung eines
"Überwesens"
überprüfte sie trotzdem, in Gotham City liefen neben dem vielen
"normalen"
Gesindel auch gefährliche Irre herum. Einige von ihnen waren mit einigen beeindruckenden Fähigkeiten ausgestattet. Sie hatten viele Namen, viele verschiedene, aber allesamt nicht weniger tragische Schicksale. Sie atmete durch als sie feststellte, dass sie alle im Arkham Asylum für psychisch Kranke Kriminelle inhaftiert waren.
Sie rollte mit dem Rollstuhl zurück. Es war ruhig und bis sich der Mann mit dem dramatischten aller Schicksale melden würde, würde sie Zeit haben um in Ruhe Ihre Wäsche zu waschen.

Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor. Überall roch es nach Weihrauch und frischen Blumen. Weinende Menschen, polierte Orden und mehrere Flaggen mit den Symbolen der New Yorker Polizei überwiegten das Bild. Fanfaren und Dudelsäcke spielten einen Trauermarsch.
Der Priester predigte von menschlichem Unverständnis, von fehlgeleiteten Schafen und göttlicher Barmherzigkeit. Frank hielt die Hand seiner Mutter. Sie zitterte und weinte bitterlich. Auch er konnte sich die Tränen nicht verkneifen. Sein Vater versuchte hart zu bleiben. Er trug seine alte Galauniform, seine Unterlippe wütend angespannt. Sie verdeckte den Rest des Mundes bis zum Philtrum. Das Kinn bebte vor Wut und Trauer. Die Särge glitten langsam in die Gräber. Die Nationalhymne trug Ihr übriges zur
"Heldenverehrung"
bei. Frank wusste sein Bruder war ein Held, auch wenn die Medien etwas anderes behaupteten. Der Commissioner des NYPD trat auf seine Mutter zu und überreichte Ihr die Nationalflagge vom Sarg des Bruders. Sie begann wieder stärker zu schluchzten. Sein Bruder war nicht verheiratet, deshalb wurde ihr das Star Spangled Banner überreicht. Sie drohte an dieser Last zu zerbrechen. Frank schloss sie in die Arme und drückte ihr sanft einen Kuss auf die Stirn. Seine eigenen Tränen verteilten sich dabei in Ihrem schwarzen Trauerschleier.
Ein paar Kollegen der verstorbenen feuerten mit antiken Karabinern Salutschüsse in die Luft. So schnell und brutal es begann, so schnell und ekelhaft kalt war es auch wieder vorbei. Seine Eltern erhielten von Verwandten Beileidsbekundungen, Freunde standen an seinem Grab und weinten. Er fühlte nur noch Lehre, blanke Schwärze, nichts an der Stelle in seinem Herzen an welcher einmal sein Glaube an die Menschen stand.
In seinem Kopf bildete sich ungezähmte Wut. Gegen das Böse das einen geliebten Menschen das Leben nahm. Seinen Bruder.
Mein herzliches Beileid."
Frank drehte den Kopf leicht nach rechts. Durch die Tränen in seinen Augen konnte er lediglich die Umrisse erkennen, doch die wohlklingende und sanfte Stimme identifizierte Ihn.
"Commissioner Gordon? Was tun Sie hier?"
Gordon schritt an das Grab und legte eine weiße Orchidee nieder.
"Commissioner Hayes hat mich eingeladen. Ich hielt es für das richtige."
Er schwieg einen Moment.
"Es war eine Ehrenvolle Beerdigung."
Frank lachte auf.
"Haben Sie die anderen nicht reden gehört?"
"Detective?"
Frank biss sich auf die Unterlippe und sah zum blauen Himmel. Sein Atem entwich seinem Mund in einem mehr rauch- als gasartigem Zustand.
"Sie haben gesagt er hätte Schmiergelder genommen."

Er kniff die Augen zusammen.
"Sie nannten Ihn korrupt."
"Frank, hören Sie..."
"Commissioner, Sir, Sie verstehen nicht! Mein ganzes Leben lang glaubte ich an die Gerechtigkeit..."
Wieder ein Stoß ekelhafter Gefühle, wieder der Wunsch wild um sich zu schlagen. Ein Wort umschrieb den Zustand in seinem Kopf: Blanker, ungestümer Hass!
"Jetzt ist es anders. Ich dachte immer es könnte keinen von uns erwischen. Ich dachte immer die Cops unserer Familie wären so etwas wie unsterblich, unbesiegbar und,"
Wieder zögerte er.
"Unbestechlich!"
Er senkte den Kopf. Gordon sah den jungen Officer für einen Moment an. Dann legte er Ihm seine Hand auf die Schulter.
"Wissen Sie, Frank, ein guter Freund von mir sagte mir einmal das wir in unserem Kampf niemals aufgeben dürfen. Er lehrte mich das es niemals einen Sinn macht, nicht mehr an das gute in den Menschen zu glauben."
Frank sah dem Commissioner in die Augen. Seine Augen glänzten, Tränen sammelten sich vor den Pupillen.
"Sie waren immer neugierig, Sie schnüffelten in Dingen die Sie nichts angingen, Sie steckten Ihre Nase in alles was ungesund für Ihren Ruf war!"
Frank wich erschreckt zurück. Gordon begann zu lächeln.
"Genau das, macht Sie zu einem der besten Cops Gothams!"
Beide Männer lächelten sich an. Frank legte verlegen seinen rechten Arm hinter seinen Kopf.
"Ich werde mich auf den Rückweg nach Gotham machen. Ich hoffe Sie kommen bald zurück!"
Frank überlegte kurz. Der Commissioner hatte den weiten Weg gemacht um einem Untergebenen in einer schweren Stunde beizustehen. Frank musste sich revangieren.
"Sir? Commissioner Gordon, warten Sie!"
Gordon drehte sich herum.
"Ich würde mich freuen, wenn... nun ja, bei uns zu Hause gibt es einen kleinen Leichenschmaus. Es wäre schön wenn Sie bleiben würden."
Gordon nickte leicht mit dem Kopf und lächelte warm.
"Gerne, Detective."
Die Sonne stand über dem Polizei Friedhof von New York City, sie beleuchtete die Gräber zweier Polizisten die in der Erfüllung Ihrer Pflicht starben. Der Entschluss die Unschuld des einen zu beweisen stand fest.

Wayne Manor. Abgeschieden vom Rest Gothams, wirkte es wie ein nicht realer Hort des Luxus und der Sicherheit. Riesige Fenster welche Einblick in versteckte Räumlichkeiten boten. Mauern, welche künstlerisch verziert einen knappen Hinweis auf den Kontostand seines Besitzers gaben.
Entlang der Zufahrt ragten geschnittene Hecken und kunstvoll angelegte Beete aus dem Boden. Es schien eine Endlosigkeit zu dauern um die Zufahrt zu vollenden. Der stahlblaue Mercedes bremste und der weiße Kies knirschte leise. Vor einem Treppenaufgang stoppte das Fahrzeug und ein Bediensteter eilte herbei um die Tür zu öffnen.
Die Sonne war bereits hinter dem Horizont verschwunden. Seicht zogen Schleierwolken am blutroten Himmel entlang. Thomas Colombardo nahm einen kräftigen Zug Luft durch die Nase. Kalt, nasskalt. Er lächelte.
"Es wird Schnee geben!"
"Yeah?"
meinte die Stimme hinter Ihm.
"Kalt bleibt kalt!"
Sein Sohn stieg aus. Die Jacke eng am Körper zusammengekniffen und einer finsteren Miene im Gesicht.
"Josh."
Colombardo legte Ihm die Hand auf die Schulter.
"Du weißt das Gotham City wichtig ist."
"Ja,"
maulte dieser zurück.
"Ich wäre trotzdem lieber in einer Disco oder Club."
Beide schritten langsam die riesige Treppe hinauf. Die eisige Luft ließ Ihren Atem wie einem blasen Dunst aus Mund und Nase entweichen.
"Das kann ich mir vorstellen, aber in der Politik ist es wichtig, das der Staatsmann als Familien Mensch auftritt, wenn es das Alter der Kinder zulässt."
"Du weißt das mich die Politik einen Scheiß interessiert!"
Colombardo blieb stehen.
"Dir geht es um Geld! Nicht wahr?"
"Geld ist das wichtigste Element auf dieser Welt! Durch es werden Städte erbaut, durch es können wir erst Leben!"
Colombardo schnitt eine Grimasse.
"Mein Gott, diese Theatralik steht Dir nicht!"
Er schritt auf seinen Sohn zu.
"Aber Du hast recht, Geld bedeutet Kraft."
Mit böser Miene sah er dann auf den Jungen hinab.
"Aber Politik ist die Macht die man braucht um diese Kraft zu nutzen!"
Er packte Ihn am Arm und stieß Ihn die Treppe hinauf.
"Und jetzt beweg Deinen Arsch da rein und wehe Du versaust mir den Auftritt."
Josh schluckte.
"J..., ja... Dad, Sir!"
stotterte dieser leise. Sie durchschritten einen Torbogen und gelangten so in die Eingangshalle des Anwesens. Der Weihnachtsball, den Bruce Wayne jedes Jahr zugunsten Gothams Waisenkindern gab war bereits im vollen Gange. Er hörte klassische Musik und mehrere Stimmen reden. Weihnachtsgestecke an den Wänden, festliche Beleuchtung und es roch nach Zimt und Tannennadeln. Im Eingang stand ein Butler mit einem Tablett auf dem schlanke Champagnergläser zu teurer Gaumenfreude einluden.
"Ich wünsche den beiden Herren einen guten Abend. Die Mäntel können Sie dort im Foyer abgeben. Ein Gläschen Campanger?"
Colombardo griff zu. Sein Sohn sah sich gelangweilt um. Ein scharfer Blick über die Schulter genügte und auch dieser griff hastig zu einem Glas und lächelte gezwungen."
Der Butler schien dieses zu bemerken. Er hatte ein schlankes Gesicht und eine halb Glatze. Ein dünner Schnäuzer und ein kühles britisches Lächeln im Gesicht. Colombardo meinte Ihn zu kennen.
"Sie können mir nicht zufällig sagen, wo ich in diesem Getümmel den Hausbesitzer finde?"
"Mr. Wayne neigt dazu seine volle Aufmerksamkeit den funkelsten Sternen eines jeden Weihnachtsball zu widmen."
Colombardo hob verduzt eine Augenbraue.
"Tut mir leid, ich verstehe nicht."
"Er ist im Ballsaal, bei der Damenwahl."
Der Butler mit britischem Akzent drehte sich mit diesen Worten zur Seite und schritt auf Gothams Bürgermeisterin Grange zu welche im gleichen Moment die Halle betrat. Sie trug einen langen schwarzen Pelzmantel. Colombardo hätte sie gerne begrüßt, doch einige in Anzüge gequetschte Journalisten stürzten sich auf sie.
Ihn hatten sie zum Glück nicht erkannt. Zielsicher schlängelte er sich vorbei an Spieltischen, weiteren Champangerbutlern und kichernden Damen, welche mit Diamanten und anderen Schmuckstücken übersäht waren. Jede Person im Anwesen war irgendwie in die gehobene Gesellschaft Gothams involviert. Sie alle hatten Macht und genossen Prestige. Etwas das Collombardo nutzen würde, um seine Ziele zu erreichen.
Auf einer Bühne im Ballsaal standen Gothams Schönheiten.
Enganliegende Kleider manche kurz, andere Widerum tief ausgeschnitten. Einige hatten etwas von beidem.
Von Bruce Wayne war nichts zu sehen. Wozu hezte er sich eigentlich so? Der Abend hatte gerade erst begonnen, und Wayne neigte dazu diese Abende immer voll auszunutzen. Colombardo brauchte nur die Gegend nach schönen Frauen zu sondieren und dann würde er den verwöhnten Multimilliardär schon irgendwo finden.
Die Mitte des Saales zierte ein riesiger, kitschig- amerikanisch geschmückter Weihnachtsbaum. Riesige blutrote Weihnachtskugeln, viel zu viel glitzerndes Lametta und einen übertrieben großen goldenen Weihnachtsstern. Drumherum tanzten Menschen einen langsamen Walzer, einige wenige hatten erst bemerkt das die Damenwahl in kürze beginnen würde. Eine Treppe führte in die oberen Bereiche in des Anwesens. Direkt davor waren wuchtige Securitys postiert, es sollte wohl niemand dorthinauf gelangen. Verständlich.
Im Minutentakt eilten Kellner hinauf und hinab, irgendwo da oben hatte man wohl einen Vorratsraum eingerichtet. Ein Moderator, Colombardo identifizierte Ihn als Terry Bancks, Gothams berühmtesten Nachrichtensprecher, kündigte den Beginn der Damenwahl an. Die Frauen auf der Bühne begannen zu kichern. Sie alle hatten ein ungefähres Alter von 20 bis 25 Jahren. Sein Sohn begann hinter Ihm zu pfeifen.
"Schade das ich kein Geld dabeihab."
Colombardo lächelte.
"Das könntest Du Dir sowieso nicht leisten. Eine von denen kostet ab 10.000 Dollar bis zum Wert dieses Anwesens und mehr als heute zu tanzen ist nicht."
Beide begannen zu lachen.
"Ich misch mich mal unters Volk."
Meinte Josh nur und verschwand daraufhin in der Menge. Colombardo beobachtete das Treiben vor der Bühne. Eine wunderschöne Blondine wurde gerade unter dem Jubel von Gothams lediger
"Junggesellen Elite"
und ekelhaftem Zigarrengestank
"versteigert".
"Meine Herren, 20.000 Dollar sind doch noch gar nichts für diese liebreizende, junge Dame. Höre ich 30.000?"
Ein Vorstandsmitglied der Elektrizitätswerke meldete sich.
"60.000 Dollar."
Diese Erhöhung ließen die anderen nicht auf sich sitzen. "
70.000 Dollar" "100.000 Dollar!" "
150.000 Dollar!" Sie stachelten sich gegenseitig an. Das Rennen schienen zwei Teilhaber von Gotham Oils zu machen.
"650.000 Dollar!"
war das letzte Gebot und daraufhin wurde es still im Saal. Das junge Mädchen wippte aufgeregt mit dem Oberkörper hin und her. Colombardo musste grinsen als er sich vorstellte das die Augen in der ersten Reihe
"mitwippten". Der Moderator grinste zufrieden. Kein Wunder, das Geld ging in die Erdbebenhilfe für Schulen und Waisenhäuser. Aber Gotham war nicht sein Revier es lohnte sich nicht hierher zu investieren.
"650.000 zum ersten"
Kurze dramatische Pause und ein anstachelnder Blick über die Menge, welche immer noch auf die wippenden Tatsachen fixiert waren.
"650.000 zum zweiten..."
Keine Reaktion. Bancks hob den Hammer um anschließend das Ergebnis zu verkünden.
"2 Millionen Dollar!"
Das kam überraschend. Eine Stimme hatte von hinten diese riesige Summe genannt. Colombardo drehte sich schnell um. Auf der bewachten Treppe war ein Mann aufgetaucht. Elegant in einen weißen Smoking gehüllt, großgewachsen und sportlich gebaut. Manche Frauen behaupteten sogar dieser Mann währe der attraktivste Mann Amerikas.
"2 Millionen zum ersten..."
"Warten Sie"
rief der Mann.
"Sagen wir lieber drei Millionen. Sonst hab ich ein schlechtes Gewissen zu wenig für eine so reizende Gesellschaft gezahlt zu haben."
Man konnte sehen das Bancks sichtlich erstaunt über die Summe war, das aufgeregte Raunen bekräftigte diesen Blick zusätzlich.
"3 Millionen zum ersten... Zum zweiten..."
In der Menge gab es nur noch anerkennendes Kopfnicken, aber keine anstallten mitzuziehen.
"3 Millionen zum dritten"
Der Hammer sauste aufs Pult hinab. Beifall ertönte." Vergeben an Bruce Wayne für 3 Millionen US-Dollar!"
Wayne schritt zügig von der Treppe hinab, schlängelte sich dann durch die Menge, vorbei an zigarrenrauchenden Schnöseln, an alten, mit teuren Klunkern behangenden Damen. Schelmisch grinsend und siegreich betrat er die Bühne. Leichter, mit Neid angehauchter Applaus erfüllte den Saal. Bancks reichte ihm ein Mikrofon.
"Ich hoffe sie haben vor die anderen Damen zu ähnlichen Preisen zu ersteigern."
Wayne lachte kurz auf.
"Ich bedaure, aber Lucius reißt mir den Kopf ab, wenn ich Wayne Enterprises mit weiteren Ausgaben dieser Klasse bedenke."
Es war ein dürftiger Witz. Beim durchschnittlichen Alkohol Anteil eines jeden Anwesenden reichte diese flache Posse aus um die Menge in schallendes Gelächter zu tränken. Fox stand an der Bar und hob lachend sein Whisky Glas. Colombardo dachte an die gute alte Zeit. Er war bei Waynetech beschäftigt. Er erinnerte sich als Fox ihm die Leitung an einer Fahrzeugentwicklung für die Polizei übergab. Ein schnittiger Wagen, kugelsicher wie ein Panzer und schnell wie ein Ferrari. Der Motor fraß Unmengen mit Kerosin versetzten Treibstoff, ein Triebwerk schob das Höllengefährt auf 280 Stundenkilometer, wahrscheinlich sogar schneller.
Der Verkauf der Informationen brachte gutes Geld. Wayne Tech stieg aus dem Rüstungsgeschäft aus, weshalb viele hochrangige, verdeckt operierende Militärs reihenweise an die Labortür klopften. Fox bekam es raus, Colombardo wusste nicht wie, aber er bekam es raus.
Das Kündigungsschreiben ließ nicht lange auf sich warten und nur durch die Hilfe des Militärs konnte eine Anklage abgewehrt werden. Es erschien ihm wie eine Ewigkeit. Die zwei Jahre nach dem Rauswurf waren hart. Waynetech hatte für ein verdammt schlechtes Zeugnis gesorgt und somit für ein hartes, unangenehmes Leben.
Eine versiffte Wohnung in Gothamer Slum, ein Job als Automechaniker für einen Hungerlohn und einen fetten eingebildeten Chef. Tag für Tag schindete er sich fast zu Tode, abends betrank er sich. Damals lernte er eine Frau namens Jeannes kennen. Sie war nur eine Sekretärin in einem kleinen Versicherungsbüro, sie war stehts schüchtern und bildhübsch.
Colombardo verliebte sich in sie und durch mehrere geschickte Tricks kamen sie zusammen. Mit dem gemeinsamen Geld konnten Sie nach New York ziehen und dort neu beginnen. Colombardo bekam einen Job als Assistent in einem Politbüro, Jeannes nahm einen Posten als Sekrätärin an einem Büro nahe der Wall Street an. Damals tat es Colombardo nicht mehr leid , das er seine Karriere bei Wayne Tech über den Haufen geworfen hatte, sein Leben ging geordnete Bahnen.
Beide heirateten und Jeannes wurde schwanger. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Colombardo über ein paar Instanzen geschleimt und in den New Yorker Stadtrat gewählt worden. Er tat das was er am besten konnte. Fäden ziehen. In den Häusern der Mafia war er ein gern gesehener Gast, die Cops achteten ihn wegen seiner
"Lunchtüten"
und so gelang es ihm sich zum stellvertretenden Bürgermeister hochzuarbeiten. Er fühlte Glück.
Jeannnes starb bei der Geburt Ihres Sohnes. Josh war das einzigste, was Ihm von Ihr geblieben war. Er liebte Ihn, dennoch würde er sein Ziel nicht aus den Augen verlieren. Mehr Macht um jeden Preis.
Josh stand an der Theke und flirtete mit ein paar Mädchen. Für seine 17 Jahre machte er das nicht schlecht.
"Halten Sie Ihn besser zurück, oder er stiehlt mir die Show!"
Colombardo kannte die Stimme.
"Mr. Wayne, ein Mann mit Ihrem Bankkonto wird von meinem Sohn keine Konkurenz erwarten brauchen!"
Bruce Wayne stand mit einem Cocktail in der Hand hinter Ihm. Die linke Hand lässig in der Hose versengt und ein amüsiertes Grinsen im Gesicht.
"Hat Mr. Fox Ihnen von meinem Angebot berichtet?"
Wayne überlegte kurz und zog eine verwöhnte Grimasse.
"Ich glaube er erwähnte es beiläufig, warum fragen Sie?"
Colombardo wollte sich mit der Handfläche an die Stirn hauen. Soviel Naivität in einer Person hatte er selten erlebt.
"Ich frage mich ob Sie sich entschieden haben?"
"Entschieden?"
Wayne überlegte wieder, wenn Colombardo es nicht besser gewusst hätte, könnte man meinen der Mann der vor ihm stand, spielte ihm irgendetwas vor.
"Ach ja, ich soll ja in dieser Sache entscheiden, finden Sie das nicht auch witzig?"
Colombardo amüsierte dieser Gedanke furchtbar! Richtig zum fürchten! "Hören Sie Tom, wir sollten das nicht hier besprechen, treffen wir uns doch morgen zum Lunch. Sagen wir so gegen 15: 30 Uhr?"
Sieg! Obwohl 15: 30 etwas spät für Lunch erschien. Wayne hatte angebissen.
"Gerne, in der Plazahall? Dort soll es ein exzellentes Italienisches Restaurante geben."
Wayne nickte zustimmend.
"Wenn Sie mich entschuldigen, ich sehe gerade das ein guter Freund aus dem Club eingetroffen ist!"
Wayne schlängelte sich durch Menge. Colombardo sah noch wie er mit dem Butler vom Eingang sprach und dann in Richtung Treppenaufgang verschwand.
"Guter Freund aus dem Club? Der gute Mann ist noch verwirrter als ich dachte..."
Es war kein Grund mehr noch länger auf der Party zu bleiben. Er ging zu Josh.
"...Du kannst das bestimmt! Du musst es wie bei einem gefüllten Lolli machen! Einfach solange lutschen bis die Füllung ans Tageslicht kommt!"
Der Junge hatte eine widerliche Art Frauen anzugraben.
"Josh wir gehen!"
"Aber Dad!..."
"Ich wiederhole mich nicht!"
Colombardo hatte was er wollte. Damit war er fast am Ziel!

Es war dunkel draußen. Bullock hatte gerade den Bericht über das Gemetzel am Bahnhof vervollständigt. Montoya kam mit zwei Tassen Kaffee auf ihn zu.
"Ich musste gerade an Frank denken. Ich hoffe es geht ihm gut! So etwas ist nicht einfach."
"Ja, der Commish hat gut daran getan ihn zu begleiten, aber der Junge ist zäh! Er wird das schon durchstehen."
Beide schwiegen für einen Moment. Der aufsteigende Dampf der Tassen vermengte sich mit der Dunkelheit des Reviers und wurde vollkommen aus dem menschlichen Sichtfeld absorbiert.
"Gehst Du nach Hause, Harvey?"
fragte Montoya dann.
"Nein, ich warte noch auf die Ergebnisse der Balistik, die Jungs glauben da was interessantes gefunden zu haben."
Montoya sah Harvey an.
"Mehrere Leichen von Drogendealern, zwei tote Cops und ein Koffer voller Geld. Riecht nach Bestechung. Ich hoffe das ist Zufall!"
Wieder Stille. Urplötzlich schnellte die Tür auf und ein Cop im weißen Kittel stürmte in die leeren Bürroräume des Morddezernates.
"Lieutanent Bullock!"
"Kinkel? Was ist den in sie gefahren?"
Der Balistiker warf eine Plastiktüte mit einem Geschoss auf den Schreibtisch.
"Wissen Sie was das ist?"
"Ne Kugel!"
Kinkel wedelte aufgeregt mit den Armen.
"Die hat die Gerichtsmedizin aus Officer Hamiltons Großhirn gepult!"
"Kommen sie zur Sache, oder atmen sie besser erst mal durch."
Der junge Mann war sichtlich mit den Nerven fertig.
"Diese Kugeln ist kein Seriengeschoss, es ist eine Spezialanfertigung. Normalerweise sind diese Dinger im Einsatz bei Europäischen Antiterror- Einheiten. Damit ballern Sie durch 10 Elefanten wenn die nebeneinander stehen! Darf ich?"
Kinkel deutete auf Bullocks Zigaretten Schachtel.
"Sicher."
Mit zittriger Hand zündete er eine Zigarrette an und ließ sich in einen Bürostuhl plumpsen.
"Wars das?"
"Das ist nicht das ungewöhnliche. Viele Europäische Terroristen benutzen neuerdings solche Arten von Vollmantelgeschossen!"
Bullock hielt die Luft an.
"Vollmantelgeschosse?"
fragte Rennee mit aufgerissenen Augen und erschrecktem Gesicht.
"Ja, die Dinger wurden abgefeuert aus einer..."
Bullock unterbrach Ihn
"Walther!"
"Einer P99 um genau zu sein"
Bullock sprang auf
"Scheiße!"
fluchte Renee.
"O.K. wir müssen jetzt ruhig bleiben! Kinkel Sie klingeln jetzt jeden verfügbaren SWATler aus dem Bett, Renee Du informierst die Streifen!"
Bullock begann auf seinem Schreibtisch zu wühlen. Er zog einen vergilbten Zettel unter seiner Schreibtischablage hervor und begann hektisch eine Nummer ins Telefon zu tippen.
"Commissioner, Bullock hier!"
Bullock zog an seiner Zigarette.
"Ja ich weiß wie spät es ist. Ich mach es kurz, Sir!"
"Ja, es ist etwas passiert... Der Copkiller ist in Gotham!"

Es duftete nach frischen Brötchen. Aus dem großen silbernen Automaten kam frisch gebrühter Kaffee. Die kleine Bäckerei im Gotham Plaza erinnerte ihn an daheim. Heimat.
Ein wahrlich überschätzter Begriff. Man verbindet es mit wohligem Gefühl, Stärke und Geborgenheit. In seinen Erinnerungen sah er nur Schmerz und Verwüstung.
Er nahm eine Zeitung aus einem Ständer im Eingangsbereich. Die Titelseite verriet ihm das die Medien von Gotham City so schnell waren wie Ihr Ruf versprach. Sie hatten bereits begriffen das er hier war. Er begann in der Zeitung zu wühlen. Amerikanische Zeitungen waren für seinen Geschmack zu dick.
"Die Wohnungsanzeigen sind im hinteren Drittel!"
Er sah sich überrascht um. Ein junger Mann Ende zwanzig stand hinter ihm. Er trug elegante Schuhe, eine schwarze Stoffhose guckte unter einem schwarzen Trenchcoat hervor unter dem Mantel glaubte er einen schwarzen Anzug zu sehen. Sein Gesicht sah anders aus. Rotunterlaufene Augen, schwarze Ränder darunter. Er sah aus wie tot.
"Ich wohne seid einem Jahr hier. Ich suchte auch länger."
"Ich habe nicht vor länger zu bleiben. Ich möchte nur nicht die ganze Zeit in einem Hotel bleiben."
"Zu teuer?"
Er lächelte.
"Das auch!"
Der junge Mann wirkte niedergeschlagen. Sein Gesicht war erfüllt von Traurigkeit und Erschöpfung.
"Sind Sie in Ordnung?"
Ein müdes lächeln und das ansetzen eines in Freundlichkeit gequetschten Blickes striffen an ihm vorbei.
"Nein, ich komme gerade von der Beerdigung meines Bruders."
In seinem Herzen regte sich etwas. Etwas was er selten fühlte. Er versuchte dagegen anzukämpfen doch selbst er verlor den kurzen aber heftigen Kampf zwischen Moral und seinem dunklen Selbst. Er fühlte Mitleid.
"Wie schrecklich. Darf ich Sie auf einen Kaffee einladen?"
"Nein, danke ich..."
"Ach kommen Sie! Sie könnten ihn gebrauchen."
Der Junge Mann lächelte.
"Na schön!"
"Wie heißen Sie?"
"Frank Steiner! Und Sie?"
"Ich bin Ralf. Ralf Rommel."
Der junge Mann sah Ihn an. "Rommel? War das nicht ein berühmter Nazi General?"
"Sie haben recht. Ich bin über viele Ecken mit dem Mistkerl verwandt."
"Sie kommen aus Deutschland?"
"Ja."
Kurzes Schweigen herrschte am runden Stehtisch in der kleinen Bäckerei, als die Bedienung zwei Tassen Kaffee und Crossioants brachte.
"Wie ist es da so?"
"Wo?"
"In Deutschland!"
Rommel lachte kurz.
"Nun ja, die Alliierten haben uns nicht mehr unter den Fittichen, wenn Sie das meinen! Es ist ein passables Leben da drüben. Es gibt dort auch ein paar Probleme die sich nicht abstreiten lassen."
Steiner schlürfte an seinem Kaffee.
"Die wären?"
"Hohe Arbeitslosigkeit, viel Jugendkriminallität und Drogenhandel. Die üblichen Staatsprobleme."
Steiner begann zu kichern.
"Was ist so lustig?"
"Sie kommen in die Staaten um diesen Problemen zu entkommen?"
"Nein."
"Sondern warum sind Sie dann hier."
Rommel sah dem jungen Mann in die Augen. Dort spiegelten sich Trauer und Verzweiflung wieder, allerdings war dort auch eine Menge Neugier zu sehen. Ein ungeheures Vertrauen umhüllte den Mann vor ihm. Rommel war beeindruckt. Dennoch konnte er ihm nicht sagen warum er hier war.
"Ich reise viel. Ich versuche meinem Leben einen Sinn zu geben."
Steiner hob eine Augenbraue.
"Klingt so als hätten Sie ne Menge schlimmer Sachen erlebt."
"Ich war Soldat beim deutschen Elitecorps Kommando Spezial Kräfte. Ich agierte bei diversen Geiselrettungen in Bosnien aktiv hinter den Serbischen Linien. Ich brachte versehentlich zwei Geiseln um. Sie hatten sich Gewehre von toten serbischen Soldaten genommen um meiner Einheit zu helfen. Beide waren noch Kinder."
Rommel wischte sich mit seiner Hand durchs Gesicht.
"Ich hab Sie ermordet."
"Was ist dann passiert?"
"Das Verteidigungsministerium und die NATO vertuschten den Vorfall. Ich konnte es jedoch nicht ertragen. Alle behaupteten zwar es wäre nicht meine Schuld gewesen, dennoch schaffte ich es nicht mit der Schmach zu leben."
"Sie nahmen Ihren Hut und begannen in der Welt herumzustreifen? Finden Sie nicht Sie machen es sich ziemlich einfach?"
"Nein. Ich habe einen Weg gefunden alles wieder gut zu machen. Aber sprechen wir von Ihnen! Was machen Sie beruflich?"
Ein kurzes biepen dröhnte aus der Manteltasche Steiners. Er zog ein Handy hervor, tippte schnell auf ein paar Tasten herum, seufzte und steckte es in die Tasche zurück.
"Ich muss los!"
Steiner krizelte etwas auf eine Papierserviette.
"Hier. Das ist meine Telefonummer. Wenn Sie möchten können wir uns noch mal treffen. Ich würde die Unterhaltung gerne fortführen. Danke für den Kaffee"
Mit diesen Worten ging der junge Mann aus der Bäckerei. Rommel musterte die Serviette noch eine Weile. Er fragte sich ob der Kerl schwul gewesen war. Bei erneuter Überlegung verneinte er diese vorschnelle Vermutung, der Junge war wohl nur auf der Suche nach Ablenkung.
Rommel faltete die Serviette und steckte Sie in seine Hemdtasche. Er trank den Rest des Kaffees, zahlte und ging hinaus in die Halle. Der Sonnenschein des vortages hatte sich verzogen, dennoch war es in der Halle heller als in anderen Orten der Stadt. Er blieb im Fourier stehen und betrachtete den kitschig amerikanischen Weihnachtsbaum. Die Amerikaner machten daraus jedes Mal ein riesiges
"Tram Tram". Er schlug die Zeitung noch einmal auf. An der Westside gab es ein freies Apartment. Er beschloss es sich anzusehen. Langsam schlenderte er zu den Taxiparkplätzen vorm Plaza hinab, dann stieg er in eines der gelbfarbenen Gefährte, nannte dem Fahrer sein Ziel, dieser setzte sein Taxi in Bewegung und lenkte es dem Ziel entgegen. Der Hall der Explosion durchdrang die Strassen wie ein warmes Messer die Butter.

Kapitel 3: Gotham Problems

Gordons Einsatzwagen bremste hart vor der brennenden Plazahall. Das Wahrzeichen Gothams brannte in einer Hölle aus Flammen und Qualm. Gordon musterte die Szenerie genauer. Der Qualm glich eher einem gelben Dunst und die Flammen wirkten doch eher ungefährlich. Er sprang aus dem blauen Ford und stürmte auf den Einsatzleiter der Feuerwehr zu.
"Chief, was ist hier los?"
"Soweit wir wissen gab es einen Bombenanschlag, die Feuer sind unter Kontrolle, aber"
"Aber was?"
"Der Qualm ist das größere Problem. Es scheint eine Art Giftgas zu sein. Hier draussen hat das Teufelszeug schon einige Opfer gefordert, wir können es hier draussen mit Wasser und Schaum bekämpfen, aber da drinnen ist sie absolut tödlich, wenn da noch jemand drin war, dann hatte er keine Chance!"
Gordon nickte und wandte sich dem Schauspiel zu.
Er war erst vor zwei Stunden aus New York zurückgekehrt, als Harvey ihm die Nachricht überbracht hatte das der Cop Killer in Gotham war, aber mit so etwas hatte er nicht gerechnet.
"Was ist das für ein Zeug?"
"Wir wissen es noch nicht. Tut mir leid, Jim."
Gordon fluchte leise. Wieso passierten die schlimmen Dinge immer um Weihnachten herum? Er bemerkte Steiner an einem der Streifenwagen an der Absperrung. Er kam auf Gordon zu.
"Es passierte kurz nachdem ich Ihre Nachricht bekam, Sir. Ich war gerade draußen!"
"Wie viele Leute waren da drin?"
"Hinter mir im Eingangsbereich sicher noch 10-15 Leute in den Kaffees in der ersten Etage bestimmt 200."
Gordon fluchte erneut.
"Welcher Bastard kann so etwas tun, Sir?"
Jim sah den jungen Mann an. Er trug immer noch seinen Anzug von der Beerdigung.
"Hier in Gotham? Ich könnte Ihnen ein halbes dutzend Namen aufzählen die so etwas ohne zu zögern tun würden, doch dies hier wäre nicht ihr Stil."
Eine weitere Explosion erschütterte die Hall. Scheiben platzen und flogen in hohem Bogen durch die Luft. Die Scherben glichen glitzernden Todesboten als sie in eine Gruppe Schaulustiger prasselten. Gordon und Steiner konnten sich noch rechtzeitig hinter den Streifenwagen ducken, doch einige Feuerwehrleute und Polizisten hatten nicht so viel Glück.
Trümmer regneten auf sie, darunter Eisenträger Splitter und Teile von Tischen und Stühlen. Für zwei von Ihnen kam jede Hilfe zu spät. Der Träger zerquetschte einen Feuerwehrmann welcher einen verletzten Wachmann zum Krankenfahrzeug brachte und ein Cop wurde von einer davon geschleuderten Tischplatte enthauptet. Der Einsatzleiter der Feuerwehr kniete hinter einem Löschzug.
"Das müssen die Gasleitungen gewesen sein."
brüllte er zu Gordon hinüber. Und er schien recht zu haben. In den Trümmern der ersten Etage loderten Flammen in den Himmel, sie flackerten hektisch aus aufgeplatzten und aus den Wänden gerissenen Rohren.
"Die Stichflammen verbrennen das Giftgas!"
Steiner hatte recht. Die gelben Schwaden in den noch intakten Bereichen des Plazas schienen zurückzugehen. Steiner sprang auf.
"Das Heizungsgas muss abgestellt werden. Es wird weitere Expolsionen geben!"
"Das ist nicht Ihr Job! Sie bleiben wo Sie sind!"
"Sir, die Feuerwehr hat genug damit zu tun die Überlebenden da raus zu holen! Wir müssen was tun"
Tränen stiegen in den Augen des jungen Polizisten auf.
"Ich kann nicht zu lassen das noch mehr Menschen sterben!"
Gordon bemerkte zwei Atemgeräte an einem Löschzug.
"Also schön, kommen Sie!"
Gordon stürmte auf die Geräte zu.
"Wissen Sie wo sich die Leitungen befinden."
"Ich denke mal im Keller!"
"Sie denken?"
Der Feuerwehr Chief stürmte auf Sie zu.
"Was haben Sie vor. Das ist Selbstmord da rein zu gehen!"
Frank fixierte den älteren Mann mit einem finsteren Blick.
"Wenn die Leitungen zu heiß werden kann der ganze Block in die Luft fliegen!"
"Wo sind die Leitungskontrollen?"
Der Chief atmete durch.
"Es gibt einen Zugang über die Tiefgarage. Hinter dem zweiten Deck gibt es einen Kontrollhahn, Dort müsste des einigermaßen sicher sein."
"Los Detective! Gehen wir!"
Sie stürmten vorbei an hektisch auf und ab rennenden Feuerwehrleuten und verletzten Passanten. Überall geronnenes Blut auf dem Pflaster. Gordon bemerkte sogar Körperteile zwischen den Trümmern. Der ganze Bereich glich einer dieser grauenvollen Szenen aus billigen postapokalyptischen Filmen! Autos waren unter Schutt und Asche begraben, Dunstwolken hangen zwischen den Häusern, alles war noch düsterer als sonst.
Gordon erinnerte sich an das Erdbeben, es bestand eine gewisse Ähnlichkeit. Vorsichtig gingen sie eine Treppe am Rand des Plazas hinunter. Durch die Sichtscheibe der Atemmaske konnte Gordon ausser einem Gemisch aus Qualm und Staub kaum etwas erkennen. Er konnte Steiner kaum verstehen.
"Hier ist es!"
Eine Feuerschutztür versperrte Ihnen den Weg. Steiner drückte die verrußte Klinke hinunter und rammte mit der mehrmals Schulter gegen die Tür.
"Das bringt nichts, Frank!"
Steiner haute mit der Faust gegen die verschlossene Tür.
"Wir müssen irgendetwas zum aufhebeln finden!"
Ein Schatten huschte zwischen den Autos umher.
"Vielleicht haben wir Glück, Detective!"
Gordon war sich nicht sicher ob ER es war. Es wäre nicht das erste Mal gewesen, das ER wie aus dem nichts auftauchte um die Situation zu retten.
"Sir! Runter!"
Steiner packte Ihn von hinten und riß Ihn auf den Boden. Bruchteile von Sekunden später schossen Kugeln über Ihn hinweg! Der eine Schatten hatte sich verdreifacht. Steiner zog seine Smith&Wesson Halbautomatik, Gordon löste seinen Revolver aus seinem Schulterholster. Vorsichtig sah er über ein über ein, mit einem Stützbalken verzierten, Pick Up. Das Deck war urplötzlich wie leergefegt. Er sah hinüber zu Steiner.
"Alles in Ordnung?"
Steiner nickte.
"Ich glaube es sind drei!"
Wieder peitschte eine Salve heißes Blei durch die Luft. Gordon riss seine Waffe rauf und gab drei Schüsse ab. Ein lauter Schrei und ein dumpfer Aufprall verrieten ihm das einer der Gegner am Boden lag. Eine Aussage ob tot oder verletzt konnte er nicht sagen. Er erwartete das seine Kompanions etwas in der Art von sich gaben wie
"Sie haben Jonny erwischt"
doch es herrschte nur gespenstische Stille. Gordon schluckte und beugte sich neben dem Kotflügel hervor. Wieder peitschten Schüsse aus den Qualmwolken, wieder kauerte sich der Gothamer Commissioner hinter dem Pickup zusammen. Steiner hockte hinter einem umgestürzten Deckenpfeiler.
Er hob seine Hand, deutete mit seinen abgespreizten Zeige und Mittelfinger auf seine Augen. Er konnte sie sehen und Gordon wusste was er zu tun hatte. Er beugte sich wieder ein Stück vor, wieder Schüsse aus vollautomatischen Waffen. Steiner hechtete hinter dem Pfeiler und somit in die Schusslinie der Gegner.
Seine Waffe hustete mehrere Schüsse ins dunkel, wieder ein Schmerzensschrei, wieder fiel ein Gegner hart auf das verqualmte Parkdeck. Gordon lächelte unter seiner Atemmaske.
"Gute Arbeit,"
meinte er zu Steiner, als dieser hinter den Pickup kroch.
"Danke"
keuchte dieser. Steiner hielt sich seinen rechten Oberarm und atmete schwer. Gordon sah wie der Ärmel des schwarzen Mantels sich langsam rot färbte, dann quoll Blut zwischen seinen Fingern hervor.
"Sie sind verletzt!"
"Ja, wir müssen..."
Steiner konnte den Satz nicht beenden. Eine Handgranate knallte an die massive Metalltür, welches der ursprüngliche Grund für die Anwesenheit der Cops war.
"Ach Du Scheiße!"
"Los, Frank, bewegen Sie sich!"
Beide Cops spurteten los. Der letzte der drei Schatte hockte hinter einem schwarzen Mercedes. Er hatte das schwere Maschinengewehr angelegt und scheute nicht davor zurück es zu benutzen. Gordon fühlte das heiße Blei förmlich an seinem Körper vorbeizischen. Er hob im Laufen seinen Revolver und leerte das Trommelmagazin, ohne nennbaren Erfolg. Die Granate explodierte und die Druckwelle riss Gordon und Steine von den Füßen, der Pickup wurde in Richtung Auffahrt geschleudert und verkeilte sich mit dem schwarzen Mercedes hinter welchem der dritte Angreifer kauerte.
Seit dem Aufprall der Granate waren nur wenige Sekunden vergangen. Es war still. Gordon rappelte sich auf. Er öffntete die Trommel seiner Waffe und ließ die leeren Hülsen auf den Boden fallen, dann zog er einen Schnellader mit neuer Munition aus seinem Halfter und steckte sie in die verchromte Waffe. Frank war bewusstlos und rührte sich nicht. Die Trommel rastete mit einem leisen Klicken und Gordon schlich sich geduckt in Richtung der verkeilten Autowracks. Gordon musterte die Szenerie.
Das Parkdeck glich einem Schlachtfeld. Die Granate hatte sehr viel Schaden angerichtet, erneut war ein Teil der Decke eingestürzt. Zu Gordons Freude schloss die Zerstörung die Panzertür mit ein, welche praktischerweise ebenfalls dran glauben musste.
Der Angreifer lag keuchend unter dem Schwarzen Mercedes. Der rechte Arm war scheinbar abgetrennt und eine Blutlache pulsierte in schnellem Herztakt aus dem Oberarm Stummel hervor und vermischte sich langsam mit dem austretenden Öl der Fahrzeuge. Der Mann der dort lag war dem Tode geweiht. Gordon senkte die Waffe.
"Wer sind Sie? Warum tun Sie das."
Keine Antwort.
"Hören Sie, viele Menschen starben heute, sagen Sie mir warum."Der Mann mit schwarzer Sturmmaske begann zu lachen, das Lachen schwang nach wenigen Sekunden in einen würge ähnlichen Laut um, gefolgt von Muskelkrämpfen. Der Kopf des Mannes sank leblos auf den Boden, als ihn der letzte Lebensfunke verließ. Gordon hörte Stimmen.
"Hier rüber!"
"Vorsicht, da könnten ein paar Irre mit Maschinengewehren rumlaufen!"
Ein paar Feuerwehrleute, gefolgt von einer Einheit SWATler stürmten in die Garage. Schnell eilten zwei Männer in den Gasraum und drehten etliche Wagenrad große Ventile zu. Das SWAT- Kommando observierte die Leichen der unbekannten Angreifer. Steiner wachte auf als Gordon Ihn auf die Trage eines Krankenwagens vorm Plaza legte.
"Sorgen Sie dafür das er morgen wieder zum Dienst erscheinen kann"
meinte Gordon zum Sanitäter.
"Ich brauche einen Mann wie ihn in dieser Situation."
"Sir?"
"Ja Frank?"
" Wer waren die Kerle?"
"Ich weiß es nicht. Noch nicht. Ruhen Sie sich aus, Detective."
Bullocks Streifenwagen hielt vor der Absperrung. Der korpulente Polizist eilte zu Gordon hinüber.
"Meine Fresse! Da hat jemand aber ganze Arbeit geleistet!"
"Ja Seargent!"
"Soll ich veranlassen das die Sonderkommission Überstunden macht?"
"Ja Seargent!"
"Werden wir die restlichen SWAT Jungs aus dem Weihnachtsurlaub rufen?"
"Ja Seargent!"
"Soll ich das Signal einschalten wenn es dunkel wird?"
Gordon sah Bullock an.
"Ja Harvey!"

Die Bilder der brennenden Plazahall liefen auf allen regionalen und überregionalen Kanälen. Ein Reporter sprach von einer erneuten Katastrophe in Gotham City, er sprach davon das es vielleicht doch besser gewesen wäre, wenn Gotham vom Rest Amerikas abgeschnitten geblieben wäre. Was hätte das gebracht? Im
"Niemandsland"
herrschten Angst und Terror. Viele von Gothams dunklen Schatten hatten sich aufgemacht um das Böse zur Krone der zerstörten Stadt zu machen. Nur wenige machten sich auf um Ordnung dorthin zu bringen, wo es keine Ordnung gab, um Recht zu sprechen, wo kein Recht mehr existierte. ER war einer von Ihnen.
"Master Bruce, Mr. Colombardo rief vor wenigen Minuten an, er bat darum das Treffen zu verschieben." Alfred Pennyworth stand hinter dem Sessel seines Masters. Er beobachtete wie dieser gebannt die Bilder auf der aufblitzenden Scheibe fixierte.
"Danke Alfred. Hier sehen Sie."Ein Knopfdruck an der Computerkonsole vor Wayne ließ das Bild einfrieren. Über der Plazahall waren neben dunklen Nebelschwaden gelbliche Dämpfe zu sehen, sie quollen aus den Ruinen hinaus und legten sich über die gesamte mit Trümmern übersäten Strasse.
"Ein Kampfstoff?"
"Ja!"
"Meine Güte!"Alfred sah den Blick in den Augen seines Masters. Es war der selbe leere darin wie an jenem schicksalhaften Abend. Dr. Thompkins Wagen bremste vor dem Anwesen. Es regnete Cats and Dogs Alfred eilte mit einem Schirm hinaus. Der junge Master Bruce saß auf dem Beifahrersitz von seinen Eltern keine Spur. Die Ärztin stieg aus dem Wagen aus. Ihr Mantel war durchnässt Ihr Blick betrübt.
"Leslie, ich war krank vor Sorge um Master Wayne, wo sind Sie?"
"Thomas und Martha sind tot, Alfred."
Der Schirm in seiner Hand segelte davon. Dr. Thompkins sank in seine Arme. Sie schluchzte leise. Nach einem Moment rappelte sie sich wieder auf und blickte zu Ihrem Wagen. Der kleine Bruce Wayne saß dort und starrte ins leere. Beide gingen auf den Wagen zu. Auf dem Gesicht des Jungen waren keine Tränen zu sehen. Kein schluchzen entrannte seiner Kehle.
Er wirkte gefasst, unheimlich konzentriert dennoch war etwas an Ihm das davon zeugte das Ihn dieser Abend gebrochen hatte. Für immer. Sein Blick. Sie führten Ihn hinein. In sein zuhause welches sich für immer verändert hatte.
Die Höhle war kalt. Wayne stand auf und drehte sich vom Fernsehschirm zum großen Bildschirm des Hauptrechners.
"Barbara, kommen. Hast Du die Informationen die ich haben wollte?"
"Bestätigt. Ich habe mir die Ergebnisse angesehen, wirst Du meinen Vater informieren."
"Nach heute morgen wird er sich garantiert melden. Ich warte ab!"
"Master Bruce?"

"Die Situation ist durchaus komplizierter als Ihr zwei denkt."
Alfred runzelte die Strin. Das lange schwarze Cape seines Masters glitt über den Felsboden als er hinüber zum Labortisch schritt. Er nahm zwei schwarze Perlen aus einer Glasschale und verstaute Sie in seinem Gürtel.
"Was sagen Dir die chemischen Zusammensetzungen der Proben welche ich Dir sandte, Barbara?"
Schweigen am anderen Ende der Leitung, als Wayne die Dateien freigab, so dass die Tochter des Polizeichefs Einblick in sie bekam. Auch Alfred wusste was sie bedeuteten.
"Mein Gott...!"
"Master Bruce, ist es das wonach es aussieht?"
"Ja."
Eine Sirene hallte auf. Alarmleuchten tauchten die Höhle in einen bedrohlichen Rot Ton. Alfred bemerkte wie hunderte Fledermäuse aus Ihrem Schönheitsschlaf gerissen wurden und wild in Panik herumflatterten. Bruce Wayne zog seine Maske über sein Gesicht.
"Es ist soweit!"
"Ich nehme nicht an das Sie gedenken die Sandwichschnittchen mitzunehmen welche ich in liebevoller Kleinarbeit zubereitet habe?"
Sein Master drehte sich lächelnd vor seinem Wagen um.
"Weißt Du noch was ich mit deinen Sandwichschnittchen als kleiner Junge gemacht habe?"
Alfred setzte einen britisch angehauchten Gesichtsausdruck auf.
"Der Abfluss war drei Tage verstopft!"
Der Motor heulte auf, ein Gang wurde in mit einem triebwerkverstärkten Motor gerammt und das heulen ertönte noch gut eine halbe Minute nach verlassen der Höhle.
"Viel Glück Master Bruce."

Er hatte leichte Abschürfungen am Unteram eine Platzwunde an der linken Schläfe und einen Streifschuß am rechten Bizeps. Wie durch ein Wunder wurde er nicht weiter verletzt. Der Arzt trennte den Verband durch, welchen er um den Unterarm gezogen hatte.
"Sie hatten Glück! Hätte Sie der Schuß anders erwischt hätten wir Sie operieren müssen!"
"Kann ich mit dem Verband arbeiten?"
Der Arzt seufzte.
"Unter Protest! Am liebsten würde ich sie hier behalten, Sie könnten eine Gehirnerschütterung haben!"
Frank schnitt eine Grimasse. Die Notaufnahme war übersäht mit verletzten Menschen und der Weißkittel machte sich sorgen um seinen Schädel? Der Anschlag hatte ein Chaos angerichtet. Auf dem Boden waren Decken ausgerollt und auf jeder saßen mindestens zwei Personen.
Eine junge Frau wippte unruhig hin und her sie starrte mit einem melancholischen Keuchen auf eine Schwingtür zu einem Operationszimmer. Ihre Augen waren leer über Ihre blutverschmierten Wangen rannen Tränen. Sie starrte zur Tür.
Frank Brust schnürte sich zusammen. Sie bangte um irgendetwas. Ein Arzt trat mit gesengtem Haupt aus der Schwingtür. Er striff sich den Mundschutz von seinem Gesicht.
Frank konnte nicht hören was Er Ihr sagte, doch er konnte sehen wie die junge Frau in Verzweiflung zusammensank, ein Arzt in Trauer und Erschöpfung fast zu zerbrechen drohte und wie ein reines weißes Tuch hinter der Schwingtür über einen kleinen leblosen Körper gezogen wurde. Frank bekam keine Luft mehr, er spürte eigene Tränen, er fühlte seinen eigenen Verlust, eigene Trauer und eigene Wut in sich aufkochen. Sein Gesicht versank in seinen Handflächen ihn verließ langsam die Kontrolle.
"Es ist furchtbar."
Frank sah auf. Renee Montoya stand im Türrahmen. Ihr Haar war zerzaust unter ihren Augen waren tief schwarze Ringe zu sehen. Sie sah ihn besorgt an.
"Ich habe so etwas schon oft gesehen. Menschen die durch andere Menschen litten. Ich habe gesehen wie Menschen sich gegenseitig bis zum Tod bekämpft haben. Ich habe so viele schreckliche Dinge gesehen. Jedesmal habe ich mit ihnen gelitten, jedes Mal habe ich die toten betrauert und geehrt. Aber ich ließ nicht zu das es mich zerbricht."
Sie trat auf Ihn zu.
"Es gibt eine Regel in meinem Leben, für einen anderen mag es merkwürdig klingen, aber jedes Mal wenn es mich zu zerbrechen droht erinnere ich mich an den Commissioner."
Frank hockte immer noch zusammengesunken auf der Liege.
"Seine Frau wurde ermordet und seine Tochter zum Krüppel gemacht. Es wundert mich das er den Dienst noch nicht quitiert hat!"
flüsterte er.
"Er wuchs jedes Mal!"
meinte sie dann und sah zur Decke hinauf.
"Was?"
"Jedes Mal wenn ihm etwas schlimmes widerfuhr wurde er stärker, ein besserer und viel engagierter arbeitender Polizist wuchs in ihm, so hart es auch klingen mag!"
Sie streichelte ihm über die Wange.
"Lass nicht zu das Dir es Dich zerstört, Frank! Wachse!"
Beide sahen sich für einen Moment an. Frank viel zum ersten Mal auf das Sie wunderschöne Augen hatte. Nach ein paar Sekunden rissen sie sich los.
"Der Commissioner erwartet uns zur Krisensitzung im Präsidium."
"Ist noch mehr passiert?"
"Bisher noch nicht, aber so wie ich diese Stadt kenne wird es das!"
"Können wir erst noch bei mir zuhause rumfahren, ich will mir ein paar frische Klamotten holen!"
Frank nahm seinen Schulterhalfter und seine Marke und schnallte sie um.
"Dafür bleibt keine Zeit. Wir müssen bei Einbruch der Dunkelheit im Präsidium sein. Ich habe ein paar Klamotten von meinem Bruder im Wagen. Sie müssten Deine Grösse haben."
Renee hatte einen flotten Fahrstil. Frank streifte sich das Baseball Sweatshirt und die Jeans über welche auf der Rückbank lagen. Er beobachtete das hektische Treiben auf der Strasse. Im Sekundentakt rauschten Polizei und Rettungsfahrzeuge an Ihnen vorbei.
Es waren kaum Menschen auf den verklüfteten Strassen Gothams zu sehen. Er bemerkte das Sie nicht in die richtige Richtung fuhren.
"Der Weg nach Tricorner geht aber woanders lang!"
"Wir müssen einen Umweg fahren. Eine Giftgaswolke hat sich im Tunnel der Hauptsstrasse gebildet. Die Nationalgarde versucht das Zeug unschädlich zu machen."
"Giftgas? Nationalgarde?"
Frank seufzte.
"Weiß man schon was das für ein Zeug ist?"
"Ich glaube wir werden es bei der Besprechung erfahren."
Frank sah hinauf zum Himmel. Es wurde dunkel und durch die Wolken wurde der Vorgang beschleunigt. Die Lichter der Einsatzfahrzeuge funkelten und erhellten die Strassen. Frank dachte an die Worte welche Renee im Krankenhaus gesagt hatte. Wachsen. Er fragte sich wie. Er fragte sich wie er es machen sollte.
Es war fast so als würde er von etwas bösem verfolgt, es war fast so als würde er als Lastenesel des Schicksals benutzt und immer größere Lasten wurden auf seinen Schultern abgesenkt. Er löste das Magazin seiner Waffe und holte eine kleine Schachtel Patronen aus dem Halftertäschchen.
Er füllte sein Magazin langsam wieder auf und bemerkte jetzt erst das er zum ersten Mal in seiner Laufbahn seine Waffe im Einsatz abgefeuert hat. Das erste Mal in seinem Leben hatte er auf einen Menschen geschossen und getötet.
Er fühlte Schuld. Doch dann dachte er an die Frau im Krankenhaus. Auf eine kranke Art und weise war es richtig was er getan hatte. Sein Bruder sagte ihm einmal, dass es immer falsch ist zu töten, auch wenn es einem gerechten Zweck dient.
Er wusste das diese Kerle verantwortlich für den Anschlag auf das Gotham Plaza waren und das sie büsen mussten, schon allein wegen der armen Frau die das liebste auf der Welt verloren hatte. Doch auch sein Bruder hatte recht. Was gab Ihm das recht Leben zu nehmen? Tausend ermordete? Einhundert? Zehn? Einer? Das war alles so ungerecht.
"Wir sind da!"
Frank hatte nicht bemerkt, das der Wagen bereits in der Tiefgarage vom Gothamer Polizeipräsidium gehalten hatte. Beide schritten durch den Bürobereich des Drogendezernates, vorbei an den voll besetzten Mannschaftsräumen der Spezialeinheit, vorbei an der Telefonzentrale hinein in die Präsidumlounge.
"Da ist Frank!"
Urplötzlich richteten sich ein paar dutzend Augen auf Ihn. Und alle lächelten. Er sah Renee an.
"Sie alle sind von Deinem Mut beeindruckt!"
Jemand begann zu klatschen, dann noch jemand und urplötzlich stimmten alle mit ein. Frank spürte einen Kloß im Hals. Die Tür vom Büro des Commissioners ging auf und das klatschen verstummte.
"Detective Steiner, Detective Montoya in mein Büro!"
Ein ungutes Gefühl machte sich in der Magengegend breit. Es war ähnlich wie beim letzten Mal als er das Büro des Gothamer Polizeichefs betreten hatte.
"Setzen Sie sich. Wir warten noch auf Harvey und dann fangen wir an."
Es herrschte für eine knappe Minute Stille im verdunkelten Büro, das einzige Licht wurde von der Schreibtischlampe gespendet. Es war einfach nur Unheimlich.
Gordon starrte auf seine Auszeichnung links neben der verglasten Tür, direkt über einem Aktenschrank. Renee stand hinter ihm sie war ebenfalls ruhig. Die Tür schnellte auf und Harvey kam herein. Er nickte dem Comissioner zu. Bullock schloss die Tür und Frank bemerkte einen Luftzug durch eines der Fenster des Büros. Er schreckte auf als sich der Vorhang davor gespenstisch bewegte.
"Bleiben Sie ruhig, Frank."
Der Commissioner lächelte Ihn an.
"Sie haben heute morgen grossartige Arbeit bewiesen. In New York wären Sie wahrscheinlich suspendiert worden, aber hier in Gotham gelten andere Spielregeln."
"Der Comissioner hat recht. Es war ein beispielloses Einsatz an Menschlichkeit."
meinte eine fremde Stimme. Frank hatte recht. Hinter dem Vorhang stand jemand. Und er sprach mit der Stimmer eines Geistes.
"Ich hoffe nur Ihr Verlust lässt die Qualität Ihrer Arbeit nicht sinken."
Der Vorhang glitt zur Seite und ein ca. 1,95m großer Mann trat in den Raum. Seine Augen funkelten unter einer tiefschwarzen Maske hervor, auf seiner muskolösen Brust welche zum grössten Teil von einem langen Umhang verdeckt wurde konnte Frank ein Fledermaussymbol erkennen.
"Frank Steiner, darf ich vorstellen. Das ist Batman!"

Fortsetzung folgt...

©2002 by Oliver Thelen

 
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