|
Gotham Knights #55
 Gotham Knights #55 | Pushback: Book Six
Gemeinsam mit Prometheus ist Hush wieder in Gotham City und bereitet sich darauf vor, den Riddler endlich in seine Gewalt zu bringen. Die Planung des Jokers für die Verlegung des Riddlers in sein neues sicheres Versteck ist abgeschlossen.
Batman hingegen ist gezwungen, auf ein Zeichen von Hush zu warten, bevor er etwas unternehmen kann. Als es dann soweit ist, evakuiert der Joker mit seiner gesamten Gang Edward Nigma.
Der Wagenkonvoi wird kurz nach dem Start von Prometheus und Hush gestoppt und es kommt zum Gefecht. Am Ende stehen sich nur noch der Joker, Hush und Prometheus gegenüber.
Meinung Das große Finale entpupt sich als ein kleiner Plopp in der weiten Batman-Welt. Mein Lieberman, Sie haben es geschafft, eine sechs Ausgaben umfassende Einleitung für die Rückkehr von einem Charakter zu verschwenden, ohne auch nur ansatzweise die vielen Fragen zu beantworten, die sich im Verlauf der Story entstanden sind. Allein in diesem abschließenden Teil bleiben sehr viele Punkte offen.
Woher wussten Hush und Prometheus um welche Zeit und auf welcher Strecke der Riddler aus der Stadt geschafft wird? Weiß etwa Hush, wo der Joker Edward Nigma hinbringen wollte? Oder hat der Pinguin vielleicht etwas verraten und somit den Joker hintergangen, gar betrogen?
Auch die Darstellung Batmans am Anfang von Teil 6 ist mehr als zweifelhaft. Bruce Wayne sitzt zu Hause in Wayne Manor, anstatt etwas gegen die nahende Bedrohung zu unternehmen. Er weiß, dass es Hush auf den Riddler abgesehen hat, daher sollte er eigentlich herausfinden, wo der Joker den Riddler versteckt hält, denn sonst ist die Informationsbeschaffung für den Dunklen Ritter doch auch kein Problem. Stattdessen wartet er auf ein Zeichen oder eine Nachricht von Hush, das er erst dann über Oracle erhält, als die Schießerei bei dem Überfall auf den Transport beginnt.
Zwar tritt Batman Hush am Ort des Geschehens gegenüber, aber zeigt dann doch eine mehr oder weniger blasse Präsenz. Er lässt sich von Hush wegen der Trauerworte von Bruce Wayne auf Tommy Elliots Beerdigung aufziehen und allem Anschein nach mag Hush den Film "Club der toten Dichter" nicht. Das kurze Gespräch wird von Hush geleitet und ist nur von Hass geprägt. Batman steht einfach nur da und denkt nicht einmal daran, den anwesenden Prometheus zu entwaffnen.
Durch diese Punkte hinterlässt die Geschichte einen unbefriedigenden Nachgeschmack. Das regelrechte Abschlachten der Gang des Jokers ist hingegen sehr charakteristisch dargestellt und als Vergeltungsschlag von Hush anzusehen. Der Rückkampf Hush vs. Joker war bereits abzusehen und es überrascht auch nicht, dass als Sieger diesmal nicht der Clownprinz den Platz verlässt. Die Tatsache, dass Hush Gotham City nun als 'seine Stadt' ansieht und den Joker damit in die Schranken weist und ihm sogar sein Revier entrissen hat, ist sehr plastisch dargestellt und zumindest eine Prognose Batmans erweist sich als richtig: Es geht darum, wer das Alpha-Männchen in Gotham ist.
Auch der weitere Verlauf des Jokers ist beeindruckend dargestellt. Bevor er von Prometheus getötet werden kann, flieht er durch die Abwasserkanäle aus der Stadt zu dem alten Vergnügungspark, den man aus "The Killing Joke" kennt. Dabei entkleidet er sich komplett, streift sozusagen sein altes Leben ab, um als Wiedergeborener von seiner "Familie" aufgenommen zu werden. Dabei kann es nicht allein die Prügel gewesen sein, die Hush ihm verabreicht hat und die zu seinem Zusammenbruch geführt hat, denn von Batman wurde er in der Vergangenheit schon wesentlich härter rangenommen. Er wurde von Hush degradiert, gedemütigt und ihm wurde alles genommen, was er als selbstverständlich ansah: Seine Macht, seine Männer, "sein" Gotham. Wie und ob weiter ausgeführt wird, was er mit dem Mörder seiner Frau anzustellen gedenkt, bleibt leider offen.
Hush verhält sich, wie es von ihm erwartet wird: zielstrebig und gnadenlos. Er verspricht seinem neuen Partner Chaos und Verwüstung, was er auch einhält. Welche weiteren Ziele er mit der Partnerschaft verfolgt oder ob sie weiterhin besteht, ist offen und wird hoffentlich in späteren Ausgaben beantwortet. Wie oben schon erwähnt, versprüht er in dem Gespräch mit seinem Freund aus Kindertagen wieder einmal den Hass, der in ihm wütet und betont, dass Tommy Elliot nicht mehr existiert, dass es nun Hush heißt.
Prometheus ist die Feuerkraft des Teams und kann dies bei dem Überfall zur Schau stellen. Die Ein-Mann-Armee verschießt ebenso viel Munition wie Schwarzenegger als Terminator. Die Identität dieses Schurken wird von Batman in der Bathöhle herausgefunden, aber nicht preisgegeben. Anscheinend ist sie ihm nicht bekannt gewesen, da er selbst mit dem Namen nichts anfangen kann. Bleibt zu hoffen, dass die Leser irgendwann die Auflösung erfahren.
Der Riddler hingegen nutzt das Chaos, um sich zu verdünnisieren und sucht bei Poison Ivy Schutz, damit ist der Grundstein für die nächste Story mit den beiden während der "War Games" gelegt worden.
Zusammenfassend gesagt, ist die Story insgesamt enttäuschend. Sie hat zwar einige Höhepunkte, aber ob es gerechtfertigt ist, dafür sechs Ausgaben einer Serie zu verbrauchen, bezweifle ich sehr. Die Rückkehr von Hush, der Joker gebrochen und aus Gotham City vorläufig vertrieben, der Riddler untergetaucht, Hush und sein Partner ebenfalls und Batman beschäftigt sich mit Prometheus. Ja, und das war es erst Mal. Ein offenes Ende, das vielleicht irgendwann fortgesetzt wird und momentan das Gefühl hinterlässt, etwas verpasst zu haben. Von einer Storyline, die sich über mehrere Ausgaben erstreckt, erwartet der Leser eigentlich auch bei einem offenen Ende eine Auflösung der Kernfragen und vor allem weniger Widersprüchlichkeiten.
Ein kleiner Ausgleich für das schwache Ende sind diesmal die Zeichnungen Barrionuevos. Es sind einige schöne Nahaufnahmen der Charaktere dabei, die wirklich gelungen sind, ebenso die Darstellung des Weges des Jokers zu seiner Wiedergeburt.
Details: Batman: Gotham Knights #55 Story: A. J. Lieberman Zeichnungen: Al Barrionuevo Tusche: Francis Portela 48 Seiten, $ 3,75 DC Comics
|
|
|
|