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Joker Story:
Batman: Lovers and Madmen
Der Joker…spätestens mit dem Start von 'The Dark Knight' (der derzeit Einspielrekorde bricht, während ich diese Zeilen schreibe) ist der clowneske Erzgegner des dunklen Ritters wieder in aller Munde. Wer auch nur EINE wichtige Inkarnation Batmans kennt (60er-Serie, Burton, TAS und nun TDK) wird wahrscheinlich zustimmen, wenn behauptet, dass der Joker DEN Gegner Batmans darstellt. Während andere Gegner Batmans sich häufig durch eine tragische Geschichte auszeichnen und daher ihre Faszination ausüben ist es beim "Clownprinz des Verbrechen" eher umgekehrt. Seine Beweggründe und seine Vergangenheit liegen weitestgehend im Dunkeln. Und dem Schreiber dieser Zeilen gefällt dies auch recht gut. Joker ist mehr Naturgewalt als Mensch, wie die Spielkarte kann er jederzeit zuschlagen und die bestehende Ordnung zerstören. Sollte man ihm seine Faszination nehmen indem man wirklich erklärt, wie er wurde wer er ist? Probieren kann man es und wenn man Glück hat, nimmt sich Alan Moore der Sache an und etwas wie 'The Killing Joke' kommt dabei raus. Ein Comic, dass von so ziemlich jedem geliebt wird. Ansonsten…'Lovers & Madmen'.
Inhalt: Batman ist noch in seinem ersten Jahr (mal ernsthaft, was in diesem ersten Jahr mittlerweile alles für Geschichten spielen, keine Ahnung wie viel Tage ein Jahr in Gotham hat) und mittlerweile laufen die Dinge recht gut. Der "gemeine" Verbrecher auf der Straße ist verängstigt ob des Auftauchens der menschlichen Fledermaus. Doch inmitten der Gesetzlosen sitzt ein Mann namens Jack. Jack ist anders. Jack ist ein Genie, skrupellos und des Lebens fast überdrüssig. Er hat alles erreicht was man als Verbrecher erreichen kann und nichts stellt mehr eine Herausforderung für ihn dar. Bis er auf Batman trifft, der seinem Leben wieder einen Sinn gibt. Endlich wieder ein würdiger Gegner, den es sich zu töten lohnt. Nachdem Jack jedoch die aktuelle Freundin von Bruce Wayne schwer verletzt und diese ins Koma fällt wird es rabiat. Ein Batarang zerfetzt Jacks Gesicht zu einem breiten ewigen Grinsen und ein Sturz ins Chemiebecken sorgt für das "gesunde Aussehen". Der Joker ist geboren und er findet das, na ja…geil. Endlich von den letzten Resten der Rationalität befreit kann er loslegen und Chaos verbreiten. Kann Batman ihn stoppen?
Meinung: Die letzte Frage ist natürlich nur rhetorischer Natur. Seit über 60 Jahren tollen Batman und Joker miteinander rum und bis heute ist kein Ende in Sicht. Sollte sich aber 'Lovers & Madmen' zur endgültigen Origin vom Joker entwickeln, dann bitte ich darum, dass der Charakter vielleicht doch in die ewigen Jagdgründe eingeht. Der Entstehungsgeschichte in 'Lovers & Madmen' wohnt nämlich keinerlei Tiefe inne. Nichts. Als Ursprung ein Desaster der oberen Güteklasse. Was ist an einem Mann interessant, der ein Schwein ist und der nach einem traumatischen Erlebnis einfach ein größeres Schwein wird? Die Antwort: Wenn Tim Burton sich dieser Frage annimmt, dann läuft es unter dem Titel 'Batman' im Kino und macht Spaß, wenn die Autoren dass hier erzählen ist leider nichts von Interesse dabei. Der Unterschied zwischen Jack und Joker ist einfach zu marginal, als dass er groß auffallen würde. Der Joker war schon immer in ihm "drin", der Unfall zeigt es jetzt nur auch äußerlich. Damit gibt es keinerlei Interesse an der Geschichte, Batman jagt halt einen etwas krasseren Gangster und später einen bunten krasseren Gangster. Zudem widerspricht die Erzählung grundlegend den Geschehnissen die bisher als sicher im Zusammenhang mit dem Joker galten (Red Hood anyone?) auch werden die Ereignisse aus 'The Man who laughs' [Anmerk. Peter: siehe DC Premium 38 - 'Batman: Die Akten'] anscheinend komplett ignoriert. Oder ist das hier alles gar nicht die Wahrheit? Handelt es sich um eine der "Multiple Choice"-Vergangenheiten von denen in 'The Killing Joke' gesprochen wurde? Dann wäre das alles hier nur die Fantasie eines Irren? Es steht zu hoffen. Cameos gibt es von Harleen Quinzel (recht gut eingebaut) und Dr. Jonathan Crane (hätte man sich schenken können). Zur Ehrenrettung darf gesagt werden: Es gibt einzelne gelungene Sequenzen (eine Szene mit einem Kind im Zirkus ist überaus verstörend) und die Zeichnungen sind zunächst gewöhnungsbedürftig, sind aber wohltuend "anders" als der übliche Einheitsbrei.
Fazit: Lasst es im Regal stehen und gönnt euch lieber eine der vielen wirklich gelungenen Geschichten um den Joker.
Details Batman: Lovers and Madmen USA, April 2008 Story: Michael Green Zeichner: Denys Cowan Hardcover: 144 Seiten; $16,49 US DC Comics
[André Wentzel]
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