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DC Premium #39:
Green Lantern: Wiedergeburt
Die dereinst am meisten angesehene Green Lantern unter den vielen Tausend war einmal Hal Jordan. Er war das Vorbild aller Mitglieder in diesem riesigen Green Lantern Corps. Hal Jordan war der Mann ohne Furcht. Doch dann kam der Tag, an dem Mongul Coast City vom Erdboden ausradierte.
Alles, was Hal Jordan in seinem Leben lieb und teuer war, existierte nicht mehr. Er versuchte dieses Unglück rückgängig zu machen. Er tötete die Wächter des Universums in "EMERALD TWILIGHT". Er war der Grund für die "ZERO HOUR" – er wurde zu Parallax, aber opferte sich in "FINAL NIGHT" und wurde schließlich in "DAY OF JUDGMENT" zum Spectre – dem personifizierten Zorn Gottes. Seit diesen Ereignissen sind er und Batman/Bruce Wayne nicht die allerbesten Freunde.
Und wie es der Titel vermuten lässt ("Green Lantern: Wiedergeburt"), so steht eben genau die Wiedergeburt von Hal Jordan als Green Lantern nun an. Und dass so etwas, wenn es denn mal beschlossene Sache ist, auch passiert, das steht außer Zweifel. Die Frage ist nur, wie spannend und glaubwürdig es dem Autor gelingt.
Ortswechsel - Kyle Rayner hatte nach diversen Zwischenfällen die Erde verlassen und war ins All geflohen. Am Rande des Universums findet er ein Volk, und bei ihnen ist eine Legende lebendig. Eine Geschichte über ein Wesen, das am Anfang allen Lebens geboren wurde. Ein gelbes Wesen, das aus lebender Furcht besteht. Und diese Kreatur nannte sich Parallax.
Und dieser Parallax drohte, das gesamte Universum zu verzehren. Es wollte jedes lebende Wesen mit seiner Furcht infizieren. Furcht würde zu Gewalt führen und Gewalt zu Furcht. Ein endloser Zirkel des Todes und der Vernichtung, der Parallax nähren sollte. Aber da gibt es noch die Wächter von Oa, und sie wussten, dass Parallax aufgehalten werden musste.
Als sie die zentrale Energiebatterie auf Oa schufen, schufen sie die Möglichkeit, dass diese gegensätzlichen Energien sich aufhoben. Parallax wurde in der Batterie gefangen – in einem Zustand, aus dem es nie mehr erwachen sollte. Die Zeit verging, und Parallax war schließlich nur noch als "Gelbe Unreinheit" bekannt. Seine Legende wurde absichtlich vergessen, damit ihn nie jemand zu befreien versuchte. Darum hatten die Ringe immer Probleme mit der Farbe Gelb.
So wie die Zentralbatterie auf Oa gespeist wird von der reinen Willenskraft aller Lebewesen, so saugt Parallax die Furcht auf und nährt sich davon.
Aber nicht nur mit diesem Wissen kommt Kyle Rayner von seinem Weltraumausflug zurück – ebenfalls im Gepäck hat er den Leichnam von Hal Jordan/Parallax. Kyle hat ihn aus der Mitte der Sonne geholt!
Meinung Johns hat sich eine schlüssige Geschichte um die vielen schon erzählten Geschichten ausgedacht – er erklärt u.a. auch, wieso die Schläfen von Hal mit der Zeit grau geworden waren, warum Kyle Rayners Ring keine Schwäche gegen gelb hat und vieles andere mehr. Auch schafft er es nachvollziehbar die Rückkehr des tot geglaubten Sinestro zu etablieren.
Ebenso wird das gespannte Verhältnis zwischen Hal und Bruce pointiert dargestellt: Bruce und Hal können wohl deshalb nicht so gut, weil Batman eben eine Kreatur der Nacht und der Angst ist. Zu seinem Wesen gehört es, Angst in die Herzen der Menschen zu senden – eine Masche, die bei einem Menschen, der absolut keine Angst kennt, eben nicht zieht.
Johns erzählt ein wahres Epos: Eine unglaubliche Heldengeschichte im positiven Sinne – eine Geschichte von Mut, phantastischen Begegnungen, Zufällen, vom Schicksal und Gestalten, die seit Urzeiten das Böse personifizieren. Aber ebenso von mutigen Männern, die sich allem Bösen widersetzen und ohne Furcht für das Gute alles riskieren.
Dem versierten Autor Geoff Johns (JSA, FLASH, TEEN TITANS, SUPERMAN – vieles davon auch auf deutsch bei PANINI) gelingt es, eine solide und packende Story hinzulegen, die nachvollziehbar ist und ohne Logikfehler daherkommt. Johns kennt seine Figuren, die komplizierte Continuity ist ihm vertraut, er macht keine Fehler.
Johns ist jemand, der die einzelnen Akteure meisterhaft zu charakterisieren versteht. Seine Personen erweckt er zum Leben, und es macht Spaß sie zu begleiten und zu beobachten. Er ist auch der Autor, der der altwürdigen JSA - zusammen mit David Goyer (dem Autor des Drehbuchs für BATMAN BEGINS) - wieder neues Leben eingehaucht hat.
Und wieder gelingt es ihm, das gute alte Silver Age ein Stück zurück zu bringen. Hal Jordan steht am Anfang des Silver Age, und nun ist der verloren gegangene Held rehabilitiert.
Und wie in jeder wichtigen Geschichte um Green Lantern seit "HARD TRAVELLING HEROES" spielt auch Green Arrow eine Schlüsselrolle. Ihm obliegt es, als erster von Kyle Rayner die wahre Geschichte über Parallax zu erfahren.
Johns orchestriert ein Auftreten vieler Helden (JSA, JLA, TEEN TITANS) und vieler Green Lanterns. Er schafft es, die vielen Green Lanterns der Erde zu vereinen und zurück zu bringen, neben Hal Jordan auch Guy Gardner.
Am Ende ist der alte Status Quo wiederhergestellt. Und Batman ist noch etwas misstrauisch gegenüber Hal Jordan – aber dennoch froh, ein wenig mehr Licht in ihrem Universum zu haben. Wie Recht hat er doch – denn das DC-Universum ist im Moment sicherlich kein heller Ort. Es ist verdunkelt und nahende Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Da kann man wirklich jedes kleine Licht gut gebrauchen.
Die Stelle des Spectre ist nun vakant – ihm fehlt zurzeit der menschliche Anker. Wer es nun sein wird? Darüber gibt es viele Spekulationen. Aber eins konnte ich sicher herausbekommen: Er kommt aus Gotham City (zum Lesen bitte markieren).
Scivers Bilder sind atemberaubend – für eine solche Heldengeschichte passend! Von ihm ist auch WAFFENWAHN
Details DC Premium 39 - Green Lantern: Wiedergeburt Enthält: Green Lantern: Rebirth #1-6 USA, Dezember 2004 – Mai 2005 Text: Geoff Johns Zeichnungen: Ethan Van Sciver Tusche: Prentis Rollins, Mick Gray, Ethan Van Sciver, Marlo Alquiza Farben: Moose Baumann Editor USA: Harvey Richards (assistant edits) und Peter Tomasi (edits) aus dem Amerikanischen von Christian Heiß Buch im Hardcover oder Softcover 144 Seiten; farbig; € 22,00 HC/17,00 SC; Panini/DC Comics Cover von Dave Gibbons
Norbert Elbers
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