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Superman/Batman: Public Enemies
 Superman/Batman: Public Enemies | Die Geschichte beginnt mit einem Rückblick: Clark Kent und Pete Ross spielen Baseball, als sie einen Jungen entdecken, der in einer Limousine sitzt, während ein Mann den Reifen wechselt. Beeindruckt von dem Auto, überlegt Clark, ihn zu fragen, ob er mitspielt, doch Pete meint nur, dieser Junge sieht so aus, als hätte er noch nie in seinem Leben irgend etwas gespielt.
Viele Jahre später sind aus den Jungen, die diese kurze Begegnung hatten, die beiden größten Helden unserer Zeit geworden, beide geformt von einem einzigartigen Schicksal, beide Legenden, doch beide in ihren Methoden und Beweggründen so unterschiedlich wie sie nur sein könnten. Der eine der Mann aus Stahl, ein Vorbild, ein Pfadfinder, der eine ein dunkler Ritter, eine Gestalt, die die Menschen fürchten, ein Mythos.
In Metropolis wird Superman in einen Kampf mit Metallo verwickelt, der die S.T.A.R. Labs überfällt. Sein Herz aus Kryptonit schwächt den Stählernen, so dass dieser den Feind nicht am Entkommen hindern kann.
Nachts, auf einem Friedhof von Gotham City. Eine Reihe von Gräbern wurde geöffnet, und Batman untersucht den Tatort. Er wird von Superman überrascht, der berichtet, der Täter ist John Corben, Metallo, dessen vorheriges Leben in Gotham City stattfand. Noch bevor Superman eine weitere Sache über Corben enthüllen kann, werden beide von Metallo angegriffen.
Während des Kampfes wird Superman durch ein Geschoss aus Kryptonit lebensgefährlich verletzt, und nur Batmans schnelle Reaktion und Alfreds Künste als Chirurg können Superman retten.
Zur selben Zeit im Pentagon. Präsident Luthor unterrichtet Captain Atom, Major Force und einige andere Helden über einen Asteroid, der sich auf Kollisionskurs mit der Erde befindet und so wie es aussieht ein Fragment von Supermans explodierten Heimatplaneten ist. Erste Versuche, ihn aufzuhalten, schlagen fehl.
In der Bathöhle findet Batman das über John Corben heraus, was Superman ihm bereits sagen wollte. Noch während die beiden die Lage "diskutieren", erscheint plötzlich ein zweiter, gealterter Superman in der Höhle und behauptet, aus der Zukunft zu kommen, um Clark zu hindern, etwas Furchtbares zu tun, was eine Katastrophe auslösen wird. Clark kann ihn auf unkonventionelle Weise stoppen.
Erneut fehlt beiden die Zeit, darüber nachzudenken, denn Luthor holt zu seinem großen Schlag gegen Superman aus: In einer Rede an die Nation bringt er die tödliche Bedrohung durch den Asteroiden mit Superman in Verbindung und setzt eine Milliarde Dollar auf dessen Ergreifung aus.
Wieder einmal sind Superman und Batman gezwungen, miteinander zu arbeiten und brechen nach Washington auf. Dort werden sie bereits von einer wahren Schar von Feinden erwartet: Silver Banshee, Solomon Grundy, Mongul, Mr. Freeze, Lady Shiva, Nightshade…und als sie all das schon überstanden haben, kommt es noch schlimmer, denn auch ihre Freunde, die für Luthor arbeiten, stellen sich gegen sie. Green Lantern, Starfire, Major Force, Black Lightning, Katana, Power Girl und Capain Atom fordern die beiden Helden auf, zu kapitulieren.
Doch beide haben bereits einen Plan. Im folgenden Tumult entkommen sie mit ihren Verbündeten Power Girl und Katana nach Tokyo. Dort verletzt Katana Major Force so stark, dass seine Energie aus ihm strömt und die ganze Stadt vernichten könnte. Nur Captain Atom kann das Schlimmste verhindern, opfert sich dabei aber selber.
Superman und Batman suchen einen Jungen, den neuen Toyman, der einen Weg finden kann, um den Asteroiden zu stoppen. Captain Marvel und Hawkman nehmen sie gefangen und bringen sie schließlich ins Weiße Haus.
Nun kommen Batgirl, Nightwing, Robin, Huntress, Supergirl, Suberboy, Steel und Krypto ins Spiel, die eine Befreiungsaktion starten. Sie werden überwältigt, doch dann taucht überraschend Hawkman auf. Er rettet Steel im Kampf gegen Wachen und befreit Superoy und Supergirl aus einer brenzligen Lage.
Doch unter Hawkmans Verkleidung steckt jemand anderes, und auch der mittlerweile durch Injektionen eines Serums aus Kryptonit und Venom zu großer Stärke und noch größerem Wahnsinn gekommene Lex Luthot bekommt einen Besuch von Superman im Anzug von Captain Marvel.
Nun tragen Superman und Luthor ihren Konflikt offen aus, und Clark ist kurz davor, seinen Erzfeind zu töten. Batman steht daneben und macht keine Anstalten, ihn daran zu hindern. Doch beide müssen schnell zu Hiro, der eine Rakete gebaut hat, mit der er den Asteroiden aufhalten kann.
Captain Atom, der in die Zukunft teleportiert wurde, als er die Energie von Major Force absorbierte, kommt zurück und meint, dass er unter allen Umständen Pilot der Rakete sein müsse, ansonsten wird der Planet zerstört. Dies hat er von der älteren Version Supermans erfahren, den er getroffen hat.
Während Atom los fliegt, stellen sich Batman und Superman ein letztes Mal Lex Luthor, mittlerweile mit einer Rüstung ausgestattet und seiner Tarnung als braver Bürger endgültig entledigt. Bevor er viele Stockwerke zu Boden stürzt, mach Luthor eine letzte Anspielung auf den wahren Mörder von Batmans Eltern.
Die Lex Towers stürzen in sich zusammen, doch Superman kann die Leiche von Luthor nicht finden. Würde er zurückkehren, wäre er ein Mann ohne etwas zu verlieren, gefährlicher als je zuvor. Es würde eine Krise geben.
Meinung Superman und Batman... Jeph Loeb, der sich bei Batman bereits für den Klassiker "The long Halloween" auszeichnete und kürzlich erst mit "Hush" neues Leben in die Welt des Dunklen Ritters hauchte und auch schon Superman schrieb, nimmt sich zusammen mit Ed McGuinness und Dexter Vines nun also der beiden großen Ikonen an, und das gleich mit einer Geschichte, die ordentlich Schwung ins ganze DC- Universum bringt.
Ed McGuinness ist für die Zeichnungen verantwortlich, und der Stil ist sehr von Mangas inspiriert, wenn auch ungleich detaillierter. Alles ist sehr bunt, an vielen Stellen zu bunt, und sehr weich gezeichnet. Die Protagonisten sind alle überaus muskulös, und natürlich wurde auch an den Oberweiten nicht gespart. Das kann man alles mögen, muss man nicht. Ich wünschte mir hier ein bisschen mehr menschliche Züge, wobei normale Menschen in dieser Geschichte ohnehin so gut wie gar nicht vorkommen.
Der große Clou an dieser Geschichte ist die Art, wie die beiden Hauptcharaktere beschrieben werden. In verschiedenen Kästchen werden immer wieder Batmans und Supermans Gedanken beschrieben, und dieses Spiel der Gegensätze hat immer wieder das Potential, zu faszinieren. Schon die erste Vorstellung der beiden, der eine ein strahlender Held, der andere ständig in den Schatten, eine furchteinflößende Vorstellung, bringt das Verhältnis beider auf den Punkt. Und schon die erste Begegnung, als Superman plötzlich hinter Batman erscheint, sagt so viel über die beiden aus. Batman hasst es, dass es jemanden gibt, der ihn, den größten Detektiv, so überraschen kann. Und Clark kostet diese Situation voll und ganz aus. Als Clark angeschossen wird, beobachtet Batman diese Situation mit einem trockenen Kommentar: Clark, manchmal bis du ein Narr. Er, der besonnene Krieger, dessen täglicher Kampf von Berechnung und Vorsicht abhängt, hält Supermans Stil insgeheim für zu leichtsinnig, zu sehr von den eignen Superkräften abhängig - und doch kann er seine schiere Bewunderung, wie er sie selbst später einmal über Clarks Gehör äußert, kaum verbergen.
Und diese Sorgfalt, die Batman walten lässt, fällt manchmal auch Clark auf die Nerven, so auf dem Flug nach Washington, als Batman den Comm-Link zwischen beiden zum x-ten Mal prüft.
Überhaupt kommt auch der Humor, der sich öfters in trockenen Kommentaren niederschlägt, nicht zu kurz in dieser Geschichte.
Die Handlung kann leider nicht ganz überzeugen. Auf die kurzen Momente auf dem Friedhof und in der Höhle folgt leider ein einziger langer Kampf, in dem scheinbar so viele Helden und Schurken wie möglich eingebaut werden sollten. Ruhige Momente kommen ab hier völlig zu kurz, und auch Luthors Weise, den Asteroid mit Superman in Verbindung zu bringen, kommt etwas dünn daher. Captain Atom macht noch schnell eine Zeitreise, und natürlich haben Batman und Superman am Ende schon lange wieder einen Plan gehabt, in den die anderen Helden, die vorgaben, sie zu jagen, natürlich eingeweiht waren. Schön und gut, nur manchmal würde ich mir den entscheidenden Twist in der Story wünschen, um mir all das etwas plausibler zu machen.
Neben all den Gastauftritten wirkt der finale Kampf gegen Lex Luthor, der sowohl von seinem Erzfeind Superman als auch von Batman, der seit Luthors Versuch Gotham zu übernehmen ebenfalls nicht gut auf den Präsidenten zu sprechen ist, bestritten wird, etwas dahin geschludert und bekommt nicht das, was das Ereignis eigentlich verdient hätte. Scheint fast, als wäre dafür keine Zeit mehr gewesen. Nur die Beleuchtung des Aufeinandertreffens von Superman und Luthor ist hier erwähnenswert. Erst kürzlich war Batman in der gleichen Situation mit dem Joker, denn auch hier muss Clark sich fragen, wie lange dies noch gehen wird, wie einfach es wäre, es ein für alle Mal zu beenden. Und Batman, anders als man von ihm vielleicht erwartet hätte, hält Clark nicht davon ab. Er ist nicht Jim Gordon, der ihn damals vor dieser Tat bewahrt hat, sagt er sich, und doch sollte Batman mit seinen Idealen und Moralvorstellungen hier eine andere Handlungsweise anwenden. Schon das zweite Mal in Folge widerspricht er sich hier in seinen fest gesetzten ethischen Gesetzen – wohin führt das noch? Wird am Ende die Prophezeiung aus "Bitte Lächeln!" doch noch erfüllt? Steuert es darauf hin?
Gut, das ist vielleicht zu viel spekuliert, und doch ist es ein denkbarer Moment in diesem Comic.
Der für Batman interessanteste Aspekt an der Geschichte ist jedoch, dass plötzlich ein möglicher Täter auftaucht, der den Mord an Martha und Thomas Wayne verübt hat. Die Indizien sind einleuchtend: John Corben war in der gleichen Nacht in Gotham, er trug die gleiche Waffe wie die Mordwaffe – aber wie so oft ist letztendlich alles so vage formuliert, dass es doch nur eine falsche Spur sein könnte.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich will, dass der Mörder ein bekannter Charakter ist – würde es dem Mythos Batman nicht gut tun, wenn das Ereignis, das ihm zu dem werden ließ, was er nun ist, ein Ereignis des Zufalls wäre, verübt von einem weiteren namenlosen kleinen Gangster, der brutal tötet wegen ein paar Dollar – aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Natürlich ist die Idee interessant, und es bleibt abzuwarten, wie Loeb selbst diese zu Ende bringt oder andere Autoren die Steilvorlage verwandeln. Nur, wenn Bruce Wayne den Mörder seiner Eltern zur Strecke bringt... hat Batman dann nicht endlich seine Rache? Kann er dann ruhen?
Also doch viele Fragen, die aufgeworfen werden, und auch wie es mit Luthor weitergeht, macht neugierig. Normalerweise bin ich kein Fan von Bösewichten, die zum hundertsten Mal einen eigentlich sicheren Tod überleben, aber das Ende ist so schwach, dass es traurig gewesen wäre, hätte Luthor so ein endgültiges Ende gefunden.
Aber welche Comic- Figur hat schon je ein endgültiges Ende gefunden?
Details: Superman/Batman: Public Enemies Beinhaltet Superman/Batman 1-6 und Superman/Batman: Secret Files 2003 Story: Jeph Loeb Zeichnungen: Ed McGuinness Tusche: Dexter Vines Hardcover, 160 Seiten, $19,95 US DC Comics
[Autor: Christian Pardonner]
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