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Batman/Superman #4
 Batman/Superman #4 | Protege
Ein besonderer Auftrag erfordert besondere Helden. Batman und Superman bitten Robin und Superboy, das junge Genie Hiro Okumura, der sich selbst als "neuen Toyman" bezeichnet, davon zu überzeugen, seine Fähigkeiten in den Dienst des Guten einzusetzen.
Obwohl erst 13 Jahre alt, verfügt Hiro über das Talent, alles bauen zu können und würde, wenn er sich für die dunkle Seite entscheidet, zu einer ernsthaften Bedrohung werden.
Der Versuch mit Hiro zu sprechen, fällt den jungen Helden nicht gerade leicht, nach der Bekanntschaft mit dem "kleinen" Roboterwachhund kommt eine weitere Überraschung in Form vom todgeglaubten Metallo auf sie zu.
Hiro hat für Metallo eine neue menschliche Hülle erschaffen; nun zu neuem Leben erweckt will dieser in einem Techbot, ein Roboter-Kampfanzug, die nächstbeste Stadt in Schutt und Asche legen.
Das Supergirl von Krypton - Teil Eins: Allein Während Superman Wachdienst hat, entdeckt Batman auf dem Grund des Gothamer Hafenbeckens bei der Sicherstellung von Kryptonit ein unbekanntes Flugobjekt, das ebenfalls bei dem Meteoritenschauer mit heruntergekommen sein muss.
Batman verfolgt den Piloten des Raumschiffs, das kryptonischen Ursprungs ist, bis in die Innenstadt von Gotham und erkennt, dass es sich um ein außerirdisches Mädchen handelt.
Die verwirrte junge Frau verursacht unbewusst ein Chaos, wodurch Superman zur Hilfe gerufen wird. Batman gelingt es, das Mädchen mit grünen Kryptonit zu betäuben, um sie in die Bathöhle zu bringen und mehr über sie zu erfahren.
Meinung Bereits der Titel auf dem Cover verrät, um was es geht: Die Rückkehr von Supergirl, dies aber erst in der zweiten Story dieser Ausgabe.
"Protege" könnte man als Pausenfüller zwischen den beiden Storylines der Serie ansehen. Eine durchschnittliche Geschichte, hätte Jeph Loeb nicht Antworten auf einige offene Fragen hineingeschrieben, die die Fans beschäftigten und den Comic somit als Bindeglied oder Antwortgeber aufwertet.
So wird aufgeklärt, dass Metallo noch lebt oder wer der neue "Chefmechaniker" von Batman wird, nachdem Harold am Schluss von Hush getötet wurde. Ebenfalls wird das Geheimnis von Conner angesprochen, das den Superboy einerseits belastet, das er aber gegenüber seinem Älteren Ich, mangels Mut oder vielleicht sogar aus Scham, nicht zur Sprache bringen kann. Es bleibt offen, wann und in welcher Serie Superman das Geheimnis um Superboys Herkunft erfährt.
Vertrauen ist das Thema dieser Geschichte und wird mit mehreren Bespielen belegt. Zum Einen das Vertrauen, das Batman und Superman gegenüber ihren jüngeren Helden-Kollegen haben, um den Job zu erledigen. Wobei Batman es nicht als solches ausdrückt: Nach seiner eigenen Aussage vertraut er niemanden, sondern verlässt sich darauf, dass sie es schaffen. Eine Aussage die hier sehr cool wirkt, aber eigentlich nicht stimmt, da Batman mindestens drei Leuten in seinem Leben vertraut. Das ist etwas, das Jeph Loeb eigentlich wissen müsste, da er auch bei "Hush" davon Gebrauch machte. Batman musste hier anscheinend diesen Satz sagen, um wieder einmal den Anschein des Einzelkämpfers zu erwecken.
Dann wäre da noch das Vertrauen, das Hiro gegenüber den beiden Teen-Titans haben soll. Dies ist nicht gerade einfach, da Conners draufgängerisches Verhalten dem japanischen Jungen nur wenig imponiert und eher lächerlich wirkt. Zum Glück ist Robin dabei, um das Ganze auszugleichen: Er tritt dem jungen Genie mit Respekt entgegen. Robins Verhalten gegenüber Hiro ist letztendlich auch das Ausschlaggebende, damit er sein Talent für das Gute einsetzt.
Die Zeichenroutine von Transformers-Zeichner Pat Lee kommt bei dieser Story gerade bei dem Showdown in Tokio zum Einsatz. Der Kampf bekommt dadurch eine "Autobot vs. Decepticon"-Stimmung mit einen Hauch "Godzilla", da Tokio, wie immer, in Mitleidenschaft gezogen wird, wenn große Roboter oder Saurier auftauchen.
Die Charaktere sind im japanischen Zeichenstil - spitzes Kinn, spitze Nase und Sturmfrisur - gehalten und lassen den Comic schon fast wie einen Manga erscheinen. Die Farben wirken glatt, als wären sie mit Airbrush hinzugefügt worden. Da viel mit Schatten gearbeitet wird, wirken auch die Szenen am Tag düster und der Comic erhält dadurch eine ernste Stimmung.
Hervorzuheben ist, dass Pat Lee bei Batmans Maske nicht ganz auf die Augen verzichtet hat und man sie durch die Augenschlitze erkennen kann. Metallos neuen Körper sieht man leider nicht, das ist wahrscheinlich einem Superman-Comic vorbehalten.
Nun aber zur "Rückkehr von Supergirl". Hauptsächlich geht es in dem ersten Teil dieser Storyline um Batman und das neue Supergirl. Superman ist die meiste Zeit nur über Com dabei und tritt erst persönlich in Erscheinung, als es zur Fast-Katastrophe kommt.
Soweit ein richtiger Entschluss, da durch den Meteoritenschauer etliche Kryptonitstücke auf der Erde gelandet sind, die sich als gefährlich für den Mann aus Stahl erweisen könnten. Da sich selbst Batman schon die Frage stellt, was die anderen Kryptonit-Arten für Wirkungen auf Superman haben, kann davon ausgegangen werden, dass wir noch interessante Storys bekommen werden.
Das Gespräch zwischen Batman und Superman, der sozusagen Hausarrest hat, ist allein schon den Kauf des Heftes wert. Gelangweilt von der Warterei, die er als Wachdienst absitzen muss, nervt er den armen Batman schon, bevor er was sagen kann. Batman hingegen wird konzentriert und nachdenklich dargestellt. An ihm ist es, das Kryptonit zu bergen, um seinen Freund vor größerem Schaden zu bewahren. Auch muss er als Erster dem unbekannten Wesen gegenüber stehen.
Noch weiß er nicht, das es sich um die Cousine von Kal-El handelt. Trotzdem tritt er dem Mädchen behutsam und ruhig gegenüber, nicht aggressiv oder angriffslustig. Er erkennt scheinbar instinktiv, dass von der Außerirdischen keine drohende oder bösartige Gefahr ausgeht. Gerade diese Erkenntnis und der Hinweis, dass das Raumschiff kryptonischen Ursprungs ist, führen ihn dazu, mehr über die Herkunft des Mädchens zu erfahren.
Supermans Präsenz wird hauptsächlich in Form des Miterzählers dargestellt (den Gegenpart hierzu bilden Batmans Gedanken, die er sich um Superman macht). So gewährt uns Loeb Einblicke in die Einsamkeit des Stählernen. Trotz seiner Freunde und einer liebenden Ehefrau fühlt er sich allein auf dieser Welt. Ein Fremder unter uns Menschen, bezeichnet er sich selbst als Alien. Fast könnte man meinen, er sieht sich als Ausländer auf der Erde und man erahnt regelrecht den unausgesprochenen Wunsch nach einem Bewohner seiner Heimat, damit er weiß, dass er nicht der Letzte seiner Art ist.
Die Erfüllung des Wunsches kommt in Form des blonden Mädchens. Ein großes Geheimnis ist es nicht, um wen es sich handelt, da bereits auf dem Cover mitgeteilt wird, wer im Raumschiff auf die Erde kam. Beeindruckend ist daher, wie es Loeb und Turner gelingt, ihre Ankunft darzustellen.
Das Verhalten ist nachvollziehbar und realistisch wiedergegeben. Den erlittenen Schock noch nicht verarbeitet, irrt sie durch die Straßen Gothams. Alles ist neu und unbekannt für sie. Ihre neuen Kräfte sind für sie fast schon unheimlich, sie kann nicht verstehen, was mit ihr geschehen ist und wo sie sich befindet.
Eine Fremde in einer Welt, die sie nicht kennt. Die Tatsache, das sie der menschlichen Sprache nicht mächtig ist, steigert die Spannung. Durch den Einsatz eines anderen Schrifttyps für ihre Texte wird dies dem Leser verdeutlicht. Niemand kann so auf ihren Hilferuf reagieren. Da sie sich mit den neuen Kräften noch nicht auskennt, hat sie zu dem noch Angst den Bewohnern des Planeten zu schaden.
Verständlich auch die Reaktion auf das Zusammentreffen mit Batman. Unter Schock stehend taucht auf einmal ein Wesen mit einer erschreckenden Aura auf. Dies führt zu noch mehr Angst, dadurch wird der automatische Selbsterhaltungstrieb ausgelöst, was in diesem Fall das Fliegen aktiviert. Leider kollidiert sie dadurch unabsichtlich mit einem Zeppelin.
Um nicht noch mehr Schaden anzurichten, flüchtet sie sich in die Einsamkeit und sucht Schutz. Nun kauert sie wie ein ängstliches kleines Mädchen und ruft nach ihrem Vater um Hilfe und Antworten.
Diese Szenen sind beeindruckend und wirken intensiv auf den Leser. Erst der Kontakt mit Superman gibt ihr wieder den Hauch von Hoffnung, da sich ein "Landsmann" auf dieser Welt befindet, mit dem sie sich auf Kryptonisch unterhalten kann. So haben beide eine Familie gefunden.
Jeph Loeb hat hier erneut den Grundstein für eine spannende Story gelegt. Der kleine Zwist von Batman und Superman am Anfang lässt alles noch einigermaßen harmlos erscheinen. Als Batman auf das Raumschiff stößt, beginnt die Handlung loszurollen wie eine Lawine, bis Batman die verstörte Kara einfangen kann. Die Story wird von Loeb ruhiger und mit dem offenen Gedanken Batmans, der sich fragt, mit was sie es hier zu tun haben, beendet.
Bleibt nur eine Frage offen: Wenn sie wirklich von Krypton kommt, wie gelang es ihr vom Raumschiff zur Wasseroberfläche zu schwimmen, wenn um ihr Schiff herum doch grünes Kryptonit liegt?
Michael Turners Zeichnungen verleihen der Story eine Dynamik und Dramatik, die das Lesen nur so antreiben. Der Detailreichtum mit dem Turner seine Panels zeichnet ist beachtlich. Batmans Taucheranzug oder die Darstellung Gotham Citys haben ein längeres Betrachten ebenso verdient wie das neue Supergirl.
Obwohl ich nicht viele Arbeiten von Turner gesehen habe, fällt mir jedoch sofort auf, das er auch diesmal den weiblichen Charakter stiltypisch gezeichnet hat. Große Augen und eine Stupsnase, die meiner Meinung nach sein Markenzeichen sind.
Superman und Batman haben im Gegensatz zu "Protege" beide wieder ein westlicheres Erscheinungsbild: Markantes Kinn mit ausgeprägten Backenknochen und muskelgestählte Körper. Fast schon etwas zu extrem, außer die beiden möchten an der Wahl zum Mr. Universum teilnehmen. Hier hätte vielleicht weniger mehr Wirkung getan. Auch Batmans Ohren wirken bei näherer Betrachtung etwas zu groß.
Trotz der kleinen Mängel ist diese Story bis jetzt nur empfehlenswert, da sie einen guten Plot und erstklassige Zeichnungen hat.
Details: Batman/Superman Story: Jeph Loeb Zeichnungen: Pat Lee, Michael Turner 52 Seiten, Euro 4,00 Übersetzung: Christian Heiss Panini Comics
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